Abteilung Wirtschaftsdelikte legt Jahresbericht vor
Iserlohn.
Die Schwarzarbeit boomt nach wie vor und ein Ende dieser Entwicklung ist zurzeit nicht abzusehen. So erwartet der Schwarzarbeitsforscher Prof. Schneider von der Universität Linz für das Jahr 2003 ein Plus von fast sechs Prozent bei der Schwarzarbeit. Dies entspricht einem Volumen von zirka 370 Milliarden Euro, nahezu einem Fünftel des Brutto-Inlandprodukts (BIP).
Dieser Trend geht natürlich auch an Iserlohn nicht vorbei, doch die Stadt arbeitet schon seit Jahren erfolgreich dagegen. Zuständig ist die Abteilung Wirtschaftsdelikte im Rathaus, die jetzt den Jahresbericht 2003 vorlegte. Er dokumentiert auch dieses Mal wie in den Vorjahren die erfolgreiche Arbeit der städtischen Mitarbeiter. So nahmen die Fahnder der Abteilung Wirtschaftsdelikte im vergangenen Jahr fast 400 Anzeigen wegen Schwarzarbeit und Leistungsmissbrauchs zum Nachteil des Sozialamtes entgegen. Daraufhin wurden 62 Betriebe und Wohnungen durchsucht. Dies führte zu Bußgeldern in Höhe von rund 300.000 Euro sowie zur Festnahme und Ausweisung von vier illegal hier arbeitenden Ausländern. Außerdem deckten die Ermittler im vergangenen Jahr den Missbrauch von Sozialleistungen in Höhe von rund 480.000 Euro auf. Hier wurden siebzehn Strafanzeigen bei der Staatsanwaltschaft gestellt. In der Summe enthalten ist ein Einzelschaden in Höhe von rund 255.000 Euro, den eine siebenköpfige angeblich staatenlose Familie aus dem Libanon verursachte. Tatsächlich handelte es sich um türkische Staatsangehörige. Die Eltern wurden inzwischen abgeschoben. Gegen weitere Angehörige laufen bereits zahlreiche Ermittlungsverfahren.
"Leider meinen immer noch viel zu viele, Schwarzarbeit oder der Missbrauch von Sozialleistungen seien Kavaliersdelikte. Dass sie so die Wirtschaft nachhaltig schädigen und mitverantwortlich sind für den Abbau von Arbeitsplätzen und auch von Sozialleistungen, sehen sie nicht. Umso wichtiger ist die Arbeit meiner Mitarbeiter, die zunächst immer auch darin besteht, den schwarzen Schafen ein Unrechtsbewusstsein zu vermitteln", erläutert Bürgermeister Klaus Müller eine Ursache des Problems. Natürlich gibt es Unbelehrbare, bei denen jegliche Überzeugungsarbeit nicht fruchtet. Hier müssen drastische Konsequenzen folgen. Aber die städtischen Ermittler haben es fast täglich auch mit "kleinen Sündern" zu tun, die sich einsichtig und reuig zeigen. Bei denen besteht in der Regel nicht die Gefahr, dass sie rückfällig werden. Und das bedeutet natürlich auch einen Erfolg der Abteilung Wirtschaftsdelikte im Kampf gegen Schwarzarbeit und Leistungsmissbrauch.
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