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Die Ostertage und milde Frühlingstemperaturen locken Spaziergänger und Wanderer ins Grüne. Damit Naturverbundene mit ihren Aktivitäten in Wald und Flur nicht aus Versehen die Afrikanische Schweinepest (ASP) einschleppen, gibt die Veterinärbehörde des Märkischen Kreises einige Verhaltens-Tipps.
Im Märkischen Kreis wurde die Afrikanische Schweinepest glücklicherweise noch nicht nachgewiesen, aber die Gefahr einer Einschleppung ist nach wie vor real. Nachdem im Juni 2025 im Nachbarkreis Olpe erstmals ein an der Afrikanischen Schweinepest verendetes Wildschwein aufgefunden wurde, bleibt die Sorge groß, dass der ASP-Virus auch die heimische Wildschweinpopulation befallen und letztlich auch in Schweinezuchtbetrieben Einzug halten könnte. Die Seuche verläuft für Haus- und Wildschweine meist qualvoll und tödlich. Für Menschen und andere Haus- oder Nutztiere besteht keine Gefahr.
Um einer weiteren Verbreitung des ASP-Virus vorzubeugen, wurden im Kreis Olpe, im Kreis Siegen-Wittgenstein und im Hochsauerlandkreis Sperrzonen mit strikten Verhaltensregelungen (Leinenpflicht, Wegeverbote) eingerichtet. Die Sperrzonen reichen mittlerweile bis ins benachbarte Hessen. Zudem gibt es ein landesweites ASP-Monitoring bei erlegten und tot aufgefundenen Wildschweinen. Die 408 (Stand 20. März) positiv getesteten Tiere kamen überwiegend aus dem eingezäunten Gebiet im Kreis Olpe (215) oder dem Kreis Siegen-Wittgenstein (188). Am 26. Februar wurde erstmals ein ASP-infiziertes Wildschwein im Hochsauerlandkreis gefunden. Inzwischen ist die Zahl dort auf fünf infizierte Tiere gestiegen.
Zu Beginn der Outdoor-Saison sensibilisiert die Veterinärbehörde des Märkischen Kreises, sich in Wald und Flur achtsam zu bewegen. Die Tierseuche wird nicht nur direkt von Tier zu Tier, sondern auch indirekt durch den Menschen übertragen, beispielsweise durch kontaminierte Gegenstände wie Schuhe, Kleidung oder Fahrzeuge, Lebensmittel und Futter. Um die Tierseuche effektiv einzugrenzen, ist die Mithilfe aller Bürgerinnen und Bürger gefragt. Hier ein paar Hinweise des Landesamts für Verbraucherschutz und Ernährung:
Auf den Wegen bleiben
Die Wanderwege im Märkischen Kreis sind frei zugänglich. Hier gilt: Bitte auf den Wegen bleiben und nicht das Unterholz oder Felder durchkreuzen. Durch das Verlassen der Wege können Wildschweine aufgescheucht werden, die möglicherweise die Seuche in andere Gebiete tragen.
Hunde anleinen
Auch Hunde können Wildschweine aufscheuchen und somit dafür sorgen, dass eventuell mit ASP infizierte Schweine in Bereiche fliehen, die bislang seuchenfrei sind. Damit kann die Tierseuche verschleppt werden. Das gilt es unbedingt zu vermeiden. Zudem haben Hundehalterinnen und Hundehalter, die ihre Tiere an der Leine führen, ihren Hund in Sichtweite und können stets schnell reagieren.
Müll und Speisereste richtig entsorgen
Der ASP-Erreger hält sich in Speiseresten und Lebensmitteln oft mehrere Monate lang. Daher sollten keine Speisereste in der Natur zurückgelassen werden. Bitte auch nicht in offenen Mülleimern an Wanderwegen, Autobahnen oder Landstraßen entsorgen! Wildschweine fressen die Speisereste, können sich so mit der ASP infizieren und die Seuche damit verbreiten. Bitte beherzigen Sie folgende Regeln:
- Entsorgen Sie Speisereste nur in geschlossenen Müllbehältern!
- Verfüttern Sie keine Essensreste an Tiere!
- Hinterlassen Sie keine Lebensmittelreste in freier Natur!
- Bringen Sie keine Fleisch- oder Wurstwaren aus dem Urlaub mit!
Was tun, wenn man ein totes Wildschwein entdeckt
Bitte nichts anfassen! Wenn Sie Kontakt mit dem Kadaver hatten, reinigen Sie alles so gründlich wie möglich, um eine Verbreitung zu vermeiden! Melden Sie diesen Fund bitte umgehend.
Für die Meldung ist das Kreisveterinäramt wochentags zu den Sprechzeiten unter 02351 966-6551 in Lüdenscheid und 02371 966-8730 in Iserlohn oder per Mail unter veterinaer@maerkischer-kreis.de zu erreichen. Außerhalb der Dienstzeiten ist eine Rufbereitschaft über die Kreisleitstelle des Märkischen Kreises unter 112 gewährleistet. Weitere Informationen, Merkblätter und Formulare, auch für Jäger und Landwirte, hat der Märkische Kreis auf seiner Homepage unter https://t1p.de/zzjvh gebündelt.
Pressekontakt: Märkischer Kreis, Ursula Erkens 02351 966 6149
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