|
Zwei Teile, die erst gemeinsam ein Ganzes ergeben: Mit einem symbolträchtigen Gastgeschenk hat die Stadt Iserlohn am Samstag, 13. Juni, das 60-jährige Bestehen der Städtepartnerschaften mit den französischen Städten Auchel und Laventie gewürdigt. Bei einer Feierstunde im Stadthaus Bömberg standen neben sechs Jahrzehnten gemeinsamer Geschichte vor allem die Menschen im Mittelpunkt, die diese Verbindungen über Generationen hinweg mit Leben gefüllt haben.
Etwa 40 geladene Gäste waren der Einladung gefolgt. Neben den Delegationen aus den Partnerstädten Auchel, Laventie, Nyíregyháza und Chorzów sowie aus der befreundeten Stadt Ternopil nahmen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und Städtepartnerschaftsarbeit an der Feierstunde teil. Darunter Mitglieder der Fraktionen von CDU, DieIserlohner, SPD und Bündnis 90/Die Grünen, Vertreter der Werbegemeinschaft Letmathe sowie des Gymnasiums Letmathe.
Bürgermeister Michael Joithe erinnerte in seiner Ansprache daran, dass die Städtepartnerschaften mit Auchel und Laventie vor 60 Jahren aus dem festen Willen zur Versöhnung und Verständigung in Europa entstanden sind. In einer Zeit, in der die Folgen des Zweiten Weltkriegs noch deutlich spürbar waren, hätten engagierte Bürgerinnen und Bürger den Mut gehabt, aufeinander zuzugehen und dauerhafte Brücken der Freundschaft zu bauen. Aus diesen ersten Kontakten seien über die Jahrzehnte unzählige Begegnungen, persönliche Freundschaften und ein enges Netzwerk gewachsen – nicht zuletzt auch durch Schüleraustausche zwischen Auchel und Letmathe. Die wichtigsten Kapitel seien dabei nicht auf offiziellen Empfängen oder in Ratssälen geschrieben worden, sondern in Gastfamilien, Schulklassen, Vereinen und bei gemeinsamen Festen.
Als Zeichen dieser Verbundenheit überreichte die Stadt Iserlohn den Gästen aus Auchel und Laventie besondere Gastgeschenke: Die kunstvoll gestalteten Holzherzen bestehen jeweils aus zwei ineinandergreifenden Puzzleteilen. Auf den einzelnen Hälften sind die Stadtteile von Sümmern bzw. Letmathe – den damaligen Initiatoren der Partnerschaften – und der jeweiligen Partnerstadt Laventie bzw. Auchel dargestellt. Erst zusammengefügt entsteht ein vollständiges Herz – als Symbol für die gewachsene Freundschaft und die enge Verbindung über Ländergrenzen hinaus.
Die Gastgeschenke nahm für Auchel Lars Ploeger, Vertreter der Stadt Auchel, entgegen. Auch Mitglieder der französischen Band „Simple Smile“ waren anwesend, die am Abend – im Rahmen des Sommerfestivals „is’kult“ – auf dem Alten Rathausplatz ein Konzert spielten.
Für Laventie nahm Sandra Perel-Meyer, Mitglied im Laventie-Komitee, die Auszeichnung stellvertretend entgegen. Sie selbst, erinnerte sie die Gäste, sei Ergebnis dieser Beziehungen – mit Eltern, die aus Laventie bzw. Iserlohn stammen. Damit machte sie auch nochmal die Tragweite dieser mittlerweile über Generationen hinweg bestehenden Partnerschaften deutlich.
Gedankt wurde dabei auch Wilfried Bösterling, der seit nahezu 35 Jahren den Vorsitz des Städtepartnerschaftskomitees Laventie innehat und aus gesundheitlichen Gründen nicht vor Ort sein konnte.
Ein weiterer bewegender Moment der Feierstunde war das Gedenken an die langjährige ehrenamtliche Vorsitzende des Städtepartnerschaftskomitees mit Auchel, Susanne Zebandt. Über viele Jahre hatte sie sich mit außergewöhnlichem Engagement für die deutsch-französische Freundschaft eingesetzt und die Städtepartnerschaft maßgeblich geprägt. Bürgermeister Michael Joithe würdigte ihren unermüdlichen Einsatz zur Weiterentwicklung der Beziehungen zwischen Iserlohn und Auchel. Stellvertretend nahm ihr Sohn Tobias Zebandt den Dank der Stadt sowie einen Blumenstrauß entgegen.
Für die musikalische Begleitung sorgte ein Live-Musiker, der mit einem Lied des in Deutschland und Frankreich gleichermaßen geschätzten Chansonniers Reinhard Mey die besondere Atmosphäre des Jubiläums unterstrich. Der Klassiker „Über den Wolken“, in französischer Sprache „Au-dessous des nuages“, baute auf musikalische Weise eine Brücke zwischen den beiden Ländern.
Mit dem Jubiläum ihrer Partnerschaften mit Auchel und Laventie blickt die Stadt Iserlohn dankbar auf sechs Jahrzehnte gemeinsamer Geschichte zurück und zugleich mit Zuversicht auf viele weitere Jahre europäischer Freundschaft.
Es lebe der europäische Gedanke – „Vive l’amitié franco-allemande et européenne“.
Diese Meldung im Browser anzeigen
|