Die Gleichstellungsstelle der Stadt Iserlohn hatte in Kooperation mit dem Büro für Europaangelegenheiten zu einem internationalen Erfahrungsaustausch zum Thema "Häusliche Gewalt in Europa" eingeladen. 42 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschland, Polen, der Schweiz, Tschechien, Rumänien, Lettland und Belgien nahmen diese Einladung an und waren vom 29. Mai bis 1. Juni zu Gast im Institut für Kirche und Gesellschaft in Schwerte-Villigst.
Dazu Gleichstellungsberauftragte Mechtild Beike:
"Trotz zahlreicher Bemühungen vor Ort, zum Beispiel Runde Tische, Frauenhäuser und Beratungsstellen, bleibt das Vorgehen gegen häusliche Gewalt ein mühsames Unterfangen. Ein Austausch auf europäischer Ebene kann dazu beitragen, voneinander zu lernen und neue Ideen für die Arbeit vor Ort auf den Weg zu bringen. Die Auseinandersetzung mit diesem Thema ist deshalb Inhalt der Lernpartnerschaft. Es geht darum, die institutionellen, politischen und zivilgesellschaftlichen Rahmenbedingungen zur häuslichen Gewalt in verschiedenen europäischen Ländern kennen zu lernen sowie einen Austausch über die Strategien gegen häusliche Gewalt herbei zu führen. Durch die Erfahrungen und den Vortrag der beteiligten Partnerländer kann so ein wechselseitiges Lernen gefördert werden. Dieser Wissenstransfer kann dazu beitragen, die praktische Arbeit in den jeweiligen Ländern zu ergänzen, kritisch zu reflektieren und weiter zu entwickeln. Entsprechend dieser umfangreichen Zielsetzung erfordert das Projekt einen größeren zeitlichen Rahmen. So läuft die von der Europäischen Union über das Programm Lebenslanges Lernen finanzierte Lernpartnerschaft insgesamt über zwei Jahre und fünf der teilnehmenden Länder haben sich als Gastgeber zur Verfügung gestellt."
Die Tagung der deutschen Gastgeber in Schwerte umfasste jedoch nicht nur Vorträge. So stand ein Besuch der Frauenberatungsstelle in Lüdenscheid ebenso auf dem Programm wie die Besichtigung des Frauenhauses in Iserlohn. Dort wurden die Gäste auch von der Ersten Beigeordneten der Stadt Iserlohn Katrin Brenner offiziell begrüßt.
An dem Treffen in Schwerte nahmen Vertreterinnen und Vertreter der Polizei und des Gesundheitsamtes des Märkischen Kreises, der Justiz, der Beratungseinrichtungen und einige Gleichstellungsbeauftragte aus dem Märkischen Kreis teil.
An der Vorbereitung und Durchführung der Konferenz beteiligten sich außerdem die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Lüdenscheid sowie das Institut für Kirche und Gesellschaft in Villigst.