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06. Februar 2019
Mit „Zukunft Hanau“ startet ein neuer Stadtentwicklungsprozess
Positive Resonanz auf Infoveranstaltung für Hanauer Mandatsträger
Die Beteiligung der Bürgerschaft an der Stadtentwicklung hat in Hanau Tradition: Seit der Umgestaltung der Innenstadt ab 2008 sind Meinungen und Anregungen der Hanauerinnen und Hanauer wichtige Säulen des Entwicklungsprozesses. Der jetzt an die Umgestaltung anschließende Prozess „Zukunft Hanau“ will den Kurs der Stadt gezielt auf Herausforderungen und Entwicklungspotenziale der Zukunft ausrichten – und setzt dabei erneut auf die Beteiligung der Menschen dieser Stadt. Im ersten Schritt hatten die Mitglieder der kommunalpolitischen Gremien die Gelegenheit , sich mit den Themen auseinanderzusetzen, die die Stadt als unerlässliche Handlungsfelder für zukünftige Entwicklungen sieht. Am letzten März-Wochenende wird dann eine umfassende Veranstaltung für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger stattfinden.
„Wir knüpfen bewusst an die guten Erfahrungen aus den Zeiten des Stadtumbaus an“, erklärt Oberbürgermeister Claus Kaminsky und ergänzt: „Stadtentwicklung ist eine öffentliche Angelegenheit, die eine öffentlichen Diskurs erfordert. Dieser kann mit seiner eigenen - nicht planbaren und nicht geplanten - Dynamik am ehesten mit dem hohen Tempo der Veränderungen Schritt halten.“ Der jetzt angestoßene Prozess werde die vorhandenen Spannungsbögen aufgreifen und am Ende zu ganz unterschiedlichen Formaten führen. „Diese sollen nach unseren Vorstellungen von möglichst vielen Akteuren unserer Stadtgesellschaft bearbeitet und mit Leben erfüllt werden.“ Dabei gelte ausnahmsweise, dass dabei Quantität der sicherste Weg hin zur Qualität ist. Er hoffe deshalb auf eine möglichst rege Beteiligung und viele Ideen aus der Stadtgesellschaft.
Im Ergebnis sollen die Impulse in kommunalpolitisches Handeln münden: in konkrete Projekte, bereitgestellte Haushaltsmittel und sich verändernde Prioritäten. Kaminsky ist es aber wichtig zu betonen, dass der Prozess inhaltlich und zeitlich offen gestaltet werden soll. „Wir werden am Ende kein Leitbild und auch keinen Masterplan erarbeiten und beschließen. Denn Zukunft ist gestaltbar, aber nicht planbar.“
Dabei werde auch berücksichtigt, dass Hanau keine Insel sei. Megatrends wie Digitalisierung, Globalisierung und Klimawandel betreffen auch die Brüder-Grimm-Stadt und erfordern adäquate, zukunftsgerichtete Maßnahmen. Daneben stehen der bevorstehende Großstadtstatus sowie die angestrebte Kreisfreiheit als weitere Themen, mit denen sich die Stadtgesellschaft intensiv auseinandersetzen soll, um entsprechende Entwicklungsprozesse in Gang zu setzen. „Ziele und Ideen für eine erfolgreiche Zukunft sollen Gegenstand einer ebenso konstruktiven wie kritischen Diskussion zwischen den Verantwortlichen und der Bürgerschaft sowie allen Akteuren sein“, stellt Kaminsky fest.
Auch für Martin Bieberle, Leiter des Fachbereichs Planen, Bauen & Umwelt, steht fest, dass es ‚Zukunft Hanau‘ kein festgelegter Agenda-Prozess sein wird. Stadtentwicklung sei im besten Falle ein fortwährender Prozess, der sich stetig wandeln könne, um aktuellen Veränderungen zu folgen. „Diese Dynamik wollen wir nutzen und agil agieren.“
Zukunftsforscher lobt Herangehensweise der Stadt
Rund 100 politisch Verantwortliche haben im Congress Park Hanau die Chance genutzt, sich umfassend mit dem Projekt „Zukunft Hanau“ zu beschäftigen. Ziel der Veranstaltung war es, deutlich zu machen, wie notwendig und vor allem fruchtbar ein gemeinsames Nachdenken über die Zukunft ist. „Wir wollten Verständnis für den Prozess und seine inhaltliche Ausgestaltung schaffen“, erklärt Martin Bieberle.
Um die immense Bedeutung solcher Fragen einordnen zu können, erörterte der Zukunftsforscher Klaus Burmeister von Foresightlab in seinem Impulsreferat Fragen wie „Welche Veränderungsprozesse in Wirtschaft und Gesellschaft sind für Stadtentwicklung relevant?“ und „Wie wollen wir in Zukunft in unseren Städten leben und arbeiten?“ Burmeister lobte ausdrücklich den Ansatz der Stadt Hanau, ihre Zukunft als wandelbaren, agilen Prozess ohne Korsett zu gestalten. „Das ist sehr mutig und in deutschen Kommunen eher selten“, so der Zukunftsforscher. „Ich bin überzeugt, dass Hanau damit genau den richtigen Weg beschreitet, er ist zumindest einer der zielführendsten, die ich kenne.“
Im weiteren Verlauf des Abends konnten sich die Gäste der Veranstaltung mit Vertreterinnen und Vertretern der Stadtverwaltung austauschen, die sich in verschiedenen Arbeitskreisen bereits intensiv mit den Handlungsfeldern für „Zukunft Hanau“ auseinandergesetzt haben. Auf acht Feldern wird die Stadt in punkto Zukunft aktiv sein: Lernen, Wohnen, Mitmachen, Arbeiten, Leben, Fortbewegen, Ungleichheit und Kreisfreiheit.
Öffentliche Veranstaltung im CPH
Diese Handlungsfelder sind es auch, die bei einer dreitägigen Veranstaltung im Congress Park Hanau vom 29. bis 31. März im Mittelpunkt stehen werden. Alle Bürgerinnen und Bürger haben dann die Gelegenheit, sich umfassend über den Stadtentwicklungs- und Dialogprozess zu informieren, um künftig mitzuwirken. Neben einem Vortragsprogramm zu einschlägigen Themen der Entwicklung städtischen Lebens werden auch Thesen und Ideen vorgestellt, wie sich Hanau in den kommenden Jahrzehnten verändern könnte. „Im Beteiligungsprozess soll sich die Stadtgesellschaft damit auseinandersetzen, welche Prioritäten wir in welchen Bereichen setzen wollen“, erklärt Martin Bieberle. „Da bei diesem Prozess alles immer im Fluss und nichts von vornherein explizit festgelegt ist, werden wir sehen, wie sich dieser Prozess entwickelt und dann entsprechende Angebote zur weiteren Beteiligung machen.“
Pressekontakt: Stadt Hanau, Güzin Langner, Telefon 06181/295-929
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