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Iserlohn.
Die stadtgeschichtliche Vortragsreihe von Stadtarchiv und Volkshochschule Iserlohn, die sich im zweiten Halbjahr dem 200. Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig widmet, wurde am vergangenen Montag mit einem Vortrag von Dr. Oliver Schulz fortgesetzt. Der Referent, zurzeit Resident Fellow am Deutschen Historischen Institut in Paris, thematisierte darin „Die Mairien Iserlohn und Hemer in der napoleonischen Zeit“. Der Vortrag führte in die napoleonische Zeit in der südlichen Grafschaft Mark ein und zeigte, wie sich die Herrschaft und die Reformpolitik des napoleonischen Großherzogtums Berg in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auswirkte. Neben der Neuordnung der Verwaltung und der Besetzung von Verwaltungsposten durch die französischen Behörden erinnerte Dr. Schulz an die negativen Folgen der napoleonischen Steuer- und Wirtschaftspolitik (Kontinentalsperre, Zollgrenze am Rhein) für die Gesellschaft und das Gewerbe in der südlichen Grafschaft Mark. Der Referent sah in der Behinderung der Wirtschaft den Hauptgrund für den großen Zuspruch unter den Iserlohner Gewerbetreibenden für eine Petition an Napoleon, mit der 1811 die Angliederung des Großherzogtums Berg an das Kaiserreich Frankreich gefordert wurde. Über vierhundert Iserlohner schlossen sich der Petition an. Wirtschaftliche Not und ständige Rekrutenaushebungen für die napoleonische Armee stießen jedoch bei der Bevölkerung auf Widerstand und sorgten für Unruhe, die schließlich in eine preußisch-nationale Stimmung umschlug und zur Begeisterung für die Befreiungskriege führte.
Die Vortragsreihe wird fortgesetzt am Montag, 21. Oktober, um 18.30 Uhr im Stadtarchiv mit einem Vortrag von Dr. Sandra Hertel über die Erinnerungskultur und die Befreiungskriege in Iserlohn.
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