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Das Sonderprogramm „Straßeninfrastruktur Südwestfalen“ von Straßen.NRW und das Starkregen-Frühwarnsystem waren unter anderem Themen, die den Ausschuss Abfallwirtschaft, Umwelt und Planung im Lüdenscheider Kreishaus in Zukunft beschäftigen werden.
Markus Beule, Projektleiter beim Landesbetrieb Straßen.NRW, skizzierte das 2024 aufgelegte Sanierungs-Programm „Straßeninfrastruktur Südwestfalen“ und warb um eine weiterhin enge Zusammenarbeit mit der Umweltbehörde des Märkischen Kreises. Durch die Sperrung der Rahmedetalbrücke der A45 in Lüdenscheid im Dezember 2021 verlagerte sich ein großer Teil des Autobahnverkehrs auf die allgemeinen Verkehrsstraßen. Die Folge: Rund 470 Kilometer Bundes- und Landesstraßen wurden in den vergangenen vier Jahren signifikant mehrbelastet und müssen saniert werden. Nach einer fachlichen Bewertung und Priorisierung der erhaltungsbedürftigen Streckenabschnitte ging der Landesbetrieb in Dialog mit den betroffenen Kommunen, um die Prioritäten aus kommunaler Sicht sowie den weiteren Sanierungsbedarf abzufragen. Daraus ergaben sich 124 sanierungsbedürftige Bundes- und Landesstraßenabschnitte. Um sie im Bestand zu ertüchtigen, investiert Straßen.NRW in Zusammenarbeit mit dem Landesverkehrsministerium rund 100 Millionen Euro in den kommenden zehn Jahren. Dort wo es mit wenig Aufwand möglich ist, sollen auch Radwege eingeplant werden. Rund 30 Prozent des Sonderprogramms sind aktuell in aktiver Bearbeitung oder bereits abgeschlossen.
Um die Projekte zügig durchzuführen, ist aus Sicht von Markus Beule eine gute Zusammenarbeit mit der Umweltbehörde des Märkischen Kreises essenziell. Dabei hob er lobend die kurze Genehmigungszeit der Umweltbehörde bei Bauprojekten hervor.
Der hohe Kompensationsbedarf bei Umwelteingriffen wird aus Sicht von Straßen.NRW in den kommenden Jahren zu einem erhöhten Abstimmungs- und Genehmigungsbedarf führen. Als beispielhaft für die Region hob Beule daher die Bildung eines Ökokontos „Straßen.NRW – Märkischer Kreis“ hervor. Es erlaubt die Einbuchung von aufwertbaren Flächen aus dem gesamten Märkischen Kreis und berücksichtigt auch Projekte der Gewässerrenaturierung. Ohne die kleinteilige Erarbeitung von Ersatzmaßnahmen können auch sehr große, finanzintensive Areale durch Straßen.NRW umgesetzt werden – eine Win-Win-Situation. Parallel zum Sonderprogramm nimmt Straßen.NRW auch die Erneuerung von Brücken in den Fokus. Zehn nah an Gewässern gelegene Brücken im Märkischen Kreis müssen kurz- bis mittelfristig saniert werden und etwa 40 Stützbauwerke, stellte Beule in Aussicht.
Kurz vor dem Startschuss steht das geplante interkommunale Starkregen-Frühwarnsystem, berichtete Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper. Im März 2024 hatte der Kreistag die Verwaltung beauftragt, mit den Städten und Gemeinden ein kreisweites, interkommunales Pegel- und Alarmierungssystem bei Starkregen und Hochwasser aufzubauen. Das Ziel: Feuerwehren und weitere Rettungsdienste sollen bei einsetzendem Starkregen genauere Informationen zu betroffenen Gebieten erhalten und präzisere Alarmierungen herausgeben. Perspektivisch sollen die Pegeldaten über ein öffentliches Internet-Portal auch außerhalb eines Starkregenereignisses zugänglich sein. Für die Zusammenarbeit mit dem Kreis unterzeichneten Ende August 2024 alle Städte und Gemeinden eine entsprechende Rahmenvereinbarung. Demnach finanzieren die Kommunen die Gewässerpegel und der Kreis die erforderliche KI-Software.
Anders als erwartet, konnten zwar keine (Landes-) Fördermittel erschlossen werden. Dafür hat sich nun ein Anbieter gefunden, der preislich deutlich unter dem bisher geschätzten Kostenrahmen bleibt. So ist es möglich, das Projekt mit Eigenmitteln zu finanzieren. Synergieeffekte verspricht sich der Kreis auch davon, dass der Anbieter bereits beim Stadtentwässerungsbetrieb Lüdenscheid Herscheid (SELH) in Lüdenscheid, Altena und Herscheid sowie in Olpe, im Hochsauerlandkreis und Hagen aktiv ist. Die Kostenersparnis ergibt sich aus einem abweichenden Systemansatz: Schwerpunkt der Messungen sind aktuelle Gewässerstände, die über eine lernende KI mit Daten und Bodenfeuchtesensoren und aktuellen Wetterdaten verschnitten werden. Sind alle Pegel beziehungsweise Sensoren gesetzt und in Betrieb genommen, wird die KI nach einer Anlernphase von maximal zwölf Monaten belastbare Ergebnisse liefern.
Pressekontakt: Märkischer Kreis, Ursula Erkens 02351 966 6149
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