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03. September 2018
Ein reges Stadtteilleben sorgt für eine vielfältige Tagesordnung
Umfassende Informationen für Ortsbeiräte beim 14. Stadtteiltreffen
Von der erfolgreich begonnenen Entwicklung und Vermarktung der ehemaligen Pioneer Kaserne über die geplante Würdigung des 150. Geburtstags von August Gaul und die Schulentwicklung bis hin zur Parkflächenmarkierung in der Großauheimer Altstadt und die Öffnungszeiten im Stadtteilladen - auch beim 14. Stadtteiltreffen zeugte die Bandbreite der insgesamt 33 verschiedenen Themen von einem regen Stadtteilleben in Großauheim und Wolfgang. Oberbürgermeister Claus Kaminsky, Bürgermeister Axel Weiss-Thiel und Stadtrat Thomas Morlock standen dem Ortsvorsteher Reiner Dunkel und dem Ortsbeirat einmal mehr Rede und Antwort.
Wenig überraschend konnte der OB zunächst einen weiteren Bevölkerungszuwachs vermelden. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres hat sich die Einwohnerzahl von Großauheim und Wolfgang um 323 auf insgesamt 17.809 erhöht. Nachfolgend wurde aber deutlich, dass dies nur der Anfang einer dynamischen Entwicklung ist. Bereits heute sind nach den Worten des Oberbürgermeisters bereits rund 60 Prozent der Grundstücke auf Pioneer verkauft, die für Bauträger vorgesehen sind. Die Planungen für das insgesamt 50 Hektar große Areal laufen auf Hochtouren. „Der Offenlagebeschluss soll in der Oktobersitzung der Stadtverordnetenversammlung behandelt werden“, kündigte er an und ergänzte, dass zum heutigen Stand mit einem Investitionsvolumen von rund 500 Millionen Euro rund 1.600 Wohneinheiten entstehen sollen. Das bedeutet, dass dort am Ende zwischen 4.000 und 5.000 Menschen leben werden.
Einen erheblichen Beitrag auf dem Weg zur 100.000-Einwohner-Marke und damit zur Großstadt könnte auch der Stadtteil Großauheim betragen, wenn auf dem Bautz-Gelände ebenfalls ein Wohnpark entsteht. Wie OB Kaminsky dem Ortsbeirat berichten konnte, gibt es einen interessierten Investor, der auf dem Gelände der ehemaligen Landmaschinenfabrik, wo sich derzeit mehrere große und kleinere Produktions- und Lagerhallen befinden, 800 bis 1.000 Wohneinheiten im Geschosswohnungsbau realisieren will. Es seien zwar noch etliche planungsrechtliche Schritte zu bearbeiten, darunter auch die Frage des Umgangs mit den denkmalgeschützten Teilen auf dem Areal. Doch der OB zeigte sich optimistisch, dass sich die städtischen Gremien im Herbst mit entsprechenden Vorlagen befassen, um so die Basis für den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan zu schaffen.
Während es von dem Baugebiet in den Argonnerwiesen und dem Lehrhöfer Park nicht mehr zu berichten gab, als dass dort alles seinen Gang geht, hatte der OB in Sachen Underwood Neuigkeiten im Gepäck. Wie er dem Ortsbeirat erklärte, hat die Stadt für die Underwood-Kaserne im Stadtteil Großauheim den Erstzugriff beantragt. Hintergrund dieser Entscheidung sei die Überlegung, ob diese Fläche für die Nutzung durch städtische Betriebe ökonomisch und zweckmäßig sei und inwieweit eine Zusammenlegung zu Prozessverbesserungen und weiteren Synergieeffekten führen könnte.
Zudem würde die Verlagerung der HSB und des Bauhofs die Möglichkeiten eines Gewerbeparks am Hauptbahnhof erweitern. „Hier könnte in den nächsten Jahren eine der attraktivsten Gewerbeflächen im Rhein-Main-Gebiet entstehen“, ist sich der OB sicher, dass vergleichbare Qualitäten, wie sie dieser Standort künftig bieten könnte, vergeblich gesucht würden.
Gespräche laufen auch für die Großauheim-Kaserne, deren Verkehrssituation eine logistische Nutzung der Flächen nicht erlaubt und eine gewerbliche Entwicklung des Gebietes grundsätzlich erschwert. Andererseits kommt das Areal aber auch nicht zur Schaffung von neuem Wohnraum in Frage. Jetzt besteht die Chance auf Ansiedlung eines großen Rechenzentrums, bestehend aus fünf großen Neubauten, durch das auch bis zu 250 Arbeitsplätze geschaffen werden könnten.
Mit dem Parkplatz am Bahnhof Großauheim befasste sich der nächste Berichtspunkt des OB. Ziel der städtebaulichen Planung ist es nach seinen Angaben, die Fläche auch weiterhin als Parkplatz zu sichern. Nach dem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 921 „Parkplatz Bahnhof Großauheim“ steht als nächster Schritt die Offenlage an. Nachdem die für das Verfahren notwendigen Gutachten demnächst vorliegen, werde die Offenlage für Herbst dieses Jahres angestrebt.
„Unsere Hoffnungen, die sich mit der erfolgreichen Ansiedlung des Fraunhofer Instituts verknüpft hatten, haben sich allesamt erfüllt“, ließ der OB stolz durchblicken, dass sich die positive Entwicklung auf der früheren Wolfgang Kaserne fortsetzt. Nachdem ALD gerade eine Erweiterung angekündigt habe, sei er optimistisch, dass auch die Vermarktung der verbliebenen Restfläche erfolgreich verlaufen werde. „Wir sind jetzt in der glücklichen Lage, dass wir uns die Unternehmen aussuchen können.“
Mit Blick auf den laufenden Stadtteilentwicklungsprozess erläuterte OB Kaminsky, dass eine neu eingerichtete Lenkungsgruppe ein Arbeitsprogramm erstellt hat, das einen Fokus auf der Entwicklung des Einzelhandels hat. Voraussichtlich Ende September wird der Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service die Detailplanung zur Neugestaltung des Rochusplatzes im Ortsbeirat vorstellen. Breiten Raum wird in den kommenden Monaten im Großauheimer Geschehen der 150. Geburtstag von August Gaul einnehmen. Neben diversen Aktivitäten soll auch ein Gaul-Denkmal künftig an den berühmten Sohn der Stadt erinnern. Wie der OB erläuterte, läuft der Wettbewerb zu dessen Gestaltung überaus vielversprechend. „Da kommt was wirklich Schönes auf Sie zu“, versprach er dem Ortsbeirat stellvertretend für die Großauheimer Bürgerschaft.
Mit einem Überblick über die jüngsten Entwicklungen an den fünf Schulen im Stadtteil übernahm Bürgermeister Axel Weiss-Thiel den Bericht im Ortsbeirat. Dabei verwies er auch darauf, dass der zu erwartende Zuzug in Wolfgang und Großauheim die Struktur im Stadtteil verändern werde und neue Bedarfe entstehen lasse. „Der neue Schulentwicklungsplan für die Grundschulen, an dem wir derzeit arbeiten, versucht diese Entwicklung bereits abzubilden und sieht deshalb eine zusätzliche Grundschule im Pioneer Park vor.“
Die August-Gaul-Schule, die zum Erhebungs-Stichtag 1.11.2017 von 173 Schülerinnen und Schülern besucht wurde, hat zum gerade begonnenen Schuljahr 2018/2019 weitere 38 Schülerinnen und Schüler in sogenannten „Flexklassen“ eingeschult. Zudem ist die Grundschule zum neuen Schuljahr 2018/2019 in den sogenannten „Pakt für den Nachmittag“ eingestiegen. Damit soll ein verlässliches und bedarfsorientiertes Bildungs- und Betreuungsangebot zur Verfügung gestellt werden, das sowohl einen Beitrag zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie als auch für mehr Bildungsgerechtigkeit und Teilhabe leistet. In gemeinsamer Verantwortung von Land und Stadt Hanau integrierte Bildungs- und Betreuungsangebote schultäglich von 7.30 Uhr bis 17 Uhr einschließlich einer Ferienbetreuung im Umfang von 45 Ferientagen eingerichtet werden. Für Investitionen sind nach den Worten des Bürgermeisters und Sozialdezernenten für 2019 im Wirtschaftsplan des Eigenbetriebs Hanau Immobilien und Baumanagement 100.00 Euro enthalten, um die Innensanierung fortzuführen.
Die Eichendorff-Schule verzeichnete zum Stichtag insgesamt 184 Schülerinnen und Schüler die Grundschule. Im Schuljahr 2018/2019 wurden 38 Schülerinnen und Schüler in zwei Klassen eingeschult. In den letzten Sommerferien wurde hier die Abhangdecke der Turnhalle mit Akustikplatten erneuert und eine neue LED-Beleuchtung installiert.
In der Elisabeth-Schmitz-Schule, die derzeit von rund 170 Schülerinnen und Schüler besucht wird, sind im Erdgeschoss zwei neue Klassenzimmer dadurch entstanden, dass Sekretariat und das Rektorzimmer in das 1. Obergeschoss verlegt wurde.
Die Robinsonschule, die oftmals erste Anlaufstation für asylsuchende Menschen aus Sportsfield ist, wurde zum Stichtag von 168 Schülerinnen und Schüler besucht. Im Schuljahr 2018/19 wurden 40 Schülerinnen und Schüler in zwei Eingangsklassen eingeschult.
Die Lindenauschule als integrierte Gesamtschule wurde zum 1.11.17 von insgesamt 1.171 Schülerinnen und Schüler besucht. Hier sollen im Sommer 2019 umfangreiche Sanierungsarbeiten beginnen. Im Wirtschaftsplan von IBM sind dafür bereits 1,5 Millionen Euro eingeplant.
Die Versorgungssituation im Bereich der Kindertagesbetreuung bezeichnete Weiss-Thiel mit insgesamt rund 884 Plätzen, davon 628 in in städtischer Trägerschaft, als zufriedenstellend bis gut. In der Altersgruppe der 0- bis Dreijährigen liege der Versorgungsgrad bei knapp 29 Prozent. In der klassischen Altersgruppe der Kindergartenkinder zwischen 3 und 6 Jahren gibt es für mehr als 80 Prozent der Mädchen und Jungen einen Platz. Bei den Sechs- bis 12-Jährigen gebe es für rund 14 Prozent der Kinder einen Platz. Die Ausbauplanung sehe einen Zuwachs von insgesamt 332 Plätzen vor. Diese sollen mittels einer dritten Gruppe auf Sportsfield, die zeitnah realisiert werde, sowie durch eine neue viergruppige Einrichtung in dem Neubaugebiet Argonnerwiesen und eine neue achtgruppige Einrichtung im Pioneer Park entstehen.
Zu der vom Ortsbeirat im Zuge der Haushaltsberatungen eingeforderte Erweiterung der U3-Betreuung erläuterte Weiss-Thiel, dass bereits jetzt das im Kita-Entwicklungsplan festgehaltene Versorgungsziel für Kinder im Alter von 0 bis 3 Jahre von 25 Prozent überschritten werde. „Großauheim/ Wolfgang ist der Stadtteil, der derzeit am schnellsten wächst. Daher hat der Eigenbetrieb Hanau Kindertagesbetreuung bereits 2017 entsprechende Maßnahmen ergriffen.“
Im Familien- und Jugendzentrum in Wolfgang stehen nach den Worten des Bürgermeisters dank der Projektfinanzierung des Landes Hessen für Stadtteile „mit besonderen sozialen & integrationspolitischen Herausforderungen“ nach wie vor zusätzliche Kapazitäten von insgesamt 46 Wochenstunden für Quartiersmanagement/ Vernetzungsarbeit und soziale Angebote zur Verfügung. In diesem Rahmen konnten eine Vielzahl von Angeboten aufrechterhalten werden, unter anderem ein Stadtteilbüro mit vier festen Öffnungszeiten, Frauen- und Mädchengruppen, eine Theater-AG, ein Trommelworkshop sowie ein kleines Sommerfest. Als neues Angebot soll eine Fahrradwerkstatt aufgebaut werden, die Kinder und Jugendliche darin unterstützen will, die eigenen Räder selbst zu reparieren. Schließlich erhielt das Familien- und Jugendzentrum eine Spende für zwei Bücherschränke, die noch in diesem Jahr aufgestellt werden sollen.
Als begrüßenswert bezeichnete Weiss-Thiel die Entwicklung am Lindenaubad, sich als Gesundheitsbad zu profilieren. Dazu werde der geplante Neubau durch den AquaFitnessClub auf der Fläche der bisherigen Gaststätte erheblich beitragen. Für das kommende Jahr kündigte er außerdem an, dass derzeit die Vorbereitungen dafür laufen, um vom kommenden Sommer an in beiden Bädern der Stadt freie Wlan zur Verfügung zu stellen.
Noch ungeklärt ist die Frage, ob und wo dem Geschichtsverein Wolfgang ein Lagerraum angeboten werden kann. Wie der Bürgermeister ausführte, verfügt der Eigenbetrieb IBM über keine geeigneten Räumlichkeiten und auch der von der Baugesellschaft Hanau gebotene Raum ist nach Einschätzung des Vereins nicht zu diesem Zwecke nutzbar.
Mit einem Zwischenstand zur Sanierung der Auheimer Brücke setzte Stadtrat Thomas Morlock die Information des Ortsbeirates fort. Wie er ausführte, liegt das von HIS beauftragte Gutachten beim Landesamt für Denkmalpflege. Bevor jedoch von dort keine abschließende Stellungnahme vorliegt, kann auch nicht über Abriss und Neubau entschieden werden.
Für den Bahnübergang Heideäcker ist mit der DB Netz AG eine Planungsvereinbarung abgeschlossen worden. Demnach soll in diesem Jahr ein Vorkonzept und eine Variantenuntersuchung vorgelegt werden. In 2019 könnte dann die Entwurfs- und Genehmigungsplanung folgen. Für 2026 sieht die grobe Zeitplanung schließlich die späteste Fertigstellung vor.
Nach verschiedenen Ortsterminen wurden im Bereich der Altstadt die meisten Parkflächenmarkierungen angelegt. Im September sollen hier nach den Worten des Ordnungsdezernenten die letzten Arbeiten abgeschlossen sein. „Für die kurze Übergangszeit bitten wir die Anwohner, alternative Parkmöglichkeiten zu nutzen.“
Mit Nachdruck trat Morlock der Vermutung entgegen, die temporäre Schließung des Stadtteilladens in den Sommermonaten könnten darauf hindeuten, dass das wohnortnahe Angebot ganz gestrichen werden könnte. Man werde auch in den Stadtteilläden die Erleichterungen nutzen, die mit einer zunehmenden Digitalisierung der Verwaltung einhergehen könnten. „Doch im Sinne von Bürgernähe werden wir natürlich auch weiterhin das analoge Angebot aufrechterhalten.“
Weiterhin offen ist laut Morlock die Frage, wo ein Ersatzplatz für den Glascontainer gefunden werden kann, der bisher in der Haggasse stand. Der ursprüngliche Vorschlag, diesen auf dem Parkstreifen gegenüber des Alten Friedhofs aufzustellen, lässt sich wegen der Zufahrt für den Entsorger nicht umsetzen. Die Alternative, den Container auf dem Parkplatz am Museum unterzubringen, könnte jedoch auf Kritik stoßen wegen entfallender Stellflächen. Hier richtete der Stadtrat die Bitte an den Ortsbeirat, noch einmal zu beraten.
Eine Absage erteilte der Stadtrat zwei Wünschen, die der Ortsbeirat im Zuge der Haushaltsberatungen vorgebracht hatte. So ist eine Pflasterung des Bürgersteigs gegenüber des Lindenaubades wirtschaftlich nicht sinnvoll zu realisieren. Dabei verwies er darauf, dass auf der anderen Seite der Straße bereits ein ausgebauter Gehweg vorhanden sei. „Ein kompletter Neuausbau des Gehwegs steht in keinem Nutzen-Kosten-Verhältnis.“ Auch eine Bepflanzung der Lärmschutzwalls Waldwiese ist nach seinen Worten derzeit nicht vorgesehen. Allerdings sei die Pflege in diesem Jahr intensiviert worden, was bereits zu deutlichen Verbesserungen geführt habe.
Erledigt wurden dagegen bereits die geforderten Markierungsarbeiten im Bereich Spitzenweg/Waldstraße. Weitere bauliche Maßnahmen, um unerlaubtes Parken zu unterbinden, sollen nach Morlocks Worten nicht erfolgen. Er kündigte allerdings an, dass die Stadtpolizei dort verstärkt kontrollieren wird, um die Parksituation zu entschärfen.
Abschließend gab Morlock noch einen kurzen Sachstand zum Jagdhaus Wolfgang. Wie er erläuterte, finanziert HessenForst die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes aus betriebseigenen Rücklagen. Die Kosten würden auf rund eine Million Euro geschätzt. Mittlerweile sei der größte Teil des Außenputzes entfernt worden. Die gesamte Infrastruktur werde ebenso wie die Fußböden erneuert. Insgesamt werde das Gebäude durch eine Innenisolierung deutlich energieeffizienter, ohne dass sich der äußere Charakter verändere. Zudem erhalte das Gebäude einen neuen, behindertengerecht erreichbaren und modern ausgestalteten Besprechungsraum im Erdgeschoss. Derzeit sei davon auszugehen, dass das Forstamt Ende April 2019 wieder in das Gebäude einziehen könne.
Pressekontakt: Stadt Hanau, Güzin Langner, Telefon 06181/295-929
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