"Die Städte Iserlohn und Hemer haben insgesamt hervorragende Voraussetzungen für eine interkommunale Zusammenarbeit im Bauhofbereich. Diese sind insbesondere auf die geringe räumliche Entfernung der beiden gegenwärtigen Bauhöfe und der beiden Städte insgesamt, aber auch die derzeitige bauliche und personelle Situation und damit verbundene Investitionsbedarfe auch bei isoliertem Weiterbetrieb der Bauhöfe zurückzuführen. Mit einer interkommunalen Zusammenarbeit lassen sich entsprechende wirtschaftliche Optimierungspotenziale in der Größenordnung von in Summe einer halben bis einer Million EUR pro Jahr umsetzen."
Zu diesem Ergebnis kommt die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Rödl & Partner in den Schlussbemerkungen ihres Gutachtens, das sie im Auftrag der Städte Hemer und Iserlohn erstellt hat. In einem Pressegespräch stellten gestern (9. Februar) die Bürgermeister und Kämmerer beider Städte den fast 50-seitigen Bericht vor. Sowohl Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens (Iserlohn) als auch Bürgermeister Michael Esken (Hemer) vertraten die Auffassung, dass die Gutachter enorme Synergieeffekte und zahlreiche Möglichkeiten für mehr Wirtschaftlichkeit aufgezeigt haben. Angesichts der finanziellen Situation der beiden Kommunen müsse eine solche Chance zur interkommunalen Zusammenarbeit unbedingt genutzt werden. Auch die Kämmerer beider Städte Friedhelm Kowalski (Iserlohn) und Werner Dodt (Hemer), die die Untersuchungen der Gutachter intensiv begleitet hatten, sprachen sich dafür aus, die beiden Stadtbetriebe künftig in einer Anstalt des öffentllichen Rechts (AöR) zusammenzufassen. In einem sehr offenen Verfahren, in dem Politiker und Mitarbeiter beider Bauhöfe regelmäßig informiert wurden, seien nun alle Kernfragen geklärt und die Basis für die Zusammenarbeit geschaffen.
Ob es zu dem Zusammenschluss kommen soll, darüber entscheiden nun zunächst die Mitglieder der Betriebsausschüsse Iserlohn und Hemer in einer gemeinsamen Sitzung am 8. März. Würden sie diesen Grundsatzbeschluss fassen, müssten anschließend auch die Räte beider Städte zustimmen.
Sollte es zur Gründung der AöR kommen, würde dies auf "Augenhöhe" geschehen, betonten die Bürgermeister. Neben einem paritätisch mit Politikern beider Städte besetztem Verwaltungsrat solle der geschäftsführende Vorstand mit den Leitern der Stadtwerke von Iserlohn und Hemer besetzt werden. Von einer Zusammenarbeit der AöR mit den Stadtwerken seien noch weitere Synergieeffekte zu erwarten.
Im Hinblick auf die Mitarbeiter beider Bauhöfe betonten die Bürgermeister nochmals, dass es im Falle eines Zusammenschlusses keine betriebsbedingten Kündigungen geben werde. Wenn es einen Personalabbau gäbe, dann nur über die natürliche Fluktuation.