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Münster, 13.12.2018

Mit Wort(aber)witz und Wucht
Poesiepreis der Stadt Münster an den russisch-amerikanischen Lyriker Eugene Ostashevsky und seine Übersetzerinnen Monika Rinck und Uljana Wolf / Festakt am 26. Mai beim Lyrikertreffen

 Münster (SMS)  Der russisch-amerikanische Dichter, Übersetzer und Literaturprofessor Eugene Ostashevsky wird mit dem Preis der Stadt Münster für Internationale Poesie ausgezeichnet. In ihrer Begründung würdigt die Jury „die polyphone und polyglotte Sprachakrobatik und den Formenreichtum eines Autors, der virtuos alle Gattungsregister zieht - von Kinder- und Piratenlied über Traktat und Ballade bis zu Hip Hop und Rap“. Geehrt werden Ostashevsky und dessen Übersetzerinnen Monika Rinck und Uljana Wolf für den zweisprachigen Gedichtband „Der Pirat, der von Pi den Wert nicht kennt“ (2017, Verlag kookbooks, Berlin). Der Rat der Stadt hat den Vorschlag der Jury bestätigt.

Eugene Ostashevsky ist elf Jahre alt, als er seine Geburtsstadt Leningrad verlässt und mit seinen Eltern in die USA emigriert. Im New Yorker Stadtteil Brooklyn wächst er zweisprachig auf, wird während seiner Studienzeit Mitglied im Schriftstellerkollektiv 9x9 Industries und schließt sich Vainglorios an, einer Performance-Künstlergruppe. Heute lehrt er Literatur an der New York University. Neben einer Anthologie und weiteren Übersetzungen aus dem Russischen und Italienischen liegen von ihm mehrere Gedichtbände und Chapbooks (Lesehefte) vor.  

„Veritabler Piratenschatz immer neuer Rhythmen und Reime“

Der 50-Jährige dichtet und übersetzt zwischen Welten und Traditionen, er spielt mit Sprache. Auch in seinem vierten Gedichtband, der während eines Stipendienaufenthalts 2014 in Berlin entstand:  Eugene Ostashevsky verstrickt  einen Seeräuber und einen Papagei in surreal-gewitzte Gespräche, in einen absurden poetischen Dialog. „Ein veritabler Piratenschatz immer neuer Rhythmen und Reime“, meint die Jury. Der Dichter kombiniere lyrische wie prosaische Fragmente aus unterschiedlichsten Sprachen, Sprachstufen und Sprachsystemen - teils ironisch gebrochen, entstellt oder zerlegt, doch immer „mit Wort(aber)witz und Wucht“.         

Übersetzungsleistung ein „Glücksfall“

Von einem „Glücksfall“ spricht die Poesiepreisjury mit Blick auf die Übersetzungsleistung. Monika Rinck und Uljana Wolf hätten dem sprachspielerischen Parforceritt Ostashevskys mit einem „Höchstmaß an Geist und Witz die Tore der deutschen Sprache geöffnet“. Beide arbeiten als Übersetzerinnen und blicken auf ein umfangreiches eigenes lyrisches Werk. Monika Rinck und Uljana Wolf sind Trägerinnen bedeutender Literaturpreise.  

Info: Die seit 1993 im Biennale-Rhythmus verliehene Auszeichnung der Stadt Münster ist mit insgesamt 15 500 Euro dotiert und entfällt je zur Hälfte auf den Autor und die Übersetzerinnen. Jurymitglieder sind: Urs Allemann, Dr. Maren Jäger, Cornelia Jentzsch, Johann Peter Tammen, Norbert Wehr  und - mit beratender Stimme - Bürgermeisterin Beate Vilhjalmsson. Der Preis wird zum Abschluss des Internationalen Lyrikertreffens  am 26. Mai 2019 in Münster vergeben. Preisträger  waren zuletzt der Dramatiker und Dichter Jon Fosse (Norwegen) mit Übersetzer Hinrich Schmidt-Henkel.

 

     

 



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