"Von der Völkerverständigung zur Projektarbeit - Internationale Zusammenarbeit der Kommunen"
Schüleraustausche, Sportler- und Künstlerbegegnungen, Treffen von Musikgruppen und Chören - wer kennt nicht die vielfachen Varianten von Begegnungen, die seit Jahrzehnten im Rahmen von Städtepartnerschaften stattfinden. Diese Städtepartnerschaften haben gerade durch das Engagement der Bürgerinnen und Bürger einen gar nicht hoch genug einzuschätzenden Beitrag für die Friedenssicherung und den europäischen Einigungsprozess geleistet.
Dass Städtepartnerschaften auch einen weiteren großen Nutzen haben können, zeigte die Iserlohner Städtepartnerschaftskonferenz vom 10. bis 12. Dezember unter dem Titel "Von der Völkerverständigung zur Projektarbeit - Internationale Zusammenarbeit der Kommunen". Rund 120 Teilnehmer, darunter sechzig Delegierte aus den Iserlohner Partnerstädten und deren Partnergemeinden erörterten dabei die Möglichkeiten fachlicher und thematischer Zusammenarbeit.
Die Stadt Iserlohn begrüßte Teilnehmer aus 14 Städten in 12 Nationen: Almelo (NL), Chorzów (PL), Creil (F), Glauchau (D), Hall in Tirol (A), Jibou (RO), Laventie (F), Nowotscherkassk (RUS), Nyíregyháza (HU), Preston (UK), Sommacampagna (I), Termoli (I), Zlin (Cz).
Bürgermeister Klaus Müller hob in seinen Grußworten an die Konferenzteilnehmer hervor, dass für Iserlohn seit über 50 Jahren die Europapolitik, zunächst basierend auf den Städtepartnerschaften, eine besondere Bedeutung habe. Neben den traditionellen Inhalten der Völkerverständigung enstünden angesichts der europäischen Vielfalt durch die zunehmende Integration, den Abbau von Grenzen und die stärkere Mobilisierung auch mehr gemeinsame Themen. Zudem sei Europa der am weitesten in zahlreiche Staaten, Kultur- und Sprachgemeinschaften aufgegliederte Teil der Welt. Anknüpfend an die europäische Vielfalt seien die Ausrichtung der Städtepartnerschaften auf aktuelle Fragen und Problemstellungen und der fachliche Austausch bis hin zu Kooperationen in gemeinsamen EU-Projekten sinnvoll. Abschließend wertete er die Konferenz als Erfolg: "Eines der Ziele dieser Konferenz, Netzwerke zu bilden, wurde erreicht. Die Idee, gemeinsame Projekte auf der Basis der schon bestehenden traditionellen Städtepartnerschaften aufzubauen, ist so einfach und gerade deshalb auch so faszinierend und vor allen Dingen auch realisierbar."
Landtagspräsidentin Regina van Dinther und Europabgeordneter Dr. Peter Liese richteten Grußworte an die Konferenzteilnehmer. Regina van Dinther betonte, dass das Europa der 27 nur gelebt werden könne durch die Menschen und bezeichnete Städtepartnerschaften als "Eintrittskarte in neue Märkte". Dr. Peter Liese sagte, es sei "im Sinne der Bürger, dass sich die Stadt europäisch engagiere". Er verspricht sich davon eine verbesserte Zusammenarbeit der beteiligten Städte in der globalisierten Welt.
Die Konferenz gliederte sich in zwei Teile:
In Vorträgen wurden Sinn und Vorteile der Zusammenarbeit der Kommunen in internationalen Netzwerken und Projekten aufgezeigt, Grundwissen über EU-Politikfelder und Förderprogramme vermittelt und "Good Practice-Beispiele" internationaler Kooperationen aufgezeigt. Die Themen waren im Einzelnen:
- Möglichkeiten thematischer Zusammenarbeit im Rahmen des Programms "Bürgerinnen und Bürger für Europa"
- Rolle kleiner und mittelgroßer Städte in der Umsetzung der Lissabon-Strategie - eine thematische Konferenz im Rahmen des Programmes "Europa für Bürgerinnen und Bürger"
- Nutzen der Teilnahme an EU-Projekten
- Städtepartnerschaften und Städtenetzwerke als Instrumente kommunaler Europaarbeit
In sechs verschiedenen Workshops wurden unter Beteiligung von Fachleuten die Möglichkeiten der Zusammenarbeit in den EU-Förderprogrammen INTERREG IV, "Jugend in Aktion", "Kultur" und "Lebenslanges Lernen" (jeweils Inhalte, Antragstellung, Good-Practice-Beispiele) erörtert sowie internationale Kooperationen in den Bereichen "Soziales", "Recht und Gesellschaft" und "Knüpfung von Wirtschaftskontakten zwischen Partnerstädten" erörtert. Nicht zuletzt dienten die Workshops auch als "Ideen- und Projektbörse".
Unterstützt wurde die Konferenz von in internationaler Projekt- und Netzwerkarbeit erfahrenen Referenten aus Köln, Düsseldorf und Hagen. Zudem beteiligen sich verschiedene Beratungsstellen wie die Kulturpolitische Gesellschaft, das Institut für internationale Zusammenarbeit und Partnerschaften Bonn, EuropeDirect Hagen oder das Beratungscenter Ausland der NRW Bank. Die EU-Kommission unterstützte die Konferenz finanziell.
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