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„Historische Bildungsarbeit ist mir persönlich ein sehr wichtiges Anliegen. In den vergangenen Jahren habe ich hierbei bereits oft den Kontakt zu heimischen Bildungseinrichtungen gesucht, wenn es z.B. um Gedenkaktionen wie dem Putzen der Stolpersteine in Warstein ging. Ich freue mich daher sehr, die historische Bildungsarbeit nun auch aus der Rolle des Bürgermeisters in unserer Stadt gezielt unterstützen zu können“, erklärt Bürgermeister Maximilian Spinnrath.
„Wir wollen es Schülerinnen und Schülern ermöglichen, mit Originalquellen einen lebendigen Zugang zu vergangenen Epochen und zu den eigenen Wurzeln zu finden. Auf diese Weise werden abstrakte Themen anschaulich, und es ergibt sich ein Bezug zur eigenen Lebenswelt“, erläutert Stadtarchivar Lukas Grawe.
„Die Bildungskooperation ist zudem ebenfalls ein Beitrag der Stadt Warstein, sich seiner Verantwortung im Umgang mit der eigenen Vergangenheit zu stellen“, ergänzt Bürgermeister Spinnrath.
Die Kooperation von Archiv und Schule ist auf Dauer angelegt, um die historische und politische Bildung ebenso wie die Recherche- und Informationskompetenz von Schülerinnen und Schülern zu fördern. In einem ersten Schritt werden Schule und Archiv als außerschulischer Lernort erproben, wie die Zusammenarbeit praxisnah laufen kann. In der Folge soll die Kooperation verbindlich in den Lehrplan sowie das Ganztagskonzept aufgenommen und damit verbindlicher Bestandteil des Schullebens werden. Vorgesehen sind Vorträge und Stadtführungen zu heimatgeschichtlichen Themen durch den Stadtarchivar sowie Archivbesuche und -recherchen durch Schülerinnen und Schüler.
Erfreut über die Kooperation ist auch die Leitung des Europa-Gymnasiums. „Junge Menschen sehen sich heute unfassbaren Mengen an Informationen gegenüber. Wenn sie verstehen lernen, wie man den Wahrheitsgehalt von Meldungen überprüfen oder wie man Informationen selbst recherchieren kann, stärken wir damit ihre Demokratiekompetenz“, so Schulleiter Bernd Belecke.
Stadtarchivar Lukas Grawe verweist auch auf ein Statement des Verbandes deutscher Archivarinnen und Archivare (VdA) zum Thema „Ein wehrhafter Rechtsstaat braucht wehrhafte Archive“. Der VdA befürwortet nationale Initiativen, die antidemokratischen Bestrebungen entgegenwirken, indem sie heimatgeschichtliches Arbeiten vor Ort ermöglichen. Angedacht ist daher, auch zwischen Stadtarchiv und der Sekundarschule Warstein in Belecke eine Bildungskooperation zu initiieren. Die Gespräche dazu laufen.
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