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Iserlohn.
Vom 17. bis 25. November fand die “Europäische Woche der Abfallvermeidung” 2018 statt. Die Stadt Iserlohn beteiligte sich gemeinsam mit der Verbraucherzentrale Iserlohn mit einer Graffiti-Aktion unter dem Motto "Ich sehe was, was Du nicht siehst. www.kmia.de" an der Aktionswoche. Um darauf aufmerksam zu machen, was sich so alles an schwer abbaubaren Fremdstoffen in der “Unterwelt Kanalisation” tummelt, wurde das Motto auf Schachtdeckeln in der Iserlohner Fußgängerzone mit Sprühkreide aufgebracht. Zudem informierten Vertreter der Verbraucherzentrale NRW und der Stadt Iserlohn während des Iserlohner Wochenmarktes auf dem Schillerplatz über die Probleme, die Müll im Abwasser bereitet.
Bernhard Oberle (Verbraucherzentrale) und die städtischen Mitarbeiter Nicole Neuhoff (Abteilungsleiterin Stadtentwässerung) und Dirk Lachmuth (Abteilung Umwelt- und Klimaschutz) sprachen mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern darüber, warum Abfälle wie Speisereste, Medikamente, Hygieneartikel und Chemikalien nicht über Toilette und Ausguss entsorgt werden sollten. „Der schwer abbaubare und nicht zersetzungsfähige Abfall muss auf der Kläranlage mit aufwendigen Verfahren wieder aus dem Wasser gefischt und herausgefiltert werden und verursacht auf dem Weg dahin Probleme in der städtischen Abwasseranlage. Essensreste sind zudem eine gute Nahrungsquelle für Ratten“, erläuterte Nicole Neuhoff.
Der hohe Reinigungsaufwand in den Kläranlagen und die Beseitigung von z.B. Ablagerungen und Verstopfungen im Kanalnetz belasten das Portemonnaie von Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie die Umwelt jedoch gleichermaßen. „Jeder kann dazu beitragen, das Abwasser so wenig wie möglich zu verschmutzen. Abhilfe schafft schon ein Mini-Mülleimer im Bad, um etwa Feuchttücher oder Hygieneartikel für die Restmülltonne darin zu sammeln“, zeigte Dirk Lachmuth Verbrauchern wie es geht, Toiletten und Abflüsse nicht als Mülleimer zu benutzen.
„Medikamente, die ins Abwasser gegeben werden, lösen sich darin auf und sind oft gar nicht mehr zu entfernen. Das führt dazu, dass unser Grundwasser zunehmend mit solchen Rückständen belastet ist“, verdeutlichte Umweltberater Bernhard Oberle. „Alte Medikamente können bei den Bringhöfen kostenlos abgegeben werden. Auch manche Apotheken nehmen sie zurück, sind dazu aber nicht verpflichtet. Als letzte Möglichkeit bleibt die graue Restmülltonne, in die Pillen und Fläschchen sicher verpackt und vor dem Zugriff von Kindern geschützt eingeworfen werden können.“
Weitere Informationen der Verbraucherzentrale NRW zur Vermeidung von Müll im Abwasser finden Interessenten unter www.kmia.de.
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