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Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper stellte im Ausschuss Kultur und Tourismus im Ständesaal in Altena die Handlungsfelder der Fachdienstes vor. Dreh- und Angelpunkt sei dabei die „Inwertsetzung kultureller Infrastruktur“. Dabei reiche es nicht allein aus, die Dauerausstellungen an den Museumsstandorten attraktiv zu gestalten und den Nutzergewohnheiten anzupassen, sie müssten auch bespielt werden. Die vielfältigen kulturellen Veranstaltungen und Projekte sowie die touristischen Aktivitäten des Kreises zielen daher vorwiegend darauf ab, die Bekanntheit der Museen zu erhöhen und Gäste zu gewinnen.
Zu der Entwicklung der Besucherzahlen an den drei Museumsstandorten legte die Kreisverwaltung einen umfangreichen Bericht vor. Das Fazit: Insgesamt besuchten 140.512 Interessierte die Kreismuseen im vergangenen Jahr. Das sind 2,6 Prozent weniger als im Jahr 2024, als der Museumseintritt abgeschafft wurde. Trotz des leichten Rückgangs bewegen sich die Besucherzahlen nach Einschätzung der Verwaltung auf hohem Niveau. An Führungen und anderen museumspädagogischen Programmen nahmen 2025 14.666 Personen teil.
Aushängeschild Burg Altena
Die Burg Altena, das Aushängeschild des Märkischen Kreises und Denkmal von nationaler Bedeutung, zählt mit 124.500 Besucherinnen und Besuchern in Westfalen weiterhin zu den Top Ten der Museen mit den höchsten Besucherzahlen. In Südwestfalen liegt das Ergebnis einmal mehr an der Spitze - sogar noch vor dem LWL-Freilichtmuseum Hagen. Mehr als 74 Prozent der Besucherinnen und Besucher absolvierten den kompletten Rundgang durch die Burg – ein neuer Topwert.
Für die Beliebtheit des Ausflugsziels sprechen seine Alleinstellungsmerkmale: Die Burg ist bequem über einen multimedialen Erlebnisaufzug vom Lennestrand aus zu erreichen, Sitz der ersten Jugendherberge der Welt und Stammsitz der preußischen Könige und deutschen Kaiser mütterlicherseits. Überregional erfolgreich sind darüber hinaus Veranstaltungen wie Anno Tuck, die Puppentheatertage oder das Winter-Spektakulum sowie ein vielfältiges museumspädagogisches Programm. Die beiden witterungsabhängigen Großveranstaltungen Anno Tuck und das Winter-Spektakulum lockten im vergangenen Jahr insgesamt 12.107 Gäste in die Burgmauern.
Deutsches Drahtmuseum
Das Deutsche Drahtmuseum unweit der Burg Altena steht nicht so sehr im überregionalen Fokus. Im vergangenen Jahr zählte es 6.552 Besuche. Das bedeutet ein Minus im Vergleich zum Jahr 2024 von 23,2 Prozent. „Trotz des deutlichen Rückgangs sind die Besucherzahlen immer noch beachtlich für ein solches Spezialmuseum“, ordnetet die Kreisverwaltung in ihrem Bericht ein. In der Vergangenheit habe das Deutsche Drahtmuseum durch die Kombi-Eintrittskarte mit der Burg Altena profitiert. Mit Einführung des kostenlosen Museumseintritts fällt dieser Mitnahme-Effekt weg. Zudem gab es 2025 keine gemeinsame Sonderausstellung, die die Besucherströme von der Burg zum Drahtmuseum weiterlenkt. Zudem fehlt im Drahtmuseum noch die multimediale und digitale Aufwertung der Dauerausstellung, die auf der Burg Altena und in der Luisenhütte in Balve im Rahmen der Heimat-Zeugnis-Förderung bereits realisiert wurde.
Luisenhütte im Aufwind
Die Luisenhütte in Balve-Wocklum erzielte mit 9.460 Besuchen 2025 ein deutliches Plus von 21,6 Prozent. Es ist das zweitbeste Ergebnis seit Bestehen des Erlebnis- und Technikmuseums, das nur halbjährlich vom 1. Mai bis 31. Oktober geöffnet ist. Einen großen Anteil am Erfolg haben mit insgesamt 5.700 (2024: 4.500) Gästen die beiden wetterabhängigen Events „Saisoneröffnung“ und „Luise heizt ein“. Ursache für das wachsende Interesse ist unter anderem die neue multimediale Ausstattung im Rahmen des Projekts „Geschichtspark Balve“. Museumsleiter Stephan Sensen erhofft sich mit der offiziellen Eröffnung des Geschichtsparks und über die eigene professionelle Webseite weitere Vermarktungsmöglichkeiten als kulturtouristisches Highlight für das Denkmal von nationaler Bedeutung.
Museumspädagogik
Auch die museumspädagogischen Programme verzeichneten Zuwachs: Insgesamt wurden 1.176 Gruppen mit 15.173 Personen betreut – ein Plus von 10,6 Prozent bei den Gruppen und neun Prozent bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.
Museumsshops und freiwillige Spenden legen zu
Die Verkaufserlöse der Museumsshops stiegen um 9,6 Prozent auf mehr als 104.000 Euro – ein Rekordwert. Zusätzlich wurden 29.801,53 Euro über die Aktion „Pay what you want“ erzielt. Die Spendenboxen wurden in den Museen nach der Abschaffung der Eintrittsentgelte aufgestellt. Stephan Sensen zeigte sich vorsichtig optimistisch, dass die Mindereinnahmen durch den Verzicht auf Eintrittsgelder künftig durch die Personaleinsparung an der Kasse sowie Mehreinnahmen in den Museumsshops und freiwillig gezahlten Eintrittsspenden kompensiert werden können.
Spannende Veranstaltungen
Auch im Jahr 2026 stehen wieder zahlreiche Veranstaltungen auf dem Programm, darunter das Festival „Luise heizt ein“ am Samstag, 11. Juli an der Luisenhüte, „Anno Tuck“ an der Burg Altena vom 31. Juli bis 2. August (Thema: Drachen und Ritter), die Puppentheatertage vom 3. bis 8. November und das Winter-Spektakulum auf Burg Altena vom 27. bis 29. November.
Pressekontakt: Märkischer Kreis, Ursula Erkens 02351 966 6149
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