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Iserlohn.
Stadtgeschichtliche Themen erfreuen sich großer Beliebtheit bei den Iserlohner Bürgerinnen und Bürgern. Eine reizvolle Zeitreise unternahmen 24 Teilnehmer einer VHS-Stadtführung im Mai zum Thema “Villen und Gärten im Bereich Bellevue und Tyrol“ unter der fachkundigen Leitung von Stadtarchivar Götz Bettge, der die Teilnehmer zuvor in einem Vortrag auf den Rundgang vorbereitet hatte.
Die einstige Vorstadt am Tyrol wurde ab etwa 1870 zum bevorzugten Wohngebiet der reichen Iserlohner, die zunehmend aus der Innenstadt fortzogen. Die sich nach Norden erstreckende Bergpartie wurde mit Prachtbauten bedeckt. Einige dieser Häuser stehen heute noch, andere wurden leider abgerissen. Es steht noch die frühere Unternehmer-Villa Ebbinghaus-Möllmann, um 1870 von Hugo Ebbinghaus errichtet. 1894 erwarb Paul Möllmann, Mitinhaber von Kissing & Möllmann, die Villa. Seit 1976 hat die Musikschule der Stadt dort ihre Räume. In der Stennerstraße erinnerte Götz Bettge im Bereich des Stenner-Gymnasiums an die Pracht des Hauses, das früher dort stand: Die Bellevue genannte Doppelvilla der Familien Romberg und Herbers. Zwei Villen, durch einen Wintergarten mit Palmen miteinander verbunden. Küchengarten, Park, Puppenhaus, Kindertheater, Reithalle und ein Festsaal für über 100 Personen - ein edleres Gebäude hat nie in Iserlohn gestanden. Nachdem die Familie 1920 das Anwesen an die Stadt verkaufte, waren die Höhere Mädchenschule, die Polizei und andere Ämter dort untergebracht.
Im Rahmen des VHS-Herbstprogrammes wird Götz Bettge einen Einführungsvortrag zum Tag des offenen Denkmals über “Historische Sakralbauten in Iserlohn“ halten. Weitere Informationen hierzu enthält das neue Programm der VHS, das am 4. August erscheint.
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