Meldungsdatum: 02.11.2026

Menschen brauchen plötzlich Hilfe: Märkischer Kreis probt Ernstfall in Kierspe

Alarmierung ohne Vorwarnung und zahlreiche Menschen, die plötzlich nicht mehr nach Hause können: Bei einer groß angelegten Übung in Kierspe haben Einsatzkräfte des Katastrophenschutzes am 31. Oktober gezeigt, wie die Betreuung und Versorgung Betroffener im Ernstfall funktioniert.

31. Oktober, 7.30 Uhr: Für zahlreiche ehrenamtliche Einsatzkräfte im Märkischen Kreis wird der Alarm ausgelöst. Ohne Vorwarnung werden sie zu einer Großübung gerufen. Das angenommene Szenario: Ein größerer Gebäudebrand hat zahlreiche Menschen dazu gezwungen, ihre Unterkunft zu verlassen. Das Gebäude ist vorerst nicht mehr bewohnbar. Für die Betroffenen steht fest: Eine Rückkehr ist auf absehbare Zeit nicht möglich. Sie brauchen einen sicheren Aufenthaltsort, Verpflegung, Unterstützung und möglicherweise für mehrere Tage ein Dach über dem Kopf. Was zunächst wie eine alltägliche Aufgabe des Katastrophenschutzes klingt, stellt die Einsatzkräfte vor eine komplexe Herausforderung. Denn wer plötzlich sein Zuhause verlassen muss, benötigt mehr als einen Schlafplatz und eine warme Mahlzeit.

Genau hier setzte die Übung an, die vom Fachdienst Brand- und Bevölkerungsschutz des Märkischen Kreises gemeinsam mit dem DRK-Kreisverband geplant und organisiert wurde. In der Gesamtschule Kierspe richteten die alarmierten Einsatzkräfte eine Betreuungsstelle ein. Die Stadt Kierspe hatte den Übungsort zur Verfügung gestellt. Erprobt wurden dabei sowohl die Abläufe eines Krisen-, Informations- und Ersthilfe-Zentrums (KIEZ) als auch die Strukturen des Betreuungsplatzes 500 (BTP 500). Die Aufgabe: Menschen aufnehmen, registrieren, versorgen und ihnen in einer außergewöhnlichen Belastungssituation Orientierung und Sicherheit geben.

Knapp 70 Personen übernahmen während der Übung die Rolle der betroffenen Menschen. Die Darsteller kamen insbesondere aus einem örtlichen Turnverein und einem Chor aus Kierspe, den THW-Ortsverbänden Halver und Lüdenscheid, der DLRG Hemer sowie der Phönix-Notfallmanagement GbR aus Remscheid. Für die Einsatzkräfte galt es, die unterschiedlichen Bedürfnisse der Menschen zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren. Neben warmen Mahlzeiten und Getränken ging es deshalb auch um persönliche Anliegen, Sorgen und ganz praktische Probleme.

Vieles kann zusammenkommen

Es sind oft vermeintlich kleine Dinge, die in einer Ausnahmesituation große Bedeutung bekommen. Was passiert, wenn dringend benötigte Medikamente fehlen? Wer hilft, wenn das Mobiltelefon keinen Akku mehr hat und damit möglicherweise die einzige Verbindung zu Angehörigen wegfällt? Und wie reagieren die Helferinnen und Helfer, wenn plötzlich medizinische Beschwerden auftreten?

Auch solche Situationen waren Bestandteil der Übung. Fehlende Medikamente, ein nicht vorhandenes Ladekabel und simulierte medizinische Probleme verlangten den Einsatzkräften kluge Lösungen ab. Dabei zeigte sich, dass eine funktionierende Betreuung nicht allein von Material, Räumlichkeiten und eingespielten Abläufen abhängt. Ebenso entscheidend sind Aufmerksamkeit, Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit, auch unter besonderen Bedingungen auf individuelle Bedürfnisse einzugehen.

Betreuungsplatz für bis zu 500 Menschen

Hinter dem sogenannten BTP 500 steht ein umfangreiches Katastrophenschutzkonzept. Es sieht vor, bis zu 500 unverletzte, aber von einem Schadensereignis betroffene Menschen aufzunehmen, zu registrieren, zu betreuen, unterzubringen und zu versorgen. Im Märkischen Kreis besteht die hierfür vorgesehene Einheit aus 72 Einsatzkräften. Sie setzt sich insbesondere aus ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern der DRK-Ortsgruppen Altena, Balve, Herscheid, Kierspe, Meinerzhagen, Plettenberg und Werdohl zusammen. Ergänzt wird die Struktur durch ein Führungsfahrzeug, das vom DRK Lüdenscheid besetzt wird, sowie einen Verbandsführer aus dem DRK-Kreisverband.

Eine besondere Herausforderung liegt im Zusammenspiel der verschiedenen Einheiten. Denn die Einsatzkräfte kommen aus unterschiedlichen Orten des Märkischen Kreises und müssen im Einsatzfall innerhalb kurzer Zeit als gemeinsames Team funktionieren. Zuständigkeiten müssen klar sein, Informationen zuverlässig weitergegeben und Abläufe aufeinander abgestimmt werden. „Gerade deshalb sind Übungen dieser Größenordnung unverzichtbar“, sagt Kreisbrandmeister Michael Kling. Sie schaffen die Möglichkeit, das Zusammenwirken unter möglichst realistischen Bedingungen zu erproben und Erfahrungen zu sammeln, bevor es tatsächlich auf jede Minute ankommt.

Positive Bilanz

Insgesamt waren 130 Personen (Einsatzkräfte) an der Übung beteiligt. Die Bilanz fällt positiv aus. Die Einsatzkräfte konnten die gestellten Aufgaben bewältigen und die Betreuung der angenommenen Evakuierten sicherstellen. Zugleich lieferte die Übung wertvolle Erkenntnisse darüber, an welchen Stellen einzelne Abläufe noch verbessert werden können.

Pressekontakt: Alexander Bange / 02351 966 6150


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Zum Glück nur eine Übung: Nach einem Großbrand suchen zahlreiche Menschen Schutz und eine Unterkunft, hier in der Gesamtschule Kierspe. Foto: Alexander Bange / Märkischer Kreis

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Zum Glück nur eine Übung: Nach einem Großbrand suchen zahlreiche Menschen Schutz und eine Unterkunft, hier in der Gesamtschule Kierspe. Foto: Alexander Bange / Märkischer Kreis


Registrierung der schutzsuchenden Personen in der Gesamtschule Kierspe. Rechts im Bild Kreisbrandmeister Michael Kling. Foto: Alexander Bange / Märkischer Kreis

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Registrierung der schutzsuchenden Personen in der Gesamtschule Kierspe. Rechts im Bild Kreisbrandmeister Michael Kling. Foto: Alexander Bange / Märkischer Kreis


Erprobt wurden die Abläufe eines Krisen-, Informations- und Ersthilfe-Zentrums (KIEZ) sowie die Strukturen des Betreuungsplatzes 500 (BTP 500). Die Aufgabe: Menschen aufnehmen, registrieren, versorgen und ihnen in einer außergewöhnlichen Belastungssituation Orientierung und Sicherheit geben. Foto: Alexander Bange / Märkischer Kreis

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Erprobt wurden die Abläufe eines Krisen-, Informations- und Ersthilfe-Zentrums (KIEZ) sowie die Strukturen des Betreuungsplatzes 500 (BTP 500). Die Aufgabe: Menschen aufnehmen, registrieren, versorgen und ihnen in einer außergewöhnlichen Belastungssituation Orientierung und Sicherheit geben. Foto: Alexander Bange / Märkischer Kreis


Zum Glück nur eine Übung: Auch verletzte Personen wurden betreut und versorgt. Foto: Alexander Bange / Märkischer Kreis

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Zum Glück nur eine Übung: Auch verletzte Personen wurden betreut und versorgt. Foto: Alexander Bange / Märkischer Kreis