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Iserlohn.
Der Beifall der rund fünfzig Besucherinnen im Ratssaal der Stadt Iserlohn wollte nicht enden, nachdem die Autorin Herrad Schenk am gestrigen Mittwoch, 24. September, ein leidenschaftliches Plädoyer für eine positive Sichtweise des Alters gehalten hatte. Denn Älterwerden ist nicht mehr das was es einmal war, sagt Herrad Schenk in ihrem neuen Buch "Der Altersangstkomplex".
Älter werden bedeutet heute nicht mehr dasselbe wie noch vor fünfzig Jahren. Heute geht es den meisten älteren Menschen noch prächtig, wenn sie die 65 überschritten haben. Sie sind fit, haben viel freie Zeit und können ihren Interessen nachgehen. Und das Beste: Sie haben noch einen langen Lebensabschnitt vor sich, einen der länger ist als Kindheit und Jugendzeit zusammen. Und deshalb gilt es, diese letzte Lebensphase positiv zu gestalten. Die Möglichkeiten dafür sind vorhanden, sie müssen nur genutzt werden. Älter werden ist aus Sicht der Autorin eine große Chance, Neues zu entdecken und sich selbst zu verwirklichen.
Die studierte Sozialwissenschaftlerin verstand es mit Sachkompetenz und einem brillianten Vortragsstil, den Besucherinnen die Angst vor dem Alter zu nehmen, ohne dabei die Schattenseiten des Alters zu verleugnen. Natürlich gehören Krankheit und Leistungsabfall dazu, viele ältere Menschen verfügen aber bis zirka 85 Jahre über eine gute körperliche und geistige Gesundheit, nicht zuletzt dank der Fortschritte in der Medizin. Hinzu kommt, dass ältere Menschen viel seltener unter negativen Gefühlszuständen leiden. Sie sind allgemein zufriedener und schätzen sinnvolle Lebensinhalte und Kontakte. Dabei hat zum Beispiel für Frauen der Austausch mit ihren Freundinnen hohe Bedeutung. Denjenigen, die nicht über ein Netzwerk von Freundschaften verfügen, rät Herrad Schenk deshalb, Freundschaften aufzubauen und zu pflegen. Sie hält sie für eine zentrale Stütze im Alter.
Abschließend appellierte Schenk an die eigene Verantwortung dafür, das Älterwerden aktiv zu gestalten. Hierzu gehört auch, gesellschaftliche Aufgaben zu übernehmen, sich in Entscheidungen einzumischen und junge Menschen auf ihrem Lebensweg wohlwollend zu begleiten.
Die meisten Besucherinnen nahmen ihr am Ende des eineinhalbstündigen Vortrages ab: Älterwerden ist keine Bedrohung, sondern eine große Herausforderung für die Zukunft, die jede mit Lust und Engagement meistern kann.
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