Weltklasse-Cellist konzertiert im Sauerland
Iserlohn.
Tatsächlich: Iserlohn liegt direkt zwischen Prag und Tokio, dazwischen St. Petersburg. Zwar nicht auf der Landkarte, aber im Terminkalender eines der bedeutendsten Cellisten der Welt. Was vielen großen Musikzentren nicht gelingt, in Iserlohn wurde es wahr: David Geringas, mit Yo-Yo Ma und Mischa Maisky unangefochten an der Spitze der gefragtesten Cellisten, sagte zum Iserlohner Festival "Internationale Herbsttage für Musik" zu. Und das nicht nur für ein Konzert, sondern gleich für eine ganze Woche. Denn das Iserlohner Festival hat in fast 30 Jahren seines Bestehens immer wieder die größten der großen Künstler verpflichten können: Ruggiero Ricci, Leon Fleisher, Igor Oistrach und viele andere präsentierten ihre Kunst gerne in der Stadt am Rande des Sauerlandes. Vielleicht haben die kleineren Städte auch bessere Chancen, mit Charme und einem individuellen Konzept ihr Festival aus der Masse des internationalen Konzerttrubels hervorzuheben. David Geringas, mit einem immensen Repertoire von über 50 Cellokonzerten und ebensovielen CD-Produktionen ein ungewöhnlich aktiver Künstler, scheut nicht die Öffentlichkeit, nein, er sucht sie geradezu, denn er ist ein Missionar. Ein Missionar in Sachen Musik, einer, der sich nachhaltig auch um moderne Musik verdient gemacht hat, einer, der überall auch die großartige Musik aus seinem Heimatland Litauen bekannt machen möchte. In Iserlohn gibt er einen internationalen Meisterkurs für handverlesene Studenten und Profimusiker. Und er ist hautnah zu erleben in zwei Konzerten:
Im Auftaktkonzert "CELLO EXQUISIT" am Dienstag, 5. Oktober, um 20.00 Uhr im Parktheater in Iserlohn. Seine Ehefrau Tatjana Geringas - exzellente Pianistin aus der legendären "russischen Schule" des Heinrich Neuhaus am Moskauer Konservatorium - begleitet ihn bei Franz Schuberts "Arpeggione"-Sonate, Robert Schumanns "Adagio und Allegro" op. 70 und bei Sergej Prokofjews wunderbarer Cellosonate. Ebenfalls im Gepäck: "Das Buch", eine packende Komposition des litauischen Komponisten Peteris Vasks.
Beim "Festlichen Abschlusskonzert" des Festivals spielt Geringas am Sonntag, 10. Oktober, um 11.00 Uhr im Parktheater Iserlohn das Cellokonzert von Antonin Dvorák, begleitet vom Hagener Philharmonischen Orchester in Festivalstärke von 65 Musikern unter seinem neuen und vielgepriesenen jungen Generalmusikdirektor Antony Hermus. Zum Festivalkonzept gehört auch die Einbindung des musikalischen Nachwuchses - nicht umsonst ist die Iserlohner Musikschule Gründer und Veranstalter der "Internationalen Herbsttage für Musik". So darf das Iserlohner Musikschulorchester bei Dvoraks "Rondo g-Moll" den gefeierten Gastkünstler begleiten, eine Motivationsspritze sonder gleichen für die jungen Musiker. Das Hagener Philharmonische Orchester rundet das Programm ab mit Beethovens 7. Sinfonie und Richard Wagners Vorspiel zum 3. Akt der Oper "Lohengrin". Der Eintritt kostet zwischen 15,20 und 19,40 Euro (ermäßigt 8,10 bis 10,20 Euro). Karten sind erhältlich an der Tageskasse oder bei der Stadtinformation Iserlohn, Theodor-Heuss-Ring 24 - 26, Tel. 02371-2 17 18 19.
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