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Stadt Hanau

 

30. Oktober 2019

Elf Kinder und ihre Familien erhalten zweites Diesterweg-Stipendium im Rahmen der Brüder-Grimm-Bildungsoffensive

- Aufnahmefeier mit vielen Gästen im Roten Saal von Schloss Philippsruhe

Tanja und Emran aus Afghanistan, Eleana aus Syrien, Saussanne und Nouir aus Marokko, Diana und Stefania aus Rumänien und weitere Kinder aus Polen, Griechenland und Deutschland haben eines gemeinsam: Sie sind aufgeweckte Viertklässler mit großen Träumen und Zielen - und sie gehen in Hanau zur Schule. Alle elf Kinder haben großes Potential. Damit sie dieses auch ausschöpfen und ihre Ziele verwirklichen können, wurde vor knapp drei Jahren die Brüder-Grimm-Bildungsoffensive mit dem Hanauer Diesterweg-Stipendium für Kinder und ihre Eltern ins Leben gerufen. Nachdem die ersten Stipendiaten das Programm in den vergangenen zwei Jahren sehr erfolgreich absolvieren konnten, und mit Hilfe der Förderung beachtliche schulische Erfolge aufwiesen, wurde nun die zweite Generation der Diesterweg-Stipendiaten im Roten Saal von Schloss Philippsruhe feierlich begrüßt. Die Paul-Hindemith-Musikschule begleitete die Veranstaltung musikalisch. Die Projektleiterin der Brüder-Grimm-Bildungsoffensive, Cindy Gresselmeyer gestaltete zudem mit den drei Jungen und acht Mädchen, die ins Stipendium aufgenommen wurden, ein kleines Rahmenprogramm.

„Das Hanauer Diesterweg-Stipendium – finanziert durch Spenden und getragen durch die Stadt Hanau und bürgerschaftlichem Engagement – soll Hanauer Kindern, die gute schulische Leistungen zeigen und sich engagieren, dabei unterstützen, ihre Potentiale auszuschöpfen und sie beim Übergang in die weiterführende Schule unterstützen. Dabei nimmt das Stipendium in Hanauer Tradition und nach dem Frankfurter Vorbild die ganze Familie in den Blick“, sagte Oberbürgermeister Claus Kaminsky. Dazu habe die Stadt Hanau die Brüder-Grimm-Bildungsoffensive mit dem Diesterweg-Stipendium ins Leben gerufen als deren Schirmherr er gerne fungiere. Die Erfahrungen der ersten Hanauer Diesterweg-Generation seien sehr positiv gewesen, fuhr Kaminsky fort. „Deswegen sind wir den Unterstützerinnen und Unterstützern auch besonders dankbar, dass wir heute eine zweite Generation Hanauer Kinder in das Hanauer Diesterweg-Stipendium aufnehmen können“, so der OB.

Hanaus Bürgermeister und Bildungsdezernent Axel Weiss-Thiel dankte dem Kooperationspartnern Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main und ihrer Vertreterin Gisela von Auer, für die Konzeption des Stipendiums und die Unterstützung und dem Verein Sprungbrett Familien- und Jugendhilfe e.V., der das Konzept im Auftrag der Stadt umsetzt. Auch dankte er der Berenbrok-Winterstein-Stiftung und den Unterstützern der Brüder-Grimm-Bildungsoffensive, die dies alles ermöglichen. „Damit diese Hanauer Kinder ihre Begabungen und sprachlichen Kompetenzen entfalten und weiterentwickeln können, werden mit Hilfe des Diesterweg-Stipendiums nach Frankfurter Vorbild nicht nur sie, sondern auch ihre Eltern und Geschwister in besonderer Weise in ihrer Bildung und gesamten gesellschaftlichen Teilhabe gestärkt werden. Da die elf Familien insgesamt 28 Kinder hätten, kämen daher insgesamt 48 Personen in den Genuss des zweiten Diesterweg-Familienstipendiums in Hanau“, so Weiss-Thiel.

"Das Diesterweg-Stipendium inzwischen in zehn deutschen Städten angekommen – und rund 3000 Menschen zählen inzwischen zur Diesterweg-Familie. Es macht mich glücklich zu sehen, wie sich das Projekt seit seiner Gründung verbreitet hat!", sagte Gisela von Auer von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main, die an der Konzeption des Stipendiums maßgeblich beteiligt war.

Die Mädchen und Jungen, die in den nächsten zwei Jahren vom Stipendium und der Bildungsoffensive profitieren werden, besuchen die vierte Klasse und stammen von sechs Hanauer Grundschulen mit besonders hohem Zuwandereranteil: Robinsonschule, Pestalozzischule, Gebeschussschule, Anne-Frank-Schule, Tümpelgartenschule oder Heinrich-Heine-Schule. Vorgeschlagen wurden sie von ihren Klassenlehrerinnen und -lehrern, die in ihnen ein besonderes Potential entdeckt haben oder den Organisatorinnen des Deutsch-Sommers, den die Stadt während der Ferien veranstaltet. Ein Gremium entschied ob das Stipendium zugeteilt wird.

„Als wir bei den Aufnahmegesprächen erfuhren, dass Mädchen oder junge Frauen auf dem Land in Afghanistan gar nicht erst die Schule besuchen dürfen oder heutzutage beispielsweise in Syrien oftmals auch gar nicht besuchen können, wurde mir noch einmal so bewusst, dass hierzulande alle Kinder zu jeder Zeit das Recht auf Bildung haben – gleich ob Junge oder Mädchen oder woher sie stammen“, berichtete Anne-Dorothea Stübing, Vorsitzende des Präventionsrats und Vorsitzende des Ausschusses Kultur, Schule, Sport, die den Begriff der Brüder-Grimm-Bildungsoffensive prägte und maßgeblich an der Konzeption und Umsetzung der Fördermaßnahme beteiligt ist. „Nutzt die Chancen, die ihr in den kommenden zwei Jahren erhaltet und macht das Beste draus!“, forderte Stübing die Stipendiaten auf und wünschte viel Erfolg und zahlreiche eindrucksvolle Erlebnisse für ein nachhaltiges Lernen.

 

Hintergrund:

Das Ziel des Diesterweg-Stipendiums basiert auf der Leitidee von Adolph Diesterweg, dem bedeutenden Frankfurter Pädagogen und Zeitgenossen der Brüder Grimm: „Jeder soll nach seiner Fähigkeit und Begabung (…) wenn es sein kann, in den Himmel wachsen.“ Diesterweg ist nicht nur Namenspatron des Bildungsstipendiums, sondern war auch Gründungsmitglied der Polytechnischen Gesellschaft e.V. in Frankfurt, deren jüngste Stiftung 2008 das Konzept von Deutschlands erstem Familienbildungsstipendium entwickelte.

Im Rahmen des Diesterweg-Stipendiums erhalten einzelne Schülerinnen und Schüler mit gutem Leistungspotenzial vielfältige Förderung vor dem Übergang von der 4. Klasse zur weiterführenden Schule. Die Förderung setzt sich in der ersten Phase des Besuchs der 5. Klasse fort und kann sich auch nach Bedarf – auf den weiteren Verlauf der 5. Klasse erstrecken.

Mögliche sprachliche, soziale, kulturelle oder familiäre Gründe sollen so keinen Hinderungsgrund mehr darstellen, dass die Kinder ihre Potenziale nicht entfalten können. Wissen und Kompetenzen der beteiligten Schülerinnen und Schüler sollen in besonderem Maße gefestigt und erweitert werden. Auch eine zusätzliche Unterstützung im Bereich von ‚Deutsch als Zweitsprache‘ ist vorgesehen. Zudem werden die Eltern und Geschwister der Stipendiaten mit ihren unterschiedlichen Ressourcen und Potenzialen in ein breitgefächertes Bildungsprogramm eingebunden und in ihren Kompetenzen gestärkt.

Das Stipendium umfasst Akademietage für Kinder und Eltern, Ausflüge für die ganze Familie, Treffen der Stipendiatinnen und Stipendiaten - auch zur Deutschförderung, Elterntreffen, soziale Beratung u.a. sowie einen Bildungsetat für Lernmittel und individuelle Förderung.

Das Diesterweg-Stipendium wird in Hanau im Rahmen der Brüder Grimm Bildungsoffensive durch den Verein Sprungbrett Familien- und Jugendhilfe e.V umgesetzt und überwiegend durch Spenden der Ursula-Berenbrok-Winterstein-Stiftung und der Hanauer Serviceclubs finanziert.

Eine Auswahlkommission bestehend aus Bürgermeister Axel Weiss-Thiel, Dr. Ingo Wiedemeier (Vorstandsvorsitzender Sparkasse Hanau), Anne-Dorothea Stübing (Vorsitzende Präventionsrat Hanau), Erika Ries (ehem. Leiterin Eichendorff-Schule), Andrea Knips-Profeld (Leiterin Jugendamt der Stadt Hanau) entschied darüber, welches Kind in das Programm aufgenommen wurde.

Eine Lenkungsgruppe kümmert sich um Organisation und Umsetzung der Maßnahmen. Zu ihr zählen Anne-Dorothea Stübing, Andrea Knips-Profeld, Matthias Skotnik (Sprungbrett e. V.), Judith Baumbach (Staatliches Schulamt), Andrea Pillmann (Koordinatorin ‚Kinderfreundliche Kommune Hanau‘ und Leiterin der Stabsstelle Prävention, Sicherheit und Sauberkeit), Brigitte Keese (Koordinierungsstelle integrierte Sozialplanung der Stadt Hanau) und die Projektleiterin der Brüder-Grimm-Bildungsoffensive, Cindy Gresselmeyer.

 

Pressekontakt:
Stadt Hanau, Ute Wolf, Telefon 06181/295-664



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Diesterweg-Stipendiaten Gruppenbild mit Familien, Sponsoren, Organisatoren und Unterstützern

Diesterweg-Stipendiaten 2019 Gruppenbild

Diesterweg-Stipendiaten 2019: Die Kinder mit Organisatorinnen und Unterstützerinnen.

Diesterweg-Stipendiaten 2019

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