Presse-Information
30.06.2016 | Wolfsburg

Das Forum Architektur blickt auf 15 Jahre zurück

Baukultur mit eigenem Stellenwert im Kulturleben der Stadt

Das Forum Architektur der Stadt Wolfsburg wurde am 1. Juli 2001 gegründet, eine Einrichtung zur Vermittlung von Architektur und Städtebau. Damit ist es eine der ältesten öffentlichen Baukultureinrichtungen, aus der Taufe gehoben vor den Initiativen auf Landes- und Bundesebene und in der Architekturwelt bundesweit vernetzt. Wolfsburg gilt als Vorreiter, denn seit 15 Jahren hat hier die Baukultur ihren eigenen Stellenwert im Kulturleben der Stadt neben den klassischen Ressorts Literatur, Musik, Kunst und Geschichte.

 

Entstanden ist die kleine Institution Ende der 1990er Jahre aus einem vermehrten Bedarf am Institut für Museen und Stadtgeschichte unter der damaligen Leitung von Dr. Klaus-Jörg Siegfried. Anfragen nach Ausstellungs- und Forschungsprojekten, Hochschulexkursionen und Publikationen machten deutlich, dass die architektonische Besonderheit der Stadt als seltene Stadtneugründung des 20. Jahrhunderts mit wichtigen Einzelbauten von Alvar Aalto, Hans Scharoun, Zaha Hadid unter anderem weithin wahrgenommen wird und zur Auseinandersetzung anregt.

 

In den Anfangsjahren spielte die Vermittlung und Kommunikation des Bauprojekts Phaeno unter dem Projektleiter und Kulturdezernenten Dr. Wolfgang Guthardt eine zentrale Rolle. Rund 10.000 interessierte Bürger wurden zwischen 2001 und 2005 über die Baustelle der Experimentierwelt von Zaha Hadid geführt. 2003 fand sogar der Bundesauftakt des Tages der Architektur in Wolfsburg statt. Seitdem ist die Themenvielfalt mit jedem Jahr größer geworden.

 

Seit Anfang 2006 ist das Forum Architektur organisatorisch im Baudezernat der Stadt Wolfsburg angesiedelt und direkt der Stadtbaurätin zugeordnet. Eine Arbeitsgruppe Baukultur vernetzt die Arbeit mit den anderen Fachbereichen: Hochbau, Stadtplanung, Denkmalpflege und Grün. Auch die Arbeit des Gestaltungsbeirats wird durch das Forum Architektur koordiniert.

 

„Auf diese Weise gelingt es uns, die baukulturellen Projekte nicht als Zusatz zu sehen, sondern aus den Aufgaben der Bauverwaltung heraus gemeinsam zu entwickeln“, unterstreicht Monika Thomas. „Unser ‚Modell Wolfsburg‘ gilt hier als Vorbild bundesweit.“ Im Alvar-Aalto-Kulturhaus findet sich die Einrichtung an zentraler Stelle mit einem Schaufenster zum Rathausplatz.

 

Es geht einerseits um die bewusste Darstellung Wolfsburgs als Architekturstadt mit einer touristischen Komponente und einem breiten Angebot an Gebäudeführungen, Architekturspaziergängen und städtebaulichen Rundfahrten für Gäste aus dem In- und Ausland. Ebenso wichtig ist die Sensibilisierung der Bürgerinnen und Bürger der Stadt für die Besonderheit Wolfsburgs als „funktionale Stadt“ des 20. Jahrhunderts mit ihren neuen stadtplanerischen Ideen und Werten. Denn die Suche nach Identität ist nach 78 Jahren Stadtgeschichte noch immer ein Thema. Unterschiedliche Jahresschwerpunkte von der „Green City“ bis zum Wohnungsbau sprechen mit ihrem Programm eine große Bandbreite von Menschen an: Fachleute und Kulturinteressierte gehören dazu ebenso wie Schulklassen und Studenten.

 

„Den Menschen ist oft nur wenig bewusst, welch großen Einfluss der gebaute Raum auf ihr Leben hat. Wenn es uns gelingt, dass sie ihre Umgebung bewusster wahrnehmen und künftig mit offenen Augen durch die Stadt laufen, dann gehen wir zufrieden nach Hause“, weiß Nicole Froberg, die das Forum Architektur von Beginn an aufgebaut hat und bis heute leitet.

 

Wichtige Projekte der Vergangenheit waren die Ausstellung zum 70jährigen Stadtjubiläum in Baucontainern auf dem Rathausplatz 2008, oder der Ideenwettbewerb für Grundschulen 2010 mit dem Titel „Schule baut“. 2012 führte die temporäre Konstruktion „Shortcut“ über die Dächer des Alvar-Aalto-Kulturhauses und ermöglichte einen neuen Blick auf die zentrale Dachterrasse.

 

Regelmäßige Formate sind die Vortragsreihe „Forum am Mittwoch“, die es seit zehn Jahren regelmäßig gibt, und der „Bausommer“, der auch in diesem Jahr aktuelle Bauprojekte der Stadt für Besucher zugänglich macht. Mit verschiedenen Partnern wurden in den vergangenen Jahren Publikationen zu Städtebau und Architektur in Wolfsburg erarbeitet, die sensibilisieren möchten für die Themen Planung, Herstellung und Nutzung der gebauten Umwelt. Dazu zählt auch der „Architekturführer Wolfsburg“.

 

Bereits im zehnten Jahr gibt es den studentischen Ideenpreis der Stadt Wolfsburg. Unter dem Titel „Wolfsburg Award for urban vision“ wird seit 2015 europaweit ausgelobt und führte zuletzt Studierende der Universität Florenz nach Wolfsburg. Im Themenbereich „Stadt, Raum, Geschichte“ fördert und prämiert der Wettbewerb Hochschularbeiten, die sich mit der Stadt beschäftigten. Hinzu kommen vielfältige Modell- und Forschungsprojekte, die durch das Forum Architektur betreut beziehungsweise begleitet werden.

 

Zusätzlich zur Arbeit in Wolfsburg hat das Forum Architektur 2010 die Geschäftsstelle des Netzwerk Baukultur in Niedersachsen mit finanzieller Unterstützung des Landes aufgebaut. Als Organisations- und Kommunikationsplattforum bringt sie über 200 Baukultureinrichtungen und –interessierte im Land Niedersachsen zusammen.

 

Weitere Information unter www.wolfsburg.de/architektur.

 

Foto 1: Bauprojekt phaeno, 2001-2005. Die Architektur von Zaha Hadid stand im Mittelpunkt des Medieninteresses. Rund 10.000 Laien und Fachinteressierte wurden über die Baustelle geführt. Foto: privat

Foto 2: „Typisch Wolfsburg! Vom Werden einer neuen Stadt“, 2008. Die Ausstellung zum 70jährigen Stadtjubiläum startete in sieben Baucontainern auf dem Hollerplatz, die anschließend über das Stadtgebiet verteilt wurden. Foto: Klaus Gottschick.

Foto 3: „Schule baut“. Ideenwettbewerb für Grundschulen. Der damalige Oberbürgermeister Rolf Schnellecke und Stadtbaurätin Monika Thomas beim Projektstart an der Laagbergschule, 2010. Foto: Lars Landmann

Foto 4: Die Architekturinstallation „Shortcut“ am Alvar-Aalto-Kulturhaus, 2012. Das temporäre Projekt führte über die Dächer auf die sanierte und reaktivierte Dachterrasse, wo ein Sommercafé mit vielen Veranstaltungen zum Verweilen einlud. Foto: Lars Landmann

Foto 5: Oberbürgermeister Klaus Mohrs bei der Preisverleihung des „Wolfsburg Award for urban vision“, 2015. Der Hochschulwettbewerb wurde zum ersten Mal europaweit ausgelobt. Foto: Lars Landmann

Foto 6: Workshop mit Studierenden der Universität Florenz im Alvar-Aalto-Kulturhaus, 2016. Sechzig Architekturstudenten arbeiteten hier an städtebaulichen Plänen und Konzepten. Foto: Forum Architektur

Foto 7: Gebäudeführung im Theater von Hans Scharoun. Rund 1.500 Architekturbesucher hat das Forum Architektur in der ersten Jahreshälfte 2016 betreut. 20 Prozent der Führungen finden in englischer Sprache statt. Foto: Lars Landmann

Pressekontakt: Stadt Wolfsburg, Kommunikation, Ralf Schmidt, Telefon (05361) 28-1635

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