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Meldung vom 12.10.2017
Ungleiche Lebensbedingungen – ungerechte Entwicklungs- und Bildungschancen
Erster integrierter Gesundheits- und Bildungsbericht für Kinder

Zum ersten Mal legt der Kreis Recklinghausen mit dem 218 Seiten starken Werk einen Integrierten Gesundheits- und Bildungsbericht vor, der die Bereiche Gesundheit und Bildung von Kindern im Sozialraum zusammenführt. Die vergangenen Berichte über die Lebenswelten der Kinder waren entweder aus der Perspektive der Bildung oder der Gesundheit geschrieben. Nun wurden beide Bereiche zusammengeführt, verknüpft und gemeinsam interpretiert.

„Gesellschaft verändert sich ständig. Darum müssen wir regelmäßig genau hinschauen, wo wir unser Handeln ändern müssen, um allen Kindern möglichst gute Bildungschancen zu ermöglichen. Denn Bildung und Gesundheit sind der Schlüssel zu einem guten Leben“, sagt Landrat Cay Süberkrüb. Er betont, dass es wichtig ist für den Kreis Recklinghausen und für die kreisangehörigen Städte, regelmäßig ein möglichst genaues Bild von der Lebenssituation der Kinder zu haben.

Der erste integrierte Gesundheits- und Bildungsbericht zeigt: Die meisten Kinder leben in Familien, in denen sie sich gut entwickeln können. Sie werden darin gestärkt, sich auszuprobieren, ihre Neigungen zu entdecken und ihre Fähigkeiten zu entwickeln. Diese Kinder zeigen bei den Schuleingangsuntersuchungen, dass sie ein gutes Fundament haben, um ihren schulischen Bildungsweg zu beginnen.

„Wir müssen aber auf die Kinder besonders achtgeben, die in belastenden sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen aufwachsen“, betont Dr. Sabine Wadenpohl, die den Bericht erarbeitet hat. „Denn bei ihnen zeigen sich bereits bei den Schuleingangsuntersuchungen häufiger Entwicklungsverzögerungen oder gesundheitliche Probleme. Für diese Kinder ist auch das Risiko größer, dass sie einen sonderpädagogischen Förderbedarf in den Bereichen Lernen oder Emotionale und soziale Entwicklung benötigen.“

Rund 4.600 Kinder, die derzeit die Grundschulen im Kreis Recklinghausen besuchen, hatten bei den Einschulungsuntersuchungen eine ausgeprägte sprachliche Entwicklungsverzögerung. Damit haben 25% der Einschulungskinder Probleme, dem deutschsprachigen Schulunterricht folgen zu können. 15% der Kinder zeigen auch in anderen, nicht sprachlichen Bereichen, einen ausgeprägten Entwicklungsrückstand.
Dabei handelt es sich nicht nur um Kinder aus zugewanderten Familien, in denen die Kinder nicht ausreichend Deutsch lernen können. Denn es ist nicht vorrangig die Familiensprache, die einen Einfluss auf die Entwicklung und auf den schulischen Werdegang der Kinder hat. Vielmehr hängt es davon ab, welchen Bildungsstand die Eltern haben und wie sehr sie sich darum kümmern können, dass ihre Kinder gefördert werden.

Die ungleichen Lebensbedingungen sind für viele Kinder mit ungerechten Entwicklungschancen verbunden. Es beginnt bereits damit, dass Kinder später in die Kita gehen, obwohl sie nachweislich von einem möglichst frühen Kitaeintritt profitieren. Und es setzt sich darin fort, dass auch die Grundschulempfehlungen für den weiteren Schulbesuch eng damit verbunden sind, in welchem Stadtteil sich die Schule befindet und wie stark dieser Stadtteil von sozialen und strukturellen Problemlagen geprägt wird.

Die Regionale Bildungskonferenz „Gute Bildung und Gesundheit im Sozialraum“ am Donnerstag, 19. Oktober 2017, ist das Forum, auf dem der Bericht öffentlich präsentiert wird. In Fachvorträgen und Impulsforen greifen Referentinnen und Referenten aus den Bereichen Gesundheit und Bildung Themenschwerpunkte auf und beleuchten sie aus ihren jeweiligen professionellen Blickwinkeln.

„Es ist wichtig, dass wir mit den Ergebnissen arbeiten“, sagt Dr. Richard Schröder, Leiter des Fachbereichs Gesundheit, Bildung und Erziehung, „Deshalb wird es auf der Regionalen Bildungskonferenz auch darum gehen, wie die Kinder noch besser erreicht werden können, die auf eine besondere Unterstützung angewiesen sind. Hier müssen alle Akteure des Regionalen Bildungsnetzwerkes und Verantwortliche kommunaler Präventionsketten an einem Strang ziehen “

Weitere Informationen zur Bildungskonferenz sind auf der Kreisseite www.kreis-re.de zu finden.

Der integrierte Gesundheits- und Bildungsberichtist auch online zu finden: http://recklinghausen.rbn.nrw.de/info/gub.pdf

 



Pressekontakt: Öffentlichkeitsarbeit, Svenja Küchmeister, Telefon: 02361/534512, E-Mail: svenja.kuechmeister@kreis-re.de

Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgendes Medium anbieten:

Gesundheit und Bildung von Kindern im Sozialraum (10/2017)
Landrat Cay Süberkrüb und Dr. Sabine Wadenpohl, die den Bericht erarbeitet hat, mit dem druckfrischen Exemplar.

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Herausgeber:
Kreis Recklinghausen
Öffentlichkeitsarbeit
45655 Recklinghausen
Telefon: 0 23 61 / 53 45 12
Web: http://www.kreis-re.de
E-Mail: svenja.kuechmeister@kreis-re.de

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