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Iserlohn.
25 Schülerinnen und Schüler der Grundschule im Wiesengrund begeben sich während der Herbstferien im 6. Iserlohner Sprachcamp auf eine Forschungsreise in den Wald und in die Schule. Die Mehrzahl der Kinder hat einen türkischen oder arabischen Familienhintergrund. Anhand von Experimenten wird ihnen der Zugang zur Sprache geebnet.
Sie singen, hören, schreiben, spielen und sprechen in ihrer Zweitsprache Deutsch und erobern sich in kleinen Werkstätten ganz neue Zusammenhänge von Wissen und Sprache. Die Kinder sind begeistert, denn bei der Erforschung von Spinnennetzen, Baumrinden, Blättern, Stöcken, Steinen, Moosen, Wasser, Tieren usw. geht es um ihre Fragen und Denkwege. Wie erlangen die Kinder eine forschende Haltung und wie werden sie in Gespräche über die faszinierenden Phänomene der Natur verwickelt? Das ist die große Herausforderung und ein Ziel für die Mitarbeiterinnen im Sprachcamp.
Die Begeisterung beim Lernen ist die Basis für neue Verknüpfungen im Gehirn, besonders bei der Sprache. Die Mitarbeiterinnen schaffen mit den Kindern einen Raum, indem sie ihre Meinung über Phänomene der Natur artikulieren können, Vermutungen anstellen, Erlebnisse verbalisieren und darstellen, rätselhaften Aspekten nachgehen, Theorien und Hypothesen selbst bilden sowie eigene Fragen entwickeln. Der Freude und dem Eifer der Kinder am Lernen und dem sprachlichen Ausdruck wird durch ansprechende Arrangements und sinnliche Erfahrungen Raum gegeben. Die Vermittlung von "vorverdauten" Informationen und "vorgedachten" Experimenten verhindert das Lernen und die Begeisterung der Kinder, weil es keine Bedeutung für sie hat. Spannend ist für die kleinen Forscher zum Beispiel auch die Arbeit mit einem USB-Mikroskop.
Das Sprachcamp findet täglich von 10 bis 15 Uhr statt. Hauptziel ist die Verbesserung der sprachlichen Kompetenz der Kinder in ihrer Zweitsprache Deutsch. Für diese Kinder kommt es darauf an, die Strukturen der deutschen Sprache zu verstehen.
Gemeinschaftserlebnisse bilden eine Klammer im Sprachcamp. Morgens und am Tagesabschluss sowie bei der großen Schatzsuche singen und spielen alle Kinder gemeinsam. Am letzten Ferientag gestalten sie eine kleine Abschlusspräsentation für ihre Eltern.
Die Kosten für die Teilnahme im Camp betragen 1,50 Euro täglich, ein Mittagessen und Getränke sind mit enthalten. Die Lehrerinnen haben den Eltern empfohlen, ihre Kinder im Sprachcamp anzumelden. Auf Grund der Spende der Firma Naust & Hunecke kann die Schule für Familien, deren Budget knapp ist, diese Kosten übernehmen. Trotz persönlicher Ansprache haben leider nicht alle Eltern ihre Kinder angemeldet.
Organisiert und inhaltlich ausgerichtet wurde das Sprachcamp von Jana Marek vom Ressort Generationen und Bildung der Stadt Iserlohn. Im Team arbeiten Jutta Finkeldei (Heilpädagogin), Lisa Vogel und Alin Geitmann (Lehramtsanwärterinnen), Krista Krampe (Motopädin und Lerntherapeutin), Andrea Albert (Leseförderin), Julika Steppat (Entspannungstherapeutin) sowie zwei Schülerinnen eines Gymnasiums.
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