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Iserlohn.
In diesem Jahr steht ein Baum im Mittelpunkt der Aktion "Baum des Jahres", der vom Aussterben bedroht ist, die Schwarzpappel. Deutschlandweit wurden nicht mehr als 3.000 Altbäume als unverfälschte Schwarzpappel (Populus nigra) identifiziert. Ihr Name bezieht sich auf die schwarze Borkenfärbung.
Die Pappel ist ein Weichholz und wird deshalb sehr leicht von Holz zersetzenden Pilzen befallen und in ihrer Standsicherheit beeinträchtigt. Sie ist daher eine für dichte Wohngebiete beziehungsweise für Standorte, die nahe an Gebäuden liegen, ungeeignete Baumart. In einer Flussauen-Landschaft, für die die Schwarzpappel charakteristisch ist, bietet sie allerdings mit zunehmendem Alter einen imposanten Anblick. Sie kann bei einem Alter von bis zu dreihundert Jahren eine Höhe von zirka 35 Metern und einen Stammdurchmesser von über zwei Metern erreichen.
Genutzt wird der Baum unter anderem für den traditionellen Holzschuh der Niederlande, in moderner Form aber auch für die Herstellung von E-Gitarren und Snowboards. Das Holz lässt sich leicht bearbeiten und weist eine hohe Abnutzungsfestigkeit auf. Die Schwarzpappel bindet nach Expertenmeinung mehr Kohlendioxid aus der Atmosphäre als jede andere Baumart und kann daher im Kampf gegen den Treibhauseffekt eingesetzt werden.
Seit dem 17. Jahrhundert wurde die Schwarzpappel mit amerikanischen Pappelarten gekreuzt und durch diese Kreuzungen in ihrem natürlichen Lebensraum verdrängt. Auenwälder wurden für landwirtschaftliche Nutzung gerodet, Grundwasserspiegel abgesenkt sowie Flussläufe reguliert. Die heimische Schwarzpappel gehört daher zu den bedrohten Pflanzenarten. Nach Aussage der Forstgenbank in Arnsberg gibt es wenige Einzelvorkommen in Nordrhein-Westfalen. Für Iserlohn liegen keine Erkenntnisse vor.
Die Abteilung Natur und Umwelt hat 19 Steckhölzer dieser Baumart bewurzelt. Die Steckhölzer stammen von der Forstgenbank in Arnsberg und wurden von unverfälschten Schwarzpappeln gewonnen.
Im Rahmen einer für Ende Mai geplanten Pflanzaktion wird die Stadt Iserlohn drei dieser Exemplare auf städtischen Flächen setzen. Bevorzugte Lage sind freie Flussauen-Landschaften wie zum Beispiel an der Ruhr oder am Baarbach. Wer darüber hinaus einer Original-Schwarzpappel dauerhaft einen Standort sichern möchte, kann ein Exemplar der “grünen Baumschüler” kostenlos bei der Abteilung Natur und Umwelt erhalten. Der Ort der Pflanzung wird registriert und an die Forstgenbank weitergeleitet. Als Standort kommen ausschließlich große Flächen in Gewässernähe in Frage. Interessierte Iserlohner, die einen der Stecklinge anpflanzen möchten, können sich mit Patricia White von der Abteilung Natur und Umwelt, im Rathaus II am Werner-Jacobi-Platz 12, Tel. 02371/217-2946, in Verbindung setzen.
Die in Iserlohn und Umgebung vorkommenden Hybrid-Schwarzpappeln unterscheiden sich äußerlich nur minimal von der heimischen Schwarzpappel. Besonders schöne Exemplare stehen zum Beispiel in der Baarbachaue, in der Grünanlage "Eselsbrunnen" und an der Eissporthalle.
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