Westfälische Salzwelten Bad Sassendorf

07.06.2018 | Bad Sassendorf

Erlebnismuseum Westfälische Salzwelten sucht Erinnerungen und Spuren von Bergleuten am Hellweg

Sonderausstellung "Kohle & Sole" soll im Herbst die Bezüge zwischen Bergbau und Kurorten am Hellweg zeigen

Erst kam die Kohle, dann fuhren auch die Bergleute nach (Bad) Sassendorf. Seit dem frühen 18. Jahrhundert versuchten die Siedehütten entlang des Hellwegs ihre Siedepfannen mit Kohle zu befeuern, als später die Fettkohlen aus dem Ruhrgebiet auch noch per Zug geliefert wurden, setzte sich der neue Brennstoff gegen Holz durch und das Salz wurde zurück in die Ruhrindustrie geschickt. Seit Ende des 19. Jahrhunderts kamen dann auch die Bergleute und ihre Kinder an den Hellweg.

Denn das ist ein Zusammenhang, den die Forscher und Aussteller der Industriegeschichte und der Industriekultur im Ruhrgebiet selten auf dem Schirm haben: Als Reaktion auf prekäre Lebens- und Umweltbedingungen im Ruhrgebiet entsandten die großen Hütten- und Bergwerksgesellschaften als Wohlfahrtsmaßnahme ihre Arbeiter in die Kur. Für deren Kinder gründeten Konzerne wie die Harpener Bergbau AG sogar Erholungsheime in Bad Sassendorf. Seit dem letzen Viertel des 19. Jahrhunderts strömten jährlich tausende Menschen aus dem Ruhrgebiet in die Bade- und Erholungsorte, die entlang des Hellwegs entstanden.

"Damit entstanden wichtige Institutionen von großer Bedeutung für die 'Volksgesundheit', die staatliche Gesundheits- und Daseinsvorsorge sowie Räume zur Erholung für die Freizeitgestaltung", erläutert Museumsdirektor Dr. Oliver Schmidt diesen Zusammenhang. "Außerdem bedeutete die organisierte Verschickung der Kinder in die Kur eine enorme Entlastung der Eltern bei deren Versorgung und damit auch finanziell. Auch für die Kinder ergab sich so die Gelegenheit, sowohl aufgepäppelt zu werden, als auch mal etwas anderes zu sehen", verweist Schmidt auf die Vielzahl von Geschichten, die Ruhrgebiet und Hellweg miteinander verbinden - nicht, ohne einzuschränken: "Für uns ist es heute schwierig nachzuvollziehen, warum Kinder mit fünf oder sechs Jahren sechs Wochen an völlig fremde Institutionen überantwortet wurden. Das war nicht immer leicht, ist aber eine Geschichte die erklärt werden muss."

Dennoch machte das Baden Bad Sassendorf und weitere Kurorte am Hellweg immer bekannter - und das war nur ein offensichtlicher Zusammenhang. Die geplante Ausstellung soll auch noch weiter in die Geschichte zurückführen, von der ersten Kohle in Sassendorf berichten, zeigen wie das Hellweg-Salz im Ruhrgebiet genutzt wurde und auch die Suche nach Kohle in der Börde behandeln. Dabei wurde stattdesseen Sole gefunden und Orte wie Bad Waldliesborn entstanden überhaupt erst. Diese geologischen Ergebnisse der Prospketion verweisen tatsächlich auch auf den aktuellen Zusammenhang zwischen dem Ende des Steinkohlenbergbaus, der Grubenwasserwirtschaft und den möglichen Auswirkungen auf das Heilwasserschutzgebiet am Hellweg. Im Herbst soll die eigentlich kleine Sonderschau zu einem großen Thema auf der Empore Salzwelten gezeigt werden. Gefördert wird das Vorhaben vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Im Vorfeld sucht das Museum nun noch geeignete Objekte, die die gemeinsame Geschichte von Kohle und Sole erzählen und insbesondere Menschen und deren Erinnerungen als Bergleute, die nach Bad Sassendorf kamen (und oftmals später dort blieben), oder von Bördianern an ihre Kurgäste aus dem Ruhrgebeit.

Wer dazu etwas zu erzählen weiß, oder Objekte zur Verfügung stellen möchte, der ist herzlich eingeladen, sich bei den Salzwelten zu melden:

info@salzwelten.de

0 29 21 94 33 4- 35

Pressekontakt: Dr. Oliver Schmidt

Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgendes Medium anbieten:

Salz aus Steinkohlenbergwerk


Herausgeber:

Westfälische Salzwelten
Dr. Oliver Schmidt, Museumsleiter
An der Rosenau 2, 59505 Bad Sassendorf
Tel. 02921-9433434
Fax 02921-9433429
schmidt@westfaelische-salzwelten.de
www.westfaelische-salzwelten.de