Iserlohn.
Am kommenden Montag beginnen umfangreiche Kanalbauarbeiten im Bereich Nickelstraße / Immermannstraße. Der vorhandene offene Mischwasserkanal, der an der westlichen Seite des Hembergs verläuft, wird stillgelegt. Ersetzt wird er durch einen zirka vierhundert Meter langen Abwasserkanal, der in einer anderen Trasse als der bisherige, nämlich von der Immermannstraße durch die Nickelstraße und weiter in Richtung Müllverbrennungsanlage, verläuft. Der neue Kanal aus Stahlbetonrohren mit 140 Zentimetern Innendurchmesser wird in unterirdischer, so genannter geschlossener Bauweise, mittels Schildvortrieb verlegt. Dazu werden von einer Baugrube in der Nickelstraße aus die Rohre hinter einer Schildvortriebsmaschine durch hydraulische Pressen in zwei Richtungen zu den jeweiligen Zielpunkten an der Immermannstraße und hinter der Müllverbrennungsanlage vorgepresst. Ab da werden Verbindungskanäle zwischen den Zielpunkten des Rohrvortriebes und den jeweiligen Anschlusspunkten an das städtische Kanalnetz in der offenen Bauweise, also in einem ausgeschachteten Kanalgraben, verlegt. An den Zielpunkten des Rohrvortriebs, an den Anschlusspunkten des Kanalnetzes sowie im Bereich der Baugrube Nickelstraße entstehen Schachtbauwerke aus Stahlbeton. Ebenfalls neu verlegt wird ein Sammelkanal aus Beton zur Entwässerung der Gebäude und Verkehrsflächen in der Nickelstraße. Dieser Sammelkanal wird an den neuen Hauptsammler angeschlossen. Der alte, stillzulegende offene Mischwasserkanal wird nach Inbetriebnahme des neuen Kanals teilweise mit Aushubboden verfüllt.
Der Durchgangs- und Anliegerverkehr ist während der Bauarbeiten jederzeit gewährleistet. Allerdings muss in der Nickelstraße zeitweise mit erheblichen Behinderungen durch Baustellenverkehr gerechnet werden.
Die Einrichtung der Baustelle, Anfuhr und Abtransport von schwerem Bohrgerät und Spezialkränen, Herstellen und Beliefern der Vorpressgrube (insgesamt 120 Einzeltransporte per Tieflader für die vorzupressenden Rohrstücke), der Bau der meisten Schachtbauwerke sowie die Verlegung des neuen Sammelkanales erfolgen über die Immermann- und Nickelstraße. Nach Abschluss aller Kanalbauarbeiten werden die Straßenoberflächen wiederhergestellt.
Die Erschließung der Baustelle im Bereich hinter der Müllverbrennungsanlage als einer von zwei Zielpunkten des Vortriebes erfolgt über die Seilersee- und Scheffelstraße. Hier sind wesentlich geringere Beeinträchtigungen des öffentlichen Straßenverkehrs zu erwarten. Für die Bergung der Vortriebsmaschine, für die Anlieferung der in offener Bauweise zu verlegenden Verbindungsrohre zum Kanalnetz sowie für An- und Abtransport der notwendigen Baumaschinen sind nur wenige Schwertransporte erforderlich. Tiefbauarbeiten zur Wiederherstellung der Straßenoberflächen werden hier voraussichtlich nicht erforderlich sein.
Sozusagen zur Vorbereitung der gesamten Baumaßnahme wurden alle wichtigen Wasser- und Stromleitungen bereits verelegt, um die Bauzeit so kurz wie möglich zu halten. Dennoch werden die Bauarbeiten voraussichtlich frühestens im Juli abgeschlossen sein. Den Baubeschluss fasste der Rat der Stadt im Dezember 2006. Die Baukosten betragen rund 2,2 Millionen Euro.
Mit der Bauausführung hat die Stadt die Firma K-Boringen aus Hasselt in Belgien beauftragt. Subunternehmer ist das sauerländische Tiefbauunternehmen Feldhaus & Söhne aus Schmallenberg. Während die Firma K-Boringen als Spezialtiefbauunternehmen beim Verlegen von Stahlbetonrohren im unterirdischen Schildvortrieb gilt, wird Firma Feldhaus die Verlegung der Verbindungskanäle in offener Bauweise sowie die Herstellung der Baugruben und Schächte vornehmen.
Ansprechpartner bei der Stadt Iserlohn ist Andreas Graumann von der Abteilung Stadtentwässerung, Tel. 02371 / 217-2730.
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