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Iserlohn.
Das Blechbläser-Ensemble „Iserlohn Brass“ der Musikschule Iserlohn unternahm kürzlich eine Konzertreise ins deutsch-niederländische Grenzgebiet. Das Resümee: ein beeindruckender Tag im Rheinland und ein Auftritt vor begeistertem Publikum. Auf viele, hochkarätige Konzerte im hiesigen Raum kann das bekannte Blechbläser-Ensemble seit der Gründung im Jahre 2000 zurückblicken. Zu den Höhepunkten der letzten Jahre zählen die gemeinsamen Auftritte im Parktheater Iserlohn mit „German Brass“ und „Blechschaden“ – dem Blechbläser-Ensemble der Münchener Philharmoniker. Unvergessen sind bis heute zudem die beiden Konzertreisen in die ungarische Partnerstadt Nyíregyháza.
Nun folgte „Iserlohn Brass“ der Einladung zur Buchpräsentation von Karl Beumers – Vater von Trompetenlehrer und Ensembleleiter Stefan Beumers. Karl Beumers, der sich seit Jahren als Heimatforscher für die Erhaltung der Geschichte des Rheinlandes einsetzt, konnte nun sein siebtes Buch veröffentlichen. Inhaltlich befasst er sich darin mit dem rheinischen Bergbau, im Besonderen mit der Zeche „Carolus Magnus“ in Übach-Palenberg. Unterstützt durch den Bürgermeister der Stadt konnte die Präsentation in der komplett erhaltenen Lohnhalle der Zeche, die 1962 schließen musste, stattfinden. So bezog sich dann auch das Rahmenprogramm der Konzertreise auf den Kohleabbau im Rheinland. Bereits am frühen Morgen waren die Musiker aufgebrochen, um am Aussichtspunkt des Braunkohletagebaus Garzweiler die unglaublichen Ausmaße erleben zu können. Anschließend besuchten die Musiker das Dorf Immerath, welches in Kürze ganz dem Tagebau weichen muss. Anfang des Jahres berichteten die Medien bundesweit vom Abbruch der dortigen Dorfkirche. Stefan Beumers hatte auch ein Treffen mit einem der letzten dort lebenden Bauern organisiert. Dieser gab den Musikern einen ehrlichen Blick auf das Leben in einem Geisterdorf.
Tief berührt hiervon musizierten die jungen Musiker anschließend in der alten Lohnhalle der Zeche „Carolus Magnus“. Nach kürzester Zeit hatten sich Leon Severin, Leon Sadowski und Arne Berheide (Trompeten), Alexander Menke (Horn), Marvin Thiel (Tuba), Daniel Bohle und Stefan Beumers (Posaunen) in die Herzen der zahlreich erschienenen Zuhörer gespielt. Wie intensiv der geschichtsträchtige Ort immer noch in der Öffentlichkeit präsent ist, erfuhren die Iserlohner Musiker zum Abschluss der Veranstaltung beim traditionellen Steigerlied. Die Musiker um Stefan Beumers staunten nicht schlecht, als sich bereits nach wenigen Tönen der Einleitung alle Anwesenden von den Stühlen erhoben und den Text laut mitsangen. Mit langanhaltendem Applaus bedacht, verabschiedete sich „Iserlohn Brass“ vom begeisterten Publikum, nicht ohne mehrere Einladungen zu weiteren Konzerten in der Region erhalten zu haben.
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