Zur Vorbereitung auf ihre Tätigkeit in neuen Betreuungsgruppen absolvierten 27 ehrenamtliche Frauen und Männer in den letzten Wochen eine 30 Stunden-Fortbildung bei der Volkshochschule Iserlohn zum Krankheitsbild Demenz in Kooperation mit dem Demenz-Service-Zentrum NRW, Region Dortmund. Inhalte der Schulung waren unter anderem: das Krankheitsbild Demenz, Kommunikationsmethoden, Umgang mit herausfordernden Verhaltensweisen, Beschäftigungsangebote und pflegerische Grundlagen.
Am Freitag, 4. Februar, überreichte Katrin Brenner, Erste Beigeordnete und Leiterin des Ressorts Generationen und Bildung der Stadt Iserlohn den neuen ehrenamtlichen Betreuern ihre Zertifikate und dankte ihnen und den ebenfalls ehrenamtlichen Dozenten für ihr Engagement. Bei der feierlichen Übergabe der Zertifikate im Fanny-van-Hees-Saal der Volkshochschule waren auch Vertreter der verschiedenen Träger von Betreuungsgruppen sowie des Demenz-Service-Zentrums anwesend.
Demenz ist eine fortschreitende Erkrankung des Gehirns und wird als Oberbegriff für Krankheitsbilder verwendet, die mit einer Beeinträchtigung des Gedächtnisses sowie weiterer Störungen der geistigen Leistungsfähigkeit einhergehen. In Deutschland sind etwa 1,2 Mio. Menschen an Demenz erkrankt. Aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung und dem dadurch zunehmenden Bevölkerungsanteil alter Menschen ist in Zukunft mit einer steigenden Anzahl von Demenzerkrankungen zu rechnen. Jedes Jahr erkranken über 200.000 Menschen neu, mit steigender Tendenz.
In Iserlohn sind etwa 1.500 Menschen an Demenz erkrankt, die größenteils von ihren Angehörigen betreut werden. Die Stadt Iserlohn sieht in der Förderung und Begleitung von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen einen zunehmenden Handlungsbedarf. Die meisten altersverwirrten Menschen werden von ihren Angehörigen betreut und häufig bestimmt die Erkrankung den Lebensalltag der ganzen Familie. Mit dem Angebot von Betreuungsgruppen in verschiedenen Stadtteilen sollen pflegenden Angehörigen kleine Freiräume für eigene Interessen geschaffen werden, während die Erkrankten von Ehrenamtlichen unter der Begleitung einer Fachkraft betreut werden.
Dafür haben verschiedene Träger unter Koordination des Demenz-Service-Zentrums Dortmund und des Demenznetzwerkes Iserlohn neue Betreuungsangebote im Stadtgebiet initiiert.
Zusätzlich zu dem bereits bestehenden Angebot im Tersteegen Haus (Innenstadt) sind drei weitere hinzugekommen: So können ab März Menschen mit Demenz zunächst einmal pro Woche die neuen Betreuungsgruppen des Diakoniezentrums Oestrich, des Seniorenzentrums Letmathe (Kooperation mit dem Servicedienst "Hand-in-Hand") sowie der Johanniter (Kooperation mit der Erlöser Kirchengemeinde) im Wiesengrund besuchen.
Wer sich für eine ehrenamtliche Tätigkeit zur Betreuung Demenzkranker interessiert, kann sich bei der Abteilung für Senioren und Menschen mit Behinderung im Rathaus II, Werner-Jacobi-Platz 12, melden. Ansprechpartner ist der Seniorenbeauftragte Frank Finkeldei, Telefon 02371 / 217-2087, E-Mail: Ein weiterer Fortbildungskurs zum Krankheitsbild Demenz in Kooperation mit dem Demenz-Service-Zentrum NRW ist bereits in Planung.