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Iserlohn.
Auf Einladung der Stadt Iserlohn traf sich gestern der Konsensarbeitskreis der Träger Iserlohner Kindertageseinrichtungen im Ratssaal des Rathauses am Schillerplatz. Ihm gehören neben der Stadt die Vertreter der Kirchen, der Wohlfahrtsverbände und freien Träger an. Zentrales Thema der Arbeitssitzung war die einvernehmliche Reduzierung der Kindergartenplätze in den Iserlohner Kindertageseinrichtungen.
Bekanntlich müssen aufgrund der zurückgehenden Kinderzahlen wie in vielen anderen Städten bis zum Jahr 2007 mehrere hundert Kindergartenplätze in Iserlohn abgebaut werden. Dabei soll sinnvoll und in Absprache mit allen Trägern von Kindertageseinrichtungen vorgegangen werden. Dafür verständigten sich die Mitglieder des Konsensarbeitskreises auf mehrere Kriterien.
Das wichtigste Kriterium ist die Bedarfssituation im Stadtteil. Die Schließung einer Kindergartengruppe soll nur dann erfolgen, wenn die wohnortnahe Versorgung mit Kindergartenplätzen durch andere Einrichtungen gewährleistet bleibt. Es sollen vorrangig die so genannten Notgruppen abgebaut werden. Eingruppige Einrichtungen sollen vermieden werden und schließlich sollen Kostenaspekte wie Personal-, Investitions- und Unterhaltungskosten berücksichtigt werden. Auf dieser Grundlage wollen die Träger jetzt ein gemeinsames Konzept beim notwendigen Abbau der Kindergartenplätze erarbeiten. Zeitgleich ist die Aufgabe zu bewältigen, bis 2007 mit der Einführung der offenen Ganztagsschulen die Hortgruppen zu schließen, weil die Landesfinanzierung ausläuft.
In diesem Zusammenhang stellte sich natürlich auch die Frage, was aus den freiwerdenden Mitarbeiterinnen wird und wie betriebsbedingte Kündigungen verhindert werden können. Die Verwaltung schätzt, dass es im Zuge des Abbaues der Kindergartenplätze und der Schließung der Horte bis zum Jahr 2007 zum Verlust von über 60 Arbeitsplätzen kommen wird.
Als einen Lösungsansatz stellte Friedhelm Kowalski, Fachbereichsleiter für Soziales, Jugend, Schule und Sport der Stadt Iserlohn, den Anwesenden das Konzept einer Überleitungsgemeinschaft vor. Die Überleitungsgemeinschaft würde von allen Trägern gemeinsam gebildet. Den Betroffenen bliebe so der Arbeitsplatz erhalten und sie bekämen eine neue angemessene Beschäftigung, zum Beispiel bei den offenen Ganztagsschulen, bei der Betreuung der Unter-Dreijährigen oder auch in anderen Angeboten des Fachbereiches.
Bürgermeister Klaus Müller hat dieses Konzept mit höchster Bedeutung versehen und würde es sehr begrüßen, wenn sich die anderen Träger der Kindertageseinrichtungen zum Mitmachen entschließen könnten. Auch Finanzdezernent Harald Drees erläuterte, dass die Überleitungsgemeinschaft aus seiner fachlichen Sicht ein tragfähiges Konzept sei, um den Verlust der Arbeitsplätze zu verhindern.
Die Anwesenden zeigten sich sehr erfreut über diese Initiative der Stadt, bei der es darum geht, nicht nur eine Lösung für das eigene städtische Personal, sondern für alle betroffen Mitarbeiterinnen zu finden. Das Iserlohner Modell der Überleitungsgemeinschaft könne auch für andere Städte ein Beispiel geben. Die Träger wollen sich jetzt intensiv mit diesem Konzept auseinander setzen und in ihren Gremien beraten. Noch vor den Sommerferien wird der Arbeitskreis erneut zusammen kommen, um das gemeinsame Vorgehen weiter zu diskutieren.
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