Teilnehmer zeigen Collagen zum Thema "Facetten des Lebens"
Iserlohn.
Bürgermeister Klaus Müller und Adelheid Sappok, ehemalige Leiterin des Arbeitsamtes Iserlohn und Vorstandsmitglied im Verein zur Förderung psychisch Kranker e.V., eröffnen gemeinsam am Donnerstag, 15. Juli, um 15.00 Uhr im Haus A der historischen Fabrikanlage Maste-Barendorf eine Ausstellung zum Kunstprojekt "Facetten des Lebens".
15 Teilnehmer eines beruflichen Integrations-Lehrganges des städtischen Fachbereiches Soziales, Jugend, Schule, Sport haben sich in Form von Collagen mit ihren Wünschen, Gedanken und Zielen auseinander gesetzt und ihre Lebens- und Berufssituation reflektiert.
Seit 1994 begleitet die Stadt Iserlohn in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit und den Sozialversicherungsträgern, psychisch kranke Menschen und Schwerbehinderte bei ihrer beruflichen Neuorientierung und Wiedereinstieg in das Arbeitsleben. Die Teilnehmer können durch Praktika arbeitstechnische Fähigkeiten (wieder-)erlangen und ihre Belastung trainieren. Die begleitend stattfindenden Kunstprojekte haben sich dabei als bewährte Bestandteile der pädagogischen Arbeit etabliert. Ganz nach Josef Beuys: "Jeder Mensch ist ein Künstler", kann und soll sich jeder in diesen Projekten künstlerisch ausdrücken, egal welche künstlerische Vorbildung vorliegt und welcher persönliche Geschmack vorherrscht. Berührungsängste können überwunden werden.
Erfahrungen aus den vergangenen Kunstprojekten haben gezeigt, wie positiv sich die Auseinandersetzung mit Kunst auf Menschen mit psychischen Erkrankungen auswirkt. Die Teilnehmer können sich mit ihren Fähigkeiten neu auseinandersetzen. Die Teamfähigkeit und die Kommunikation untereinander wird verbessert. Dies schafft gute Voraussetzungen, sich im Arbeitsleben wieder besser zu etablieren.
Das diesjährige Kunstprojekt wurde wieder in der langjährig bewährten Kooperation von Stadtmuseum und Städtischer Galerie durchgeführt. Begleitet wurde das Projekt von dem Museumspädagogen Peter Häusser, der die künstlerische Leitung hatte sowie von den pädagogischen Mitarbeitern Christine von Larcher, Anja Ketzer und Frank Finkeldei, die die Teilnehmer betreuten.
Der Verein zur Förderung psychisch Kranker e.V. unterstützt dieses Projekt finanziell und hat sich auch in der Vergangenheit bereits bei vorhergehenden Kunstprojekten und Aktionen stark engagiert.
Teilhabe verwirklichen, Gleichstellung durchsetzen, Selbstbestimmung ermöglichen, das waren die Leitgedanken des Europäischen Jahres der Menschen mit Behinderung 2003. Die jährlich stattfindenden Kunstprojekte sind damit ein wichtiger Beitrag, diese Leitgedanken in die Realität umzusetzen und weiter in die Zukunft zu tragen.
Zur Ausstellungseröffnung sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Die Arbeiten sind bis 18. Juli während der üblichen Öffnungszeiten zu sehen.
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