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Pressemitteilung vom 30.10.2007
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Endgültiges Obduktionsergebnis über die Ursache des Todes von André: André ist nicht verhungert und verdurstet!
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Iserlohn. “Die Diagnose einer todesursächlichen Mangelernährung lässt sich nicht weiter aufrechterhalten.” Nach Abschluss umfangreicher Laboruntersuchungen kommt das Rechtsmedizinische Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin Dortmund in seinem Bericht über das endgültige Obduktionsergebnis zur Todesursache des im Juni verstorbenen Säuglings André zu dieser sehr klaren und eindeutigen Feststellung. André ist an einer Virusinfektion gestorben. Er ist nicht verhungert und verdurstet.

Die weitere Bewertung und die juristische Beurteilung des Schlussgutachtens liegen noch bei der Staatsanwaltschaft. Dieser abschließende Vorgang kann nach Mitteilung der Behörde noch einige Wochen in Anspruch nehmen.

Die deutschlandweite Empörung beim Bekanntwerden des Kindstodes beruhte auf dem Anschein, ein Säugling sei “unter den Augen” des Jugendamtes verhungert. Nunmehr schätzt das Rechtsmedizinische Gutachten das Gewicht des Jungen vor der Erkrankung als normal ein. Durch den schnellen Todesverlauf einer fieberhaften Entzündung sei ein erheblicher Gewichtsverlust eingetreten. Dadurch schien es zunächst so, als habe der nach fünf Tagen obduzierte kleine Leichnam ein viel zu geringes Gewicht. Der Verdacht einer daraufhin vermuteten Mangelernährung lasse sich nicht aufrechterhalten, zumal auch keine hohe Acetonkonzentration festgestellt wurde, die die Annahme eines Mangelzustandes stützen würde, heißt es im abschließenden Gutachten.

Die Stadt Iserlohn hat schon zu einem frühen Zeitpunkt erklärt, dass nicht die Rechtfertigung der Behörde in den Vordergrund treten darf, sondern der Tod des Kindes den ersten Rang einnimmt. Dennoch lösen die jetzigen Ergebnisse der Rechtsmedizin verständlicherweise Erleichterung bei allen Beteiligten aus. Das Jugendamt ist nicht der Täter, sondern der Wächter. Und wenn der Wächter eine Gefahr übersieht, ist das ein schwerer Schock.

Einen Grund für Zufriedenheit oder gar Genugtuung sieht die Stadt nicht. Tatsache ist, dass auch in Iserlohn viel zu viele Kinder von Vernachlässigung bedroht sind. Iserlohn liegt voll in einer bundesweiten Entwicklung, die Anlass zu größter Besorgnis gibt. Die Jugendämter können dieser Entwicklung nicht mehr allein gerecht werden. Eine Strategie liegt darin, eine bürgerschaftliche Verantwortungsgemeinschaft zu bilden. Alle Bürgerinnen und Bürger, aber auch alle Behörden, Schulen, Einrichtungen und Dienste, sind aufgefordert, in ihrem Umfeld auf Vernachlässigungen zu achten und diese dem Jugendamt mitzuteilen. Selbstverständlich werden solche Hinweise vertraulich behandelt. Jede Meldung wird aufgenommen und sorgfältig recherchiert. Dabei verstehen es die Fachkräfte des Jugendamtes, ihre Hausbesuche als Hilfe darzustellen und nicht als Bedrohung.

Auch wenn sich der Tod von André jetzt als tragischer Krankheitsverlauf darstellt, verfolgen alle Städte und Gemeinden sowie das Land und der Bund die hochrangige Aufgabe, neue Wege zu finden, um vernachlässigten Kindern zu helfen. Ein Dank gilt den Fraktionen im Rat der Stadt Iserlohn, die sich sehr konstruktiv hinter die Arbeit des Jugendamtes gestellt haben. Ganz sicher werden Rat und Verwaltung unvermindert an dieser Verpflichtung weiterarbeiten, damit alle Kinder in Iserlohn eine glückliche Kindheit verleben können und eine positive Weichenstellung für ihr weiteres Leben bekommen.



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