Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor - Preisverleihung am 9. März 2019

18. Februar 2019.

Sibylle Berg wird am Samstag, 9. März 2019, mit dem Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor ausgezeichnet. Oberbürgermeister Christian Geselle lädt dazu für 17 Uhr ins Kasseler Rathaus ein. Die Schriftstellerin erhält den Preis für den grotesk-komischen und aufklärerischen „Katastrophenschutz“ ihrer erfolgreichen Romane, Theaterstücke und Kolumnen. Die Laudatio auf Sibylle Berg hält die Schauspielerin Katja Riemann.

Zugleich wird der Förderpreis Komische Literatur an den Roman- und Theaterautor Jakob Nolte für sein bisheriges Werk „zwischen schwarzer Phantasie und buntem Unsinn“ vergeben. Loben wird ihn Benjamin Vieth vom Verlag Matthes & Seitz Berlin, der seinen Vorschlag für den Förderpreis gegenüber gut vierzig weiteren Verlagen durchbrachte.

Sibylle Berg und Jakob Nolte lesen Kostproben aus ihrem Werk. Für elektro-musikalische Zwischenspiele sorgt die Band KREIDLER (Thomas Klein, Alexander Paulick, Andreas Reihse, Detlef Weinrich) aus Düsseldorf und Berlin; KREIDLER haben mit Sibylle Berg zusammengearbeitet.

Die Preisverleihung ist für alle Interessierten öffentlich. Da es keine Sitzplatzgarantie gibt, wird ein rechtzeitiges Erscheinen empfohlen.

Sibylle Berg

geboren in Weimar, schreibt Romane, Kurzprosa, Theaterstücke, Hörspiele, Songtexte, Essays und ist als Regisseurin und Kolumnistin tätig. Für ihre multimedialen Lesungen arbeitete sie mit Künstlern wie Katja Riemann, Matthias Brandt, Mary Ocher, Christian Ulmen, Jan Böhmermann oder der Band KREIDLER zusammen. An der ZDF-Talkshow „Schulz und Böhmermann“ ist sie seit 2016 mit eigenen satirischen Texten beteiligt. In der Begründung des Stiftungsrates zur Wahl von Sibylle Berg heißt es: „In virtuos rhythmisierter Sprache will sie ihre Leser durch bitteres Lachen wachrütteln. Dabei kennt sie kein Erbarmen im satirisch-sarkastischen Kampf gegen saturierte Behäbigkeit. Das macht ihre Texte zu Meisterwerken der aufklärerischen Groteske.“

Jakob Nolte

geboren 1988, wuchs in Barsinghausen am Deister auf. Seine Theaterstücke wurden mehrfach prämiert und an zahlreichen Bühnen Europas gespielt. Sein Debütroman ALFF wurde mit dem Kunstpreis Literatur 2016 ausgezeichnet und der Roman Schreckliche Gewalten 2017 für den Deutschen Buchpreis 2017. Der Stiftungsrat wählte Nolte aus Vorschlägen von 43 Verlagen und begründet dies unter anderem so: „Das Komische drängt sich hinein in die Erzählung, mal groß, mal klein, mal schön, mal schaurig, auch entlarvend politisch, dabei niemals laut, sondern schleichend und oft genug verstörend und verwirrend.“

Zum Hintergrund

Der Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor, 1985 erstmals vergeben, wurde der Stadt Kassel von der Stiftung Brückner-Kühner zum Geschenk gemacht. Er ist mit 10.000 Euro dotiert und wird Sprachkünstlerinnen und -künstlern (im ersten Jahrzehnt des Preises auch Literaturwissenschaftlern) zugesprochen, deren Werk sich auf hohem künstlerischen Niveau durch Humor, Komik und Groteske auszeichnet. Seit 1985 erhielten folgende Personen die Kasseler Auszeichnung: Loriot, Eike Christian Hirsch, Ernst Jandl, Wolfgang Preisendanz, Irmtraud Morgner, Ernst Kretschmer, Robert Gernhardt, Walter Hinck, Christoph Meckel, Volker Klotz, Hanns Dieter Hüsch, Karl Riha, Max Goldt, Franzobel, Ingomar von Kieseritzky, Peter Bichsel, George Tabori, Franz Hohler, Eugen Egner, Ror Wolf, Katja Lange-Müller, Gerhard Polt, F.W. Bernstein, Peter Rühmkorf, Herbert Achternbusch, Thomas Kapielski, Ulrich Holbein, Wilhelm Genazino, Dieter Hildebrandt, Frank Schulz, Wolf Haas, Karen Duve und zuletzt Eckhard Henscheid.

Der Förderpreis Komische Literatur zum Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor wird an deutschsprachige Autorinnen und Autoren verliehen, die noch in einer frühen Phase ihres Schaffens stehen. Der Stiftungsrat wählt die Preisträger aus Vorschlägen, die von Verlagen eingereicht werden. Bislang wurden folgende Personen ausgezeichnet: Frank Schulz (1999), Jochen Schmidt (2004), Tilman Rammstedt (2005), Jess Jochimsen (2006/2007), Philipp Tingler (2008), Michael Stauffer (2009), Rebekka Kricheldorf (2010), Jan Neumann (2011), Tino Hanekamp (2012), Wolfram Lotz (2013), Arno Camenisch (2015), Kirsten Fuchs (2016), Ferdinand Schmalz (2017) und Dagmara Kraus (2018)

Die Jury bzw. der Stiftungsrat besteht aus der Lektorin Friederike Emmerling, der Lektorin Dr. Renate Jakobson, dem Schriftsteller Ingomar von Kieseritzky, dem Literaturwissenschaftler und Autor Christian Maintz, dem Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Dr. h.c. Walter Pape (Vorsitz), dem Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Uwe Wirth und dem Direktor des Hauses für Poesie in Berlin Dr. Thomas Wohlfahrt. Die jeweilige Preisträgerin bzw. der Preisträger gehört für ein Jahr ebenfalls dem Stiftungsrat an.

Die Stiftung Brückner-Kühner

wurde 1984 von dem Schriftstellerpaar Christine Brückner und Otto Heinrich Kühner (beide 1921-1996) ins Leben gerufen und ist heute ein Literaturzentrum für die Kultur des Komischen, für zeitgenössische internationale Poesie sowie für die Erinnerung an Werk und Leben des Stifterpaares in dessen Wohnhaus. Geschäftsführender Kurator ist der Literaturwissenschaftler Dr. Friedrich Block.

Weitere Informationen unter <www.brueckner-kuehner.de>.

 

 

 

 

 

 

 

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