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Iserlohn.
Manege frei heißt es in diesem Jahr bei “Kids und Kunst”. Das jährlich wiederkehre Projekt soll Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen kulturellen und sozialen Erfahrungen zur Zusammenarbeit in der Kunst motivieren. Da Kunst auch immer mit "Können" in Verbindung gebracht wird, stehen ihnen professionelle Künstler zur Seite und unterstützen sie dabei. Da es auch für Kinder von großer Bedeutung ist, die eigenen Arbeiten zu präsentieren, wird das Erlernte abschließend in einer öffentlichen Aufführung gewürdigt.
Nachdem im vergangenen Jahr bereits die "Kindergesundheit" mit der Veranstaltung "Fit und Mobil" Thema des Weltkindertages in Iserlohn war, steht die diesjährige Aktion “Kids und Kunst” ganz im Zeichen der Bewegung: In der zweiten Herbstferienwoche sind 300 Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis siebzehn Jahren eingeladen, in die spannende Welt des Circus einzutauchen. Vom 1. bis 6. Oktober wird täglich von 9.00 bis 12.00 Uhr und von 13.00 bis 16.00 Uhr in einem Zweimast-Zelt auf der Wiese am Fritz-Kühn-Platz und in einer Sporthalle trainiert. Die Kinder und Jugendlichen lernen in den ersten Tagen die Vielfalt des Circus kennen und entscheiden sich dann für ein Genre. Ob als Zauberer, Akrobat, Jongleur oder Techniker am Mischpult - jeder findet seinen Platz.
Jedes Circusgenre spricht dabei andere Bereiche des Körpers und der Persönlichkeit an. Das Balancieren auf Einrad, Rola oder Laufkugel fördert spielerisch das Gleichgewichtsgefühl und macht vor allem Spaß. Über das Schauspielern als Clown oder Zauberer werden neue Facetten der Persönlichkeit entdeckt und weiterentwickelt. Beim Feuerschlucken oder beim Gang auf dem Nagelbrett werden Ängste überwunden und neue Perspektiven eröffnet.
Die Kinder und Jugendlichen lernen auch, dass eine Circusgemeinschaft ohne Regeln und gegenseitige Hilfe nicht funktionieren kann und dass Zusammenarbeit und Erfolg miteinander verknüpft sind. Das Lächeln für das Publikum, der Dank mit der ausgestreckten Hand an das Orchester oder das Kompliment sind wichtige Ausdrucksformen der artistischen Gemeinschaft. Andere Regeln haben praktische Gründe: Requisiten pfleglich zu behandeln erhält nicht nur das Material, sondern verhütet Unfälle. Der Schwur der Zauberer dient der Wahrung von Zaubergeheimnissen und fördert wie der gemeinsame Clownsruf das Gruppengefühl. Beim gemeinsamen Training werden Vorbehalte abgebaut, Konflikte gelöst und es entsteht ein gemeinsames Werk, in dem jeder seinen Platz hat und Verantwortung für den Anderen und das Ganze trägt.
Das einwöchige Circusprojekt endet mit einem Auftritt vor Publikum: Am Samstag, 6. Oktober, sind drei Vorstellungen geplant, in denen die Nachwuchsartisten ihr Können den Eltern, Geschwistern und Großeltern präsentieren können.
Circustechnisch geleitet wird das Projekt vom Circus "Zapp Zarap" aus Leverkusen, der auch das Zelt, dass 350 Zuschauern Platz bietet, sowie Licht- und Tontechnik und Requisiten zur Verfügung stellt. Pädagogisch begleitet wird das Projekt von den Mitarbeiterinnen des Kinder- und Jugendbüros. Unterstützt werden sie von Mitgliedern des Kinder- und Jugendrates und des Vereins Kinderlobby sowie Schülerinnen und Schülern des Berufskollegs des Märkischen Kreises. Die insgesamt dreißig Circustrainer im Alter von vierzehn bis sechzig Jahren wurden von Fachleuten des Circus “Zapp Zarap” auf ihre Aufgabe vorbereitet. Die Schulung beinhaltete sowohl eine Einführung in grundlegende Circustechniken als auch die Abläufe und Regeln im Circus und die notwendigen Sicherheitsaspekte.
Im Circuszelt, das mit modernster Ton,- Licht- und Videotechnik ausgestattet ist, finden in der trainingsfreien Zeit (1. bis 5. Oktober, jeweils ab 17.00 Uhr) verschiedene Kinderkulturveranstaltungen statt. In Kooperation mit dem Kinder- und Jugendrat wurden ein Tanztheater, ein Puppentheater, die Verfilmung des Kinderbuchklassikers “Das Sams” und ein Disco-Abend für alle Circuskinder organisiert.
250 Plätze für das Circuscamp sowie Karten für die weiteren Kinderkulturangebote im Zelt werden im Rahmen der Anmeldung für die Herbstferienspiele vergeben. Erster Anmeldetag ist am Samstag, 8. September, von 9.00 bis 12.00 Uhr im Iserlohner Rathaus. Wer keine Möglichkeit hat, am Samstag zur Anmeldung zu kommen, kann dies ab Montag, 10. September, nachholen. Das Kinder- und Jugendbüro ist montags bis mittwochs von 8.00 bis 16.00 Uhr, donnerstags von 8.00 bis 18.00 Uhr und freitags von 8.00 bis 12.00 Uhr jeweils durchgehend geöffnet.
Weitere fünfzig Campplätze können zu Beginn des Projektes direkt “vor Ort” gebucht werden. Die Teilnahme kostet 25 Euro. Kinder und Jugendliche, die die Kulturangebote im Circuszelt besuchen möchten, zahlen zwei Euro und fünfzig Cent Eintritt.
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