Landeshauptstadt Magdeburg: PRESSEINFORMATIONEN

Magdeburg, 05. September 2019

Arbeitsgruppe berät über Kulturhauptstadtbewerbung, Unterricht für Förderschüler und Ampeln

Am 12. September im Alten Rathaus

Die kommunale Arbeitsgruppe Menschen mit Behinderungen der Landeshauptstadt Magdeburg trifft sich am Donnerstag, den 12. September 2019 um 13.30 Uhr zu ihrer nächsten Sitzung. Sie findet im Franckesaal des Alten Rathauses statt. Wie üblich stehen Fragen der Barrierefreiheit im öffentlichen Personenverkehr, im städtischen Raum und bei öffentlich zugänglichen Gebäuden als regelmäßig wiederkehrendes Thema auf der Tagesordnung der Arbeitsgruppe. Dazu werden Vertreter der Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB), des Stadtplanungsamtes und des Tiefbauamtes erwartet.

 

Daneben wird es am 12. September speziell um Ampeln im Straßenraum und ihre Ausstattung mit akustischer Signalisierung für Blinde und Sehbehinderte gehen. Derzeit ist knapp die Hälfte der über 200 Magdeburger Ampelanlagen an Kreuzungen und Übergängen so ausgestattet. Diese sind für Betroffene zu finden, wenn sie dem ständigen Tack-Geräusch folgen, und dann per Knopfdruck einen Piepton als Freigabesignal für die nächste Grünphase auslösen.

 

Nach Beginn des neuen Schuljahres wird der Fachbereich Schule und Sport der Stadtverwaltung traditionell über den Unterricht für Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf berichten, der entweder als gemeinsamer Unterricht an einer Regelschule oder an den zehn kommunalen Förderschulen stattfindet. Diese decken die Förderschwerpunkte geistige und Lernbehinderung, Körperbehinderung, Sprachentwicklung und Verhalten/ emotionale Entwicklung ab. Für die Förderschwerpunkte Sehbehinderung und Hörbehinderung gibt es in Magdeburg keine Angebote an Förderschulen. Insgesamt handelt es sich um ca. 1.600 mehr oder weniger eingeschränkte Mädchen und Jungen, von denen bisher rund zwei Drittel an einer Förderschule lernten.

 

Die Arbeitsgruppe wird sich zudem mit der Bewerbung der Landeshauptstadt Magdeburg als Europäische Kulturhauptstadt 2025 befassen und erörtern, wie behinderte Kulturinteressierte in die Umsetzung einbezogen werden können und welche Anforderungen sich daraus ergeben, etwa im Hinblick auf die Barrierefreiheit von Angeboten.

 

 

Hintergrund:

An der kommunalen AG Menschen mit Behinderungen beteiligen sich Mitglieder von Behindertenverbänden und -vereinen, Stadträte, Mitarbeiter von Fachbereichen der Stadtverwaltung und engagierte persönlich betroffene Aktive. Die AG war 1999 als beratendes Gremium und Forum für die Belange behinderter Menschen gegründet worden.

 

Zum Jahresende 2017 lebten in Deutschland mehr als zehn Millionen Menschen mit einer anerkannten Behinderung, darunter 7,8 Millionen Schwerbehinderte. Schwerbehindert sind damit 9,4 % der Bevölkerung. Die Tendenz ist steigend. In Sachsen-Anhalt waren Ende 2018 fast 200.000 anerkannte Schwerbehinderte registriert. Das sind 9,0 % der Bevölkerung, das liegt immer noch deutlich unter dem Bundesdurchschnitt.

 

Von den rund 18.900 Magdeburger Schwerbehinderten sind rund 10.300 in ihrer Mobilität wesentlich beeinträchtigt (Merkzeichen aG und G), grob geschätzt sind mindestens 2.000 von ihnen auf einen Rollstuhl angewiesen. 265 sind blind, 197 gehörlos und fast 5.000 haben Anspruch auf die Mitnahme einer Begleitperson im ÖPNV (Merkzeichen B). Als hilflos gelten mehr als 2.200 Menschen (Merkzeichen H). Fast 2.300 Magdeburger besitzen das Merkzeichen RF und zahlen aufgrund von Seh- oder Hörbehinderung oder schwerer Behinderung einen ermäßigten Rundfunkbeitrag, soweit sie nicht wegen geringen Einkommens ganz befreit werden.

 

63,5 % der Betroffenen sind bereits 65 Jahre und älter, während nur 2,5 % jünger als 18 Jahre sind. 52 % der Behinderten sind weiblich. Mehr als 9.000 Magdeburgerinnen und Magdeburger sind pflegebedürftig. Über 3.200 von ihnen werden in mehr als 50 stationären Einrichtungen gepflegt, die übrigen in der Familie oder von ambulanten Pflegediensten.

 

An den beiden Magdeburger Werkstätten für Menschen mit Behinderungen sind fast 1.100 Betroffene beschäftigt. Rund 880 Menschen mit Behinderungen leben in stationären Einrichtungen (Heime bzw. Wohnstätten an den Werkstätten). Nach der Arbeitslosenstatistik der Agentur für Arbeit waren im Juni 2019 in Magdeburg 356 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet, darunter 131 Frauen. Das sind 3,5 % der offiziell ausgewiesenen Arbeitslosen. Rund zwei Drittel der behinderten Arbeitssuchenden sind langzeitarbeitslos und beziehen Grundsicherung beim Jobcenter (Hartz IV). Bei der Beschäftigung von Schwerbehinderten ist Sachsen-Anhalt bundesweites Schlusslicht. Die Beschäftigungspflichtigen Unternehmen beschäftigen nur 3,6 % Schwerbehinderte, im Bundesdurchschnitt sind es 4,7 %.

 

In Magdeburg lernen im laufenden Schuljahr 1.091 Mädchen und Jungen an zehn Förderschulen (67 mehr als im Vorjahr) und 519 Schülerinnen und Schüler im gemeinsamen Unterricht. Das ist ein Rückgang von 28 Kindern und Jugendlichen, die trotz Beeinträchtigung inklusiv an einer kommunalen Regelschule lernen.

 

 

Ansprechpartner:

Hans-Peter Pischner

Behindertenbeauftragter

Tel.: 0391/ 540 2342

E-Mail: behindert@magdeburg.de




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