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Iserlohn.
Fast drei Tage lang waren in dieser Woche mehr als hundert Frauen aus verschiedenen europäischen Ländern zu Gast im Iserlohner Rathaus. Der Grund: Das Europabüro und die Gleichstellungsstelle der Stadt hatten zu einer “Europäischen Frauenkonferenz” eingeladen, um europäische gleichstellungspolitische Themen zu diskutieren.
"Eine tolle Atmosphäre und Superorganisation", lobten die meisten Teilnehmerinnen, als sie am Mittwoch Mittag das Iserlohner Rathaus verließen, um die Heimreise anzutreten. Zugleich betonten viele, wie wichtig der Austausch zwischen den Städten und Ländern sei, um unterschiedliche Sichtweisen zu hören und um voneinander zu lernen. So sei etwa die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in den nordeuropäischen Ländern selbstverständlicher als bei uns. Dementsprechend anders gestalte sich auch die Unterstützung von berufstätigen Eltern. Gemeinsam sei jedoch allen europäischen Ländern der Eintritt für Freiheit, Demokratie, Solidarität und Toleranz. Die Gleichstellung von Frauen und Männern sei dabei ein Grundprinzip der Europäischen Union. Dennoch werde dieses Prinzip noch lange nicht im Alltag gelebt. “Zum Beispiel sind Frauen in Entscheidungspositionen weiterhin eine Minderheit und Organisationen laufen weiterhin mit männlichen Netzwerken", hob Professorin Ilse Lenz von der Uni Bochum in ihrem Vortrag über die Chancen von Frauen auf dem europäischen Arbeitsmarkt hervor. Ein weiteres Beispiel sei die europaweite Gewalt gegenüber Frauen, die vor allem im häuslichen Umfeld stattfinde.
Um diese Situation zu verändern, waren sich viele Teilnehmerinnen am Schluss der Konferenz darin einig, über die Iserlohner Konferenz hinaus, den Erfahrungsaustausch fortzusetzen. Nur so könnten gleichstellungspolitische Netzwerke zwischen den Städten und Ländern entstehen und die Interessen der Frauen gebündelt werden.
Abschließend riefen die Teilnehmerinnen alle Frauen dazu auf, am 7. Juni zur Europawahl zu gehen, um ihre Stimme der Partei zu geben, die sich besonders für die Gleichstellung von Frau und Mann einsetzt.
Auf diese Ergebnisse blicken Matthias Quaschnik vom Europabüro und Mechtild Beike von der Gleichstellungsstelle mehr als zufrieden zurück: "Unsere Erwartungen haben sich voll erfüllt. Die Teilnehmerinnen haben die Konferenz mit großem Interesse verfolgt und ihre Bereitschaft zur weiteren Zusammenarbeit erklärt. Die Iserlohner Konferenz wird nachhaltig wirken. Zu dem Erfolg beigetragen haben nicht zuletzt die Kooperationspartner Institut Kirche und Gesellschaft, Gleichstellungsstelle der Stadt Lüdenscheid und Volkshochschule der Stadt Iserlohn.”
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