Iserlohn.
In ganz Deutschland wird das Jubiläum "Freiheit und Einheit" gefeiert, um 60 Jahre Grundgesetz und 20 Jahre Mauerfall zu würdigen. Auch Iserlohn trägt dazu bei, wie Klaus-Dieter Grüner, Leiter des Bürgermeisterreferates, am Donnerstag, 20. August, beim Pressegespräch in der Musikschule erläuterte. Die Ausstellung "Die Kinderjahre der Republik" im Stadtmuseum sowie ein Vortrag und eine Berlinreise der Volkshochschule sind nur einige der Beiträge, die aus Iserlohn an den Deutschen Städtetag gemeldet wurden. Höhepunkt der Feierlichkeiten in Iserlohn wird die Aufführung von Friedrich Schillers "Lied von der Glocke" durch den Oratorienchor Letmathe am Sonntag, 8. November, um 17.00 Uhr in der Katholischen Pfarrkirche St. Kilian in Letmathe sein, zwei Tage vor Friedrich Schillers 250. Geburtstag und einen Tag vor dem 20. Jahrestag des Mauerfalls.
Wie es dazu kam, dass dieses in Deutschland weithin bekannte Gedicht in der prachtvollen Vertonung des romantischen Komponisten Max Bruch zum Jubiläumsanlass aufgeführt wird, erläuterte Paul Breidenstein als musikalischer Leiter des Oratorienchores: Friedrich Schillers Gedicht enthält nicht nur eine Fülle von bekannten Zitaten ("Wo rohe Kräfte sinnlos walten...", "Drum prüfe, wer sich ewig bindet..."), sondern viele Schilderungen des bürgerlichen Alltagslebens, die im Lebensrhythmus vom Klang der Glocke begleitet werden. So geht es um die Taufglocke und die Hochzeitsglocke, aber auch um die Totenglocke, die Feuerglocke, das Sturmläuten und um Glockenschläge, die in Notsituationen warnen, wie eben auch in Zeiten des Aufruhrs, wie sie zwanzig Jahre vor Entstehung des Gedichtes in der französischen Revolution ihren blutigen Niederschlag fanden. Thomas Brenck, Pressewart des Oratorienchores und Deutschlehrer im Ruhestand, wusste zu berichten, dass Schiller durchaus dem Ideal der Freiheit sehr zugetan, aber von den Gräueln, die aus Frankreich berichtet wurden, zutiefst erschreckt war. Und so schildert der Dichter drastisch, was passiert, wenn "das Volk zur Eigenhilfe greift" und die "heil’ge Ordnung" des Gesetzes stürzt - erst 200 Jahre später führte 1989 die weltweit erste friedliche Revolution zum Mauerfall zwischen Ost- und Westdeutschland und damit zur Wiedervereinigung Deutschlands.
Die klangvolle Komposition ist so aufwändig, dass sie nur selten zu hören ist und auch in Iserlohn nur durch die Unterstützung des Rotary Clubs Hohenlimburg / Letmathe und weiterer Sponsoren realisiert werden kann. So ist der Jubiläumsanlass eine hervorragende Gelegenheit, das eindrucksvolle Werk kennenzulernen. Es musizieren der Oratorienchor Letmathe, die Südwestfälische Philharmonie Hilchenbach und renommierte Gesangssolisten unter der Gesamtleitung von Paul Breidenstein.
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60 Jahre Grundgesetz
Oratorienchorleiter Paul Breidenstein (l.) und Klaus-Dieter Grüner, Leiter des Bürgermeisterreferates, bei der Vorstellung des Iserlohner Beitrages zum bundesweiten Jubiläum “Freiheit und Einheit”.
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