Meldung vom 20.07.2012
Organspende-Ausweise gibt’s jetzt auch im Kreishaus
Die Entscheidung pro oder contra Organspende sollte jeder dokumentieren

12.000 Menschen warten alleine in Deutschland auf ein Spender-Organ. Im Schnitt sterben pro Tag drei von ihnen, weil kein passendes Organ zur Verfügung stand. Zahlen, die bedrücken.

Das sieht auch Landrat Cay Süberkrüb so. Darum hat er mit Klaus Belz, dem Vorsitzenden des Vereins „Recklinghäuser Nierenkranke – Selbsthilfe für den Kreis Recklinghausen“ (ReN) verabredet, dass auch im Kreishaus ab sofort Organspende-Ausweise ausliegen, damit mehr Menschen sich eindeutig positionieren.

Denn: „Der Ausweis ist auch für diejenigen, die ihre Organe nicht spenden möchten, wichtig. So wissen die Angehörigen in jedem Fall Bescheid und müssen im Ernstfall diese schwierige Entscheidung nicht selbst treffen“, erklärt Klaus Belz. Allerdings hofft er, dass sich viele Menschen für die Organspende entscheiden.

Der Vereinsvorsitzende musste selbst acht Jahre lang dreimal wöchentlich zur Dialyse, bevor 2008 eine neue Niere ihm ein „ganz neues“, fast wieder normales Leben ermöglichte. „Aus Dankbarkeit habe ich unsere Gruppe gegründet mit dem Ziel, die Zahl der Organspenden zu erhöhen und Betroffenen zur Seite zu stehen. Wenn man auf der Liste steht und auf ein Organ wartet, das ist eine ganz schwierige Situation – zwischen Hoffen und Bangen“, berichtet Klaus Belz dem Landrat, über dessen Unterstützung er sich sehr freut: „Viele Menschen haben Angst, als potentieller Organspender zu früh für tot erklärt zu werden. Oder sie glauben, sie seien zu alt oder zu krank. Das ist alles nicht richtig. Man kommt eher in die Situation, selbst ein Organ zu benötigen, als eines zu spenden, denn nur bei einem Prozent aller Todesfälle kommt eine Organspende überhaupt in Frage, nämlich nur beim Hirntod. Und der muss von zwei Ärzten unabhängig voneinander bestätigt werden“, sagt Klaus Belz.

„Die Entscheidung, ob man seine Organe im Falle des Hirntods spenden möchte oder nicht, kann nur jeder für sich entscheiden. Ich persönlich finde es jedoch ganz wichtig, dass man sich diese Gedanken macht und für sich selbst zu einer Entscheidung kommt, die man auch dokumentiert“, sagt Landrat Cay Süberkrüb. Deshalb gibt es ab sofort Organspende-Ausweise auch im Kreishaus – und natürlich auch weiterhin in Apotheken, Arztpraxen, bei der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Eurotransplant und bei den Recklinghäuser Nierenkranken.



Pressekontakt: Öffentlichkeitsarbeit, Katharina Krazewski, Telefon: 02361/534612, katharina.krazewski@kreis-re.de

Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgendes Medium anbieten:

Organspendeausweis


Die Kreisverwaltung Recklinghausen im Überblick
Der Kreis Recklinghausen ist mit über 630.000 Einwohnern der bevölkerungsreichste Kreis Deutschlands. Besonders auffällig ist in diesem Kreis die Vielfalt: Von der Industriezone des Ruhrgebiets zu den ländlichen Strukturen des Münsterlandes gibt es im Kreis Recklinghausen alle Facetten zu sehen und zu erleben. In der Region finden Einwohner und Besucher einen bunten Mix an kulturellen Angeboten – angeführt von den Ruhrfestspielen und dem Grimme Preis über Kleinkunst und Kabarett bis zu Konzerten aller Art. Der „Vestische Kreis“, wie er auch genannt wird, überrascht mit viel Grün und Wasser. Die Haard und die Hohe Mark laden zu kleineren und größeren Wanderungen, Ausritten und Radtouren ein, von den Bergehalden des Reviers hat man eine beeindruckende Aussicht über das mittlere Ruhrgebiet bis hin zum Münsterland. Zum Kreis Recklinghausen gehören zehn Städte: Castrop-Rauxel, Datteln, Dorsten, Gladbeck, Haltern am See, Herten, Marl, Recklinghausen, Oer-Erkenschwick und Waltrop. Die Kreisverwaltung Recklinghausen ist unter anderem zuständig für das Straßenverkehrsamt, das Gesundheitswesen, Veterinäramt, Katastrophen-, Zivil- und Feuerschutz, Geodaten, Erziehungsberatung, sie ist Umwelt- und Wasserbehörde und vieles mehr. Alle Dienstleistungen der Kreisverwaltung gibt es im Internet: www.kreis-re.de.


Herausgeber:
Kreis Recklinghausen
Öffentlichkeitsarbeit
45655 Recklinghausen
Telefon: 0 23 61 / 53 45 12
Web: http://www.kreis-re.de
E-Mail: svenja.kuechmeister@kreis-re.de

Die Pressemitteilungen der Pressestelle Kreis Recklinghausen können Sie per RSS-Feed oder als E-Mail-Abo auf http://www.presse-service.de/ beziehen. Dort können Sie auch Mitteilungen weiterer Pressestellen recherchieren und per E-Mail abonnieren. presse-service.de