Aktuelle Informationen:  Märkischer Kreis
19. Juni 2026,  Märkischer Kreis (pmk)
Glasfaser und Mobilfunk: Aktueller Stand im Märkischen Kreis
Märkischer Kreis (pmk).

Der Breitbandausbau im Märkischen Kreis ist ein Zusammenspiel aus Markt, Förderung, Bauarbeiten und Koordination. Wie eng diese Faktoren miteinander verzahnt sind, wurde im Ausschuss für Digitalisierung und E-Government deutlich. Matthias Pohl, Kreiskoordinator für die digitale Infrastruktur, gab einen Überblick über den aktuellen Stand von Glasfaser- und Mobilfunkausbau im Kreisgebiet.

Matthias Pohl machte im Digitalausschuss deutlich, dass der Telekommunikationsmarkt grundsätzlich eigenwirtschaftlich funktioniert. „Die Unternehmen entscheiden selbst, wo, wann und ob sie ausbauen, abhängig von Nachfrage und Wirtschaftlichkeit.“ Eingriffe dürfen nur dort erfolgen, wo ein sogenanntes „Marktversagen“ festgestellt werde. Darunter versteht man Situationen, in denen der Markt alleine keine ausreichende Versorgung sicherstellt, etwa weil der Ausbau in bestimmten Gebieten für Unternehmen wirtschaftlich nicht rentabel ist, obwohl dort ein öffentlicher Bedarf besteht. In diesen Fällen greift die öffentliche Hand mit Förderprogrammen ein, um eine möglichst flächendeckende Versorgung zu ermöglichen.

Kabel-TV-Netze (bis zu 1.000 Mbit/s im Download) sind, nach aktueller Förderrichtlinie, weiterhin nicht förderfähig, berichtete Pohl, da dort bereits hohe Bandbreiten möglich sind. Der Datenhunger wächst weiterhin rasant: Laut Jahresbericht der Bundesnetzagentur wurden 2025 im Schnitt 376 Gigabyte pro Breitbandanschluss und Monat übertragen, deutlich mehr als 2024 mit steigender Tendenz.

Ein zentraler Baustein bleibt der geförderte Glasfaserausbau. Im 3. Call wurden im Kreisgebiet 24.500 Adressen erschlossen, mit einem Gesamtvolumen von rund 60 Millionen Euro. Der Ausbau umfasste dabei 1.000 Kilometer Tiefbau. Die Akquise-Quote liegt bei rund 93,5 Prozent. Der Ausbau ist seit Ende 2025 abgeschlossen.

Finanzstarke Förderprogramme

Im 6. Call der Bundesförderung werden im Märkischen Kreis rund 6.700 Adressen erschlossen, die zuvor als unterversorgt galten. Der Fokus liegt hier auf den sogenannten „weißen Flecken“ sowie auf Schulen, Krankenhäuser und Gewerbegebiete. Insgesamt beträgt das Fördervolumen hier rund 98,8 Millionen Euro, finanziert zu 50 Prozent durch den Bund, zu 40 Prozent durch das Land NRW und etwa zehn Prozent durch kommunale Eigenanteile. Der Ausbau läuft bereits: Rund 72 Prozent der Anschlüsse sind fertiggestellt, etwa 504 Kilometer Tiefbau sind umgesetzt. Ende 2026 soll der Ausbau weitestgehend abgeschlossen sein.

Auch im Bundesförderprogramm „Graue Flecken“ geht es voran. Hier werden rund 2.650 Adressen mit Glasfaser erschlossen. Rund 41 Prozent der Anschlüsse sind hergestellt. Der Tiefbau steht bei etwa 61 von insgesamt 129 Kilometern. Ziel ist hier der vollständige Ausbau bis Ende des Jahres.

Neben den Förderungen spielt der eigenwirtschaftliche Ausbau der Telekommunikationsunternehmen eine zentrale Rolle. Anbieter treiben den Ausbau in unterschiedlichen Gebieten voran. Die Glasfaserquote im Märkischen Kreis liegt aktuell bei rund 49,7 Prozent, die Gigabitversorgung bei rund 81,9 Prozent. Kupfernetze und Kabel-TV-Strukturen spielen weiterhin eine Rolle, werden aber zunehmend durch Glasfaser ersetzt.

Neue Ausbaugebiete im Glasfaseratlas verfolgen

Ein wichtiges Instrument bleibt der Glasfaseratlas. Sobald neue Ausbaugebiete feststehen, werden diese beim Märkischen Kreis veröffentlicht (www.maerkischer-kreis.de/glasfaseratlas ). Bürgerinnen und Bürger können sich dort jederzeit über den aktuellen Stand und geplante Maßnahmen informieren. „Das Ziel ist, für alle Beteiligten nachvollziehbar zu machen, wo der Ausbau steht und welcher Netzbetreiber mit Glasfaser versorgt“, sagt Matthias Pohl. Deshalb sei die Koordination so wichtig. Die Koordinatoren der digitalen Infrastruktur, Matthias Pohl und Thomas Hoheisel, unterstützen Kommunen, vermitteln zwischen Telekommunikationsunternehmen und Bauakteuren, begleiten Genehmigungsprozesse und leiten die Förderverfahren.

Auch der Mobilfunkausbau bleibt Thema. Die Flächenversorgung bei 4G liegt netzübergreifend bei 98 Prozent im Märkischen Kreis, bei 5G sind es 94 Prozent. Der Ausbau neuer Mobilfunkstandorte erfolgt weiterhin vor allem dort, wo er für die Netzbetreiber wirtschaftlich darstellbar ist. Ergänzend dazu greifen Versorgungsauflagen der Bundesnetzagentur, die unter anderem eine nahezu flächendeckende Versorgung entlang von Kreisstraßen sowie perspektivisch rund 99,5 Prozent Flächenabdeckung bis 2029/2030 vorsehen. Hierfür werden bereits zahlreiche neue Standorte von den Netzbetreibern geplant und gebaut.

Trotz der topografisch anspruchsvollen Bedingungen ist die Versorgung im Märkischen Kreis insgesamt bereits auf einem guten Niveau, bilanzierte Matthias Pohl als Kreiskoordinator für digitale Infrastruktur im Digitalausschuss. Der Ausschuss tagte diesmal im TUMO-Kreativzentrum für digitale Medien und Technologie in Lüdenscheid.

Pressekontakt:
Märkischer Kreis, Alexander Bange / 02351 966 6150

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Der Digitalausschuss tagte diesmal im TUMO-Kreativzentrum für digitale Medien und Technologie in Lüdenscheid. Matthias Pohl, Kreiskoordinator für die digitale Infrastruktur, gab einen Überblick über den aktuellen Stand von Glasfaser- und Mobilfunkausbau im Kreisgebiet. Foto: Alexander Bange / Märkischer Kreis

Der Digitalausschuss tagte diesmal im TUMO-Kreativzentrum für digitale Medien und Technologie in Lüdenscheid. Matthias Pohl, Kreiskoordinator für die digitale Infrastruktur, gab einen Überblick über den aktuellen Stand von Glasfaser- und Mobilfunkausbau im Kreisgebiet. Foto: Alexander Bange / Märkischer Kreis