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02. Juli 2021
Inklusive Sozialräume fördern und stärken
Stadt und Landeswohlfahrtsverband unterzeichnen Kooperationsvereinbarung
„Menschen mit Behinderung soll eine selbstbestimmte und selbstständige Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht werden“, fasst Bürgermeister Axel Weiss-Thiel das wesentliche Ziel einer Kooperationsvereinbarung zusammen, die dieser Tage zwischen Landeswohlfahrtsverband (LWV) Hessen und der Stadt geschlossen wurde. Mit diesem Vertrag, der sowohl von Oberbürgermeister Claus Kaminsky und dem Bürgermeister sowie von LWV-Landesdirektorin Susanne Selbert und dem Ersten Beigeordneten des LWV, Dr. Andreas Jürgens, unterzeichnet wurde, wurde nach den Worten von Weiss-Thiel der Grundstein für eine „eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit bei der Eingliederung behinderter Menschen“ gelegt. „Den Übergang der jungen Menschen zum Erwachsenenleben wollen wir unbürokratisch begleiten“, betont Landesdirektorin Susanne Selbert. „Der LWV ist ihr Ansprechpartner, sobald sie die Schule oder eine Berufsausbildung abgeschlossen haben.“
Hanau hat als erste Sonderstatusstadt Anfang 2020 die neue Gesetzgebung genutzt und die Aufgaben der Eingliederungshilfe für körperlich, geistig oder mehrfach beeinträchtigte Kinder und Jugendliche aus Hanau vom Main-Kinzig-Kreis übernommen. Bereits zuvor wurden Eingliederungshilfeleistungen für seelisch behinderte junge Menschen durch das Jugendamt der Stadt Hanau erbracht. „Zur erweiterten Aufgabenübernahme haben wir den neuen Fachdienst ‚Inklusion und Teilhabe‘ im Amt für Soziale Prävention, unter dem Dach der Jugendhilfe, gebildet“, erinnert der Bürgermeister daran, dass dieser Schritt die jetzt getroffene Kooperationsvereinbarung für Hanau erst möglich gemacht hat.
Es zahle sich jetzt einmal mehr aus, dass die Gremien sich schon früh auf den Weg gemacht und die Entscheidung getroffen hätten, sich als Stadt der Verantwortung gegenüber teilhabebeinträchtigen jungen Menschen und ihrer Familien zu stellen und einen gangbaren Weg zu finden dies umzusetzen, so Weiss-Thiel und ergänzt, dass er sehr zufrieden mit der bisherigen Arbeit des Fachdienstes sei, der gerade in der schwierigen Zeit von Corona alles daran setze, die Familien zu unterstützen. „Die Sorgen und Belastungen von Familien, deren Kinder körperlich, geistig oder seelisch behindert sind, stellen nach wie vor häufig ein gesellschaftliches Tabu dar. Die teilhabebeeinträchtigten jungen Menschen erfahren nicht selten Ausgrenzung in Freizeit und auch Bildungsinstanzen. Ihre Eltern müssen für die Rechte ihrer Kinder und deren Akzeptanz kämpfen.“ Mit dem Fachdienst für Inklusion und Teilhabe und der Übernahme der Eingliederungshilfen für behinderte Kinder und Jugendliche habe sich die Stadt Hanau zu der Verantwortung bekannt, die Hanauer Familien auf ihrem nicht einfachen Weg bestmöglich zu begleiten und behinderten jungen Menschen schnell und unbürokratisch Hilfestellungen zu geben.
In der jetzt getroffenen Vereinbarung erklären Stadt und LWV, gemeinsam inklusive Sozialräume und Lebensverhältnisse in Hanau zu fördern und zu stärken. Um das zu erreichen, wollen die Vertragspartner sich bei der Umsetzung ihrer Aufgaben der Eingliederungshilfe mit den anderen abstimmen und – wo möglich - vernetzen. „Mit dieser Vereinbarung wollen wir die Zusammenarbeit zwischen örtlichen und überörtlichem Träger der Eingliederungshilfe möglichst verbindlich und transparent regeln“, sagte Dr. Andreas Jürgens. „Die Menschen mit Behinderung profitieren von einer koordinierten Zusammenarbeit.“
In der Vereinbarung werden neben Zielen für die Region vor allem Regelungen zur Kooperation, zur Planung und Qualitätssicherung benannt. Zum Beispiel sollen Konzepte und neue Entwicklungen gemeinsam bewertet und Daten über die Anzahl, die Altersstruktur und die bestehenden Formen der Teilhabeleistungen ausgetauscht werden.
Zu den inhaltlichen Zielen im Sinne der Inklusion nach der UN-Behindertenrechtskonvention gehört etwa, dass selbstbestimmtes Wohnen und Arbeiten vorrangig gefördert werden sollen. Außerdem sollen die behinderten Menschen und ihre Wünsche berücksichtigt sowie ihr soziales Umfeld in den Blick genommen werden. Die Interessenvertretungen der behinderten Menschen werden in allen Gremien beteiligt sein.
Pressekontakt: Stadt Hanau, Güzin Langner, Telefon 06181/295-929
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