Presse-Information
22.08.2017 | Wolfsburg

Hoffmann und die Brüder Grimm. Freundschaft in bewegten Zeiten

Sonderausstellung im Hoffmann-von-Fallersleben-Museum eröffnet

Wer ist nicht mit „Rotkäppchen“, „Schneewittchen“ oder „Aschenputtel“ aufgewachsen, also den „Kinder- und Hausmärchen“ von Wilhelm und Jacob Grimm? Wer kennt nicht „Alle Vögel sind schon da“, „Ein Männlein steht im Walde“ oder die deutsche Nationalhymne aus der Feder Hoffmanns von Fallersleben? Doch wer waren die Brüder Grimm und wie war ihre Beziehung zu Hoffmann von Fallersleben? Wie standen sie zu den politischen Verhältnissen ihrer Zeit? Was waren ihre Hoffnungen für die Zukunft? Und wie schufen sie die großen Werke wie das Deutsche Wörterbuch?

Diesen Fragen geht das Hoffmann-von-Fallersleben-Museum vom 22. August bis 28. Januar 2018 in der Sonderausstellung „Hoffmann und die Brüder Grimm. Freundschaft in bewegten Zeiten“ nach. Die Ausstellung beleuchtet die vielschichtigen Aspekte ihrer langen, wenn auch mitunter nicht spannungsfreien Freundschaft. Dabei erzählt sie von der Leidenschaft dieser drei außergewöhnlichen Persönlichkeiten für die deutsche Sprache, von ihrem Engagement für ein freies und geeintes Deutschland und erinnert nicht zuletzt an das bedeutende kulturelle Erbe, das sie uns hinterlassen haben. Neben Exponaten und reichhaltigem Bildmaterial aus verschiedenen deutschen Museen und Institutionen laden auch Höreindrücke und bewegte Bilder die Besucherinnen und Besucher zum Entdecken ein.

„Liegt Ihnen Ihr Vaterland nicht näher?“ - mit dieser Frage soll Jacob Grimm den damals jungen Hoffmann zum Studium der deutschen Sprache, Literatur- und Kulturgeschichte bewegt haben. Die Brüder Grimm gelten als Mitbegründer der Germanistik, Hoffmann machte sich u. a. durch seine grundlegende Forschung in der Niederlandistik einen Namen. Weniger bekannt ist, wie wissenschaftliche Arbeit, persönliche Beziehungen und politisches Engagement eine Einheit bildeten. Dabei wird deutlich, welche Rolle Netzwerke lange vor Erfindung des Internets spielten.

Die Ausstellung zeigt die Vielzahl der Berührungspunkte: Denn die drei tauschten sich über wissenschaftliche Fragen aus und Hoffmann sandte auch Beiträge für das „Deutsche Wörterbuch“ der Brüder. Hoffmann war Dichter politischer Lieder, die Brüder Grimm Mitglieder der „Göttinger Sieben“ und Jacob sogar Abgeordneter der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche. Mit ihrem Bestreben nach Freiheit und politischer Einheit sind alle drei Vertreter einer Traditionslinie, die noch bis in unsere Gegenwart nachwirkt.

Erzählt werden hier auch Geschichten von einschneidenden Erlebnissen und persönlichen Verletzungen unter schwierigen politischen Verhältnissen. So wurde Hoffmann mit dem wütenden Lied „Knüppel aus dem Sack“, das die Entlassung der Brüder aus dem Universitätsdienst nach dem Protest der „Göttinger Sieben“ kommentierte. Die sogenannte „Hoffmann von Fallersleben-Affäre“ führte schließlich zu einem tiefen Riss in der Beziehung zwischen Hoffmann und den Brüdern Grimm, den nur Jacob Grimm – im Interesse der Freundschaft und der für Deutschland so wichtigen Arbeit – zeittypisch mit einem Brief wieder überwand.

Die dieser Ausstellung vorausgehenden intensiven wissenschaftlichen Recherchen und der hohe organisatorische Aufwand der Zusammenarbeit mit einer Vielzahl deutscher Museen und Institutionen war nur möglich durch die Förderung der Ausstellung durch den Lüneburgischen Landschaftsverband und die Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten (ALG).

(Gebrüder Grimm) Jacob und Wilhelm Grimm, Handpressen-Kupferdruck nach der Daguerreotypie, Historische Museen Wolfsburg
(Märchen) „Kinder- und Hausmärchen von Jacob und Wilhelm Grimm“, Ausgabe von 1864, Historische Museen Wolfsburg, Foto: Meike Netzbandt
(Göttinger Sieben) Pfeifenkopf mit Darstellung der „Göttinger Sieben“, Städtisches Museum Göttingen, Foto: Christian Malsch von Stockhausen
(Hoffmann Mütze) Der sehr weit verbreiteten Porträtstich zeigt Hoffmann von Fallersleben um 1840. Foto: Historische Museen Wolfsburg

Pressekontakt: Kommunikation, Elke Wichmann, Tel: 05361/28 24 93

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