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18. Mai 2026,  Märkischer Kreis (pmk)
Unsichtbar und doch unverzichtbar: Hemeraner Technik fährt in der Formel 1 mit
Märkischer Kreis (pmk).

Wenn in der Formel 1 in weniger als zwei Sekunden ein Reifen gewechselt wird, wenn Flugzeuge sicher starten und landen oder tonnenschwere Fahrzeuge im Tagebau unterwegs sind, dann ist ein kleines Bauteil im Einsatz, das kaum jemand kennt. Ohne das aber nichts funktionieren würde. Das Bauteil entsteht in Hemer.

Landrat Ralf Schwarzkopf und Marcel Krings, Prokurist der Gesellschaft zur Wirtschafts- und Strukturförderung im Märkischen Kreis (GWS), haben jetzt das Unternehmen Otto Kuhlmann Automotive Systems-Parts GmbH in Hemer besucht. Das mittelständische Unternehmen fertigt seit Jahrzehnten hochspezialisierte Metalllösungen an und ist damit Weltmarktführer. Der Geschäftsführer Matthias Geilich und der Geschäftsführer der Otto Kuhlmann Gruppe, Reinhold Roels, begrüßten die Gäste und gaben Einblick in eine Produktion, die auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, auf den zweiten Blick aber hochkomplex ist.

Im Fokus steht ein Produkt, das selbst viele Branchenkenner nur schwer verstehen: der sogenannte Kabelkern. Vereinfacht gesagt handelt es sich um einen stabilen Metallring im Inneren eines Reifens. Er sorgt dafür, dass der Reifen fest auf der Felge sitzt, dicht abschließt und auch unter extremen Bedingungen nicht versagt. Ohne diesen Kern würde ein Reifen bei hohen Geschwindigkeiten oder starken Kräften schlicht nicht funktionieren. „Unsere Kabelkerne sind gewissermaßen die unsichtbare Seele des Reifens“, erklärt Geschäftsführer Matthias Geilich. „Sie halten das System zusammen. Egal, ob im Auto, in der Landwirtschaft, im Bergbau oder in der Luftfahrt.“ Die Einsatzbereiche sind entsprechend breit: von klassischen Pkw-Reifen über Agrar- und Nutzfahrzeugreifen bis hin zu Hochleistungsreifen im Motorsport. Lange Zeit kamen die Kabelkerne für die Formel 1 ausschließlich aus Hemer. Auch in Flugzeugreifen steckt diese Technologie und damit überall dort, wo maximale Sicherheit gefordert ist.

Neben den Kabelkernen fertigt das Unternehmen unter anderem sogenannte Spann- und Klemmringe, etwa für Luftfederungssysteme in Fahrzeugen. Produziert wird mit hochspezialisierten Verfahren wie Widerstandsschweißen und modernstem Laserstahlschweißen. Während am Standort Langelsheim im Landkreis Goslar insbesondere moderneste Lasertechnologie zum Einsatz kommt, liegt der Fokus in Hemer auf den komplexen Kabelkernlösungen. Ein Bereich, in dem das Unternehmen weiterhin als Weltmarktführer gilt.

3,5 Millionen Euro in neue Produktionshalle

Aktuell wird der Standort Hemer für eine Investitionssumme in Höhe von etwa 3,5 Millionen Euro erweitert. Während vielerorts Investitionen zurückgestellt werden, baut das Unternehmen Otto Kuhlmann eine neue Produktionshalle. „Wir investieren bewusst antizyklisch“, berichtet Geschäftsführer Reinhold Roels. Die Entscheidung für den Ausbau sei zugleich ein klares Bekenntnis zum Standort Hemer. Statt einer Verlagerung setzt das Unternehmen bewusst auf Wachstum vor Ort, moderne Abläufe und zusätzliche Kapazitäten. Auch das Thema Energieeffizienz, zum Beispiel mit dem Bau einer Photovoltaik-Anlage, spielt dabei eine Rolle. „Dass das Unternehmen gerade jetzt investiert und klar zum Standort steht, zeigt unternehmerischen Mut und Weitsicht. Hier wird gemacht und gesteuert. Und gezeigt, was mittelständische Industrie leisten kann: hochspezialisierte Produkte, die weltweit gebraucht werden. Oft unsichtbar, aber unverzichtbar“, sagt Landrat Ralf Schwarzkopf.

Landrat Schwarzkopf und die GWS unterstützen Betriebe unter anderem beim Zugang zu Netzwerken und neuen Märkten. Mit Blick auf aktuelle Entwicklungen, etwa im Bereich der Verteidigungs- und Sicherheitsindustrie, entstehen derzeit neue wirtschaftliche Chancen. Initiativen wie das Cluster „Defense NRW“ sollen insbesondere mittelständischen Unternehmen den Zugang zu neuen Geschäftsfeldern erleichtern. Das Innovationsnetzwerk des Landes Nordrhein-Westfalen schafft Zugang, fördert Kooperationen und bringt die wirtschaftliche und technologische Stärke gezielt in diesem sicherheitsrelevanten Zukunftsfeld zur Geltung.

Hintergrund

Gegründet wurde das Unternehmen bereits 1908, ursprünglich als Gießerei und mit Produkten für die Fahrradindustrie. Über die Jahrzehnte entwickelte sich der Betrieb konsequent weiter, hin zu Anwendungen für die Automobil- und später auch die Luftfahrtindustrie. Heute liefert das Unternehmen Otto Kuhlmann Automotive Systems-Parts GmbH Komponenten modernster Mobilität weltweit.

Pressekontakt:
Märkischer Kreis, Alexander Bange / 02351 966 6150

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Unser Bild zeigt (von links): Geschäftsführer Matthias Geilich, Landrat Ralf Schwarzkopf, Reinhold Roels, Geschäftsführer der Otto Kuhlmann Gruppe, und GWS-Prokurist Marcel Krings. Foto: Alexander Bange / Märkischer Kreis

Unser Bild zeigt (von links): Geschäftsführer Matthias Geilich, Landrat Ralf Schwarzkopf, Reinhold Roels, Geschäftsführer der Otto Kuhlmann Gruppe, und GWS-Prokurist Marcel Krings. Foto: Alexander Bange / Märkischer Kreis