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Nachdem die Stadt Iserlohn bereits mit der Stuhlverleihbox auf dem Fritz-Kühn-Platz im Oktober 2025 in den bundesweiten Best-Practice-Pool „stadtimpulse“ aufgenommen und somit ausgezeichnet wurde, folgt nun eine weitere Auszeichnung für ein innovatives Iserlohner Projekt.
Das Projekt „Kühler Fleck“ auf dem Bahnhofsvorplatz wurde im Herbst 2025 fertiggestellt und gilt als erstes grünes und kühlendes Sonnensegel in Deutschland, welches keine Bodenfundamente benötigt. Der Kühle Fleck verbindet ökologische Innovation, Aufenthaltsqualität und städtebauliche Funktionalität und konnte damit die Mitglieder der Jury, bestehend aus führenden Fachverbänden und Institutionen für Städte und Gemeinden in Deutschland, überzeugen.
Stadtbaurat Thorsten Grote, Ideengeber und Abteilungsleiter für Grünflächen und Friedhöfe Martin Irmer sowie Sebastian Matz und Victoria Verrieth aus der Abteilung Stadtentwicklung stellten das Projekt und die Auszeichnung am Montag, 8. Juni, gemeinsam mit Vertretern des Stadtbetriebs Iserlohn/Hemer (SIH) und der beauftragten Baufirma „Optimal Planen GmbH“ vor. Der „Kühle Fleck“ ist deutschlandweit einzigartig.
„Manchmal sind es Kleinigkeiten, die große Wirkung zeigen. Diese Auszeichnung belohnt vor allem die Initiative der Kolleginnen und Kollegen, die sich hier die richtigen Gedanken gemacht haben. Das motiviert“, unterstreicht Ressortleiter Thorsten Grote. „Wir erkennen auch bei der Stuhlverleihbox nachweisbare Effekte der Zertifizierung. Anfangs waren wir die ersten in ganz Deutschland – mittlerweile haben diverse Städte und Gemeinden dieses Konzept für sich übernommen. Das wünschen wir uns auch für den Kühlen Fleck“, ergänzt Sebastian Matz, Abteilungsleiter für Stadtentwicklung und Grundstücke.
Ziel des vom Grünflächenamt initiierten Projektes war die Entwicklung eines standardisierten grünen Sonnensegelmodells, das natürlichen Schatten, Kühlung und einen Aufbau auch an Problemstandorten ermöglichen sollte.
Die mit Bezug auf Größe, Form und Farbe nahezu frei konfektionierbare Anlage verzichtet auf den Einsatz herkömmlicher, kunststoffbasierter Sonnenschutztextilien, sie nutzt stattdessen lebende Pflanzen in Verbindung mit technisch erzeugter Verdunstungskälte auf innovative und nachhaltige Weise und ist durch die fundamentlose Bauart deshalb auch an Orten einsetzbar, wo im Untergrund verbaute Infrastruktur eine herkömmliche Bauweise unmöglich macht.
In insgesamt sechs Pflanzkübeln ranken an je einem ca. vier Meter hohen Masten leichte Kletterpflanzen (Waldrebe und Geißblatt), die im Sommer über ein zwischen den Pfosten gespanntes Edelstahlnetz ein rund 80m² großes, natürlichen Schatten spendendes, grünes Sonnensegel bilden.
In den Masten sind verschiedene Düsen verbaut, die, elektronisch gesteuert, sowohl die ausreichende Bewässerung der Pflanzen gewährleisten als auch, durch Vernebelung von Trinkwasser, Verdunstungskälte erzeugen. Die Umgebungstemperatur kann so um bis zu sechs Grad Celsius abgesenkt werden. Die wartungsarme Technik reduziert den Unterhaltungsaufwand auf ein Minimum und garantiert gleichzeitig eine hygienisch einwandfreie Wasserqualität.
Dabei wurde der „Kühle Fleck“, genau wie die oben erwähnte Stuhlbox, über das Bundesförderprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ (ZIZ) finanziert. Die Gesamtkosten von 65.000 Euro wurden somit zu 75 Prozent gefördert.
Mit der Zertifizierung wird die Bedeutung des Projekts als beispielhafte Lösung zur Stärkung von Innenstädten hervorgehoben.
Der Projektpool „stadtimpulse“ ist von einem Bündnis führender Fachverbände und Institutionen für Städte und Gemeinden in Deutschland initiiert und dient dem Praxistransfer.
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