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Iserlohn.
Fünfzehn Mitglieder des Iserlohner Kinder- und Jugendrates im Alter zwischen 15 und 21 Jahren, Teilnehmer des Filmprojektes "Heimat und Fremde" und deren Freunde, starteten am Donnerstag, 3. November, zu einer viertägigen Gedenkstättenfahrt nach Berlin. Der Besuch der Gedenkstätte Sachsenhausen/Oranienburg, des jüdischen Museums, des Holocaustdenkmals und des Bundestages standen auf dem Programm.
Am ersten Tag besuchte die Gruppe den Bundestag und hörte einen Vortrag über den beeindruckenden Ort der demokratischen Entscheidungen in Deutschland und die Bedeutung des deutschen Rechtssystems. Nachmittags nahmen sechs Jugendliche im jüdischen Museum an einer Führung unter dem Motto "Ist das im Islam nicht auch so" teil, die anderen besichtigten das Holocaustdenkmal und den "Raum der Namen" in der Nähe des Brandenburger Tors. So wie der Besuch des Holocaustdenkmals löste auch der gemeinsame Besuch der Gedenkstätte Sachsenhausen/Oranienburg gleich am folgenden Tag große Betroffenheit aus. Das politische Unrecht, das Ausmaß der Menschenrechtsverletzung, die Verfolgung und Ermordung von Millionen Menschen wurden vor Ort von den Jugendlichen intensiver wahrgenommen als durch alle anderen bisherigen Informationsquellen. Es drängten sich die Fragen auf: Wie konnte sich ein solch unfassbares Verbrechen vor den Augen der Bevölkerung abspielen? Wie haben die Menschen damals darauf reagiert? Wie gehen wir heute mit Minderheiten um? Das Thema forderte die Jugendlichen auf, sich der eigenen Rolle in der Gesellschaft bewusst zu werden.
Außerdem wurden natürlich auch die Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt besichtigt, sodass für die Jugendlichen schließlich ein intensives, informatives und auch sehr anstrengendes Wochenende zu Ende ging.
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