Abriss der ehemaligen Metallfabrik Wortmann und Sanierung des Geländes
Iserlohn.
In Iserlohns Innenstadt haben die praktischen Vorbereitungen für den Abbruch der Gebäude auf dem Gelände der ehemaligen Metallfabrik Wortmann begonnen. Diese Arbeiten sind erforderlich, um die bevorstehenden Untersuchungen für die Sanierung des verunreinigten, rund 3.700 m² großen Geländes ausführen zu können. Die Stadt Iserlohn, der Altlastensanierungsverband NRW (AAV) und der Märkische Kreis führen dieses Projekt gemeinsam durch. Am Montag, 20. August, informierten die Projektbeteiligten bei einem Pressegespräch und anschließend in einem Bürgergespräch ausführlich über den geplanten Ablauf der Sanierung.
Unschöne Hinterlassenschaften Die Firma Wortmann betrieb auf dem Areal in der Zeit von etwa 1938 bis zum Jahr 2002 einen Metallverarbeitungsbetrieb mit Galvanik, Gießerei, Dreherei und Schleiferei. Vorwiegend wurden Bad-Armaturen hergestellt. Eine Gefährdungsabschätzung aus dem Jahr 2005 ergab Verunreinigungen des Bodens unterhalb der Gebäude durch leicht lösliche Schwermetalle wie Chrom und Blei. Auch das Grundwasser zeigte bereits Belastungen.
Eine Nacht mit Folgen Wegen eines Brandes auf dem Gelände in der Nacht vom 15. auf den 16. März 2007 kann das ursprünglich geplante Vorgehen von Stadt Iserlohn und AAV – zunächst sollte die Sanierungsuntersuchung erfolgen, anschließend dann der Rückbau und die Sanierung – nicht mehr aufrecht erhalten werden. Der Brand, das Löschwasser und die nachfolgenden Niederschläge, die nun ungehindert in die zerstörten Gebäude eindringen, weichten die teilweise längst marode Bausubstanz weiter auf. Die Standfestigkeit eines großen Teils der Gebäude ist so beeinträchtigt, dass akute Einsturzgefahr besteht. Dadurch sind ein gefahrloses Betreten und damit die Durchführung der Sanierungsuntersuchung nicht mehr möglich.
Der Abbruch der Gebäude wird bis Ende 2007 abgeschlossen sein. Anschließend erfolgen bis zum Frühsommer des Jahres 2008 die sogenannte Sanierungsuntersuchung und -planung. Dann erst kann mit der eigentlichen Sanierung des Geländes begonnen werden.
Die Kosten Die Kosten für den Abbruch, die Sanierungsuntersuchung und -planung werden insgesamt etwa 850.000 Euro betragen, von denen der AAV achtzig Prozent und die Stadt Iserlohn die übrigen zwanzig Prozent übernehmen. Die Kosten der Sanierung selbst können erst nach der Auswertung der Ergebnisse der Sanierungsuntersuchung und -planung kalkuliert werden.
Was die Zukunft bringt Die mit der geplanten Sanierung einhergehende Flächenaufbereitung gibt der Stadt Iserlohn die Möglichkeit, das Areal wieder in den Wirtschaftskreislauf zurückzuführen und gefahrlos zu nutzen. Die Planung der Stadt Iserlohn sieht auf dem westlichen Grundstücksteil eine Wohnnutzung in Form einer Straßenrandbebauung zur Schließung der vorhandenen Baulücke vor, auf dem östlichen Geländeteil soll zunächst eine Stellplatzanlage errichtet werden. Langfristig soll auch auf dem östlichen Geländebereich eine Wohnbebauung entstehen. Zudem ist inmitten des Areals die naturnahe Offenlegung des Baarbaches vorgesehen.
Ansprechpartner: Stadt Iserlohn: Michael Rüther, Telefon 02371 / 217-2943 AAV NRW: Dr. Rita Bettmann, Telefon 02324 / 5094-18
Hintergrundinformation zum AAV Der Altlastensanierungs- und Altlastenaufbereitungsverband NRW (AAV) unterstützt in Nordrhein-Westfalen Kreise, Städte und Gemeinden: Er saniert auf Antrag der Kommunen Altlastenflächen oder Grundstücke mit schädlichen Bodenveränderungen, wenn z. B. kein Verantwortlicher mehr gefunden werden kann oder wenn dieser finanziell dazu nicht in der Lage ist. Der AAV bringt dabei bis zu 80 % der finanziellen Mittel auf und übernimmt außerdem in der Regel auch das Projektmanagement. Der Vorteil ist, dass er dabei seine vielfältigen Erfahrungen in die Sanierungsmaßnahmen einbringt, die er in den Jahren seit seiner Gründung im Jahr 1988 gesammelt hat. Hinter dem AAV stehen im Rahmen einer freiwilligen Kooperationsvereinbarung das Land Nordrhein-Westfalen, die Kommunen des Landes sowie Teile der nordrhein-westfälischen Wirtschaft. Zurzeit wendet der Verband zirka zehn Millionen Euro pro Jahr für Sanierungsmaßnahmen auf. Mögliche Rückflüsse aus Verkäufen sanierter Grundstücke werden dann sofort wieder in Projekte investiert.
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