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Der Kreistag des Märkischen Kreises hat dem Haushalt mehrheitlich zugestimmt. Landrat Ralf Schwarzkopf ordnete die finanzielle Situation ein – und fand dabei klare Worte.
„Die Entwicklung unserer Finanzen ist dramatisch. Sie nimmt unseren Städten und Gemeinden zunehmend die Luft zum Atmen“, sagt Landrat Ralf Schwarzkopf. Ursache für die ausgeprägte Schieflage sei nicht allein die stagnierende Wirtschaftsentwicklung in Deutschland, sondern vor allem eine anhaltend hohe Dynamik bei den Ausgaben. Darauf habe auch der Präsident des Deutschen Landkreistages, Dr. Achim Brötel, mehrfach hingewiesen.
Besonders deutlich werde das im Sozialbereich. Die Ausgaben für soziale Leistungen sind in Deutschland zuletzt um 11,7 Prozent gestiegen. Bei der Eingliederungshilfe – dem größten Posten – liegt die Steigerung sogar bei 13,6 Prozent. Auch die Kinder- und Jugendhilfe verzeichnet mit mehr als 17 Prozent eine enorme Dynamik. Schwarzkopf: „Diese Entwicklung übersteigt den Zuwachs bei den Einnahmen deutlich und bringt die kommunalen Haushalte bundesweit in eine Schieflage.“
Die Zahlen sprechen für sich: Städte, Kreise und Gemeinden haben das Jahr 2024 mit einem Rekorddefizit von 24,3 Milliarden Euro abgeschlossen – fast dreimal so hoch, wie die bisherigen Negativwerte aus den Jahren 1992 und 2003. Im Vergleich zu 2023 hat sich das Defizit nahezu vervierfacht. Für 2025 wird mit einer weiteren Verschlechterung gerechnet. Seit seinem Amtsantritt im November 2025 hat Landrat Ralf Schwarzkopf für den Märkischen Kreis gegengesteuert. „Gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unserer Verwaltung sowie den Geschäftsführungen der Märkischen Verkehrsgesellschaft und der Märkischen Kliniken haben wir jeden Stein umgedreht, um die finanzielle Situation zu verbessern und Defizite so gering wie möglich zu halten“, sagt Schwarzkopf. „Es ist ein klarer Kurs eingeschlagen worden, der auf Konsolidierung und nachhaltige Steuerung setzt.“
Entlastungen in vier Bereichen
Wie berichtet, ergeben sich die Entlastungen für den Kreishaushalt insbesondere aus vier zentralen Bereichen der Haushaltsplanung der nächsten Jahre: Im Personalbereich sind bereits in diesem Jahr 2026 Einsparungen in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro berücksichtigt. Durch konsequente Aufgabenkritik und organisatorische Anpassungen sollen auch in Zukunft Strukturen und Prozesse effizienter gestaltet werden.
Auch bei der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG) wird konsolidiert. Ab 2027 sind Einsparungen von rund drei Millionen Euro (Zuschussplanung bislang: 40,6 Millionen Euro) vorgesehen. Diese sollen in 2028 auf rund 9,3 Millionen Euro (Planung bislang: 44,2 Millionen Euro) und bis 2029 auf fast 14 Millionen Euro anwachsen (Planung bislang: 48,4 Millionen Euro).
Im Bereich der Kreiskliniken ist vorgesehen, den Verlustausgleich ab 2027 um rund eine Million Euro pro Jahr zu reduzieren. Damit sinkt der geplante Kreiszuschuss für das Jahr 2027 von bisher 8,9 auf rund 7,9 Millionen Euro.
Zusätzliche Einsparungen ergeben sich zudem aus der Entwicklung der Landschaftsumlage des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. Für das Jahr 2026 wird mit einem Umlagesatz von 18,45 Prozent gerechnet. Für den Kreis bedeutet das eine Umlage von 165,9 Millionen Euro – statt bisher 171,9 Millionen Euro. Im Jahr 2027 soll die LWL-Umlage um 6,7 Millionen Euro, in 2028 um 7 und in 2029 um 7,7 Millionen Euro gegenüber den bisherigen Planungen sinken.
Dank an Verwaltung und Politik
Landrat Ralf Schwarzkopf dankte im Kreistag ausdrücklich den Mitarbeitern der Kreisverwaltung: „In einer solchen Lage braucht es Engagement, Verantwortungsbewusstsein und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen.“ Auch an die Politik richtete Schwarzkopf lobende Worte: „Es ist ein wichtiges Signal, dass viele Fraktionen diesen Kurs mittragen. Sparsamkeit und verantwortungsvolle Entscheidungen sind der Schlüssel dazu, dass wir überhaupt noch handlungsfähig bleiben und eine verlässliche mittelfristige Planung aufstellen können.“ Der beschlossene Haushalt sei daher nicht nur ein großes Zahlenwerk, sondern Ausdruck gemeinsamer Verantwortung in schwierigen Zeiten.
Pressekontakt: Märkischer Kreis, Alexander Bange / 02351 966 6150
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