Meldung vom 22.05.2015
Bundesministerium streicht 5,6 Millionen Euro
Wichtige Förderung für junge Erwachsene fällt weg

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) will die Mittelzusage für die Jobcenter in den kommenden drei Jahren bundesweit um 750 Millionen Euro kürzen. Das hat direkte Folgen für die Menschen, die vom Jobcenter Kreis Recklinghausen betreut werden. Rund 5,6 Millionen Euro fallen bis 2018 im Kreis an Fördermitteln weg, die in erster Linie für die Hilfe junger Erwachsener vorgesehen waren.

Im November präsentierte Andrea Nahles ihre Offensive gegen die Langzeitarbeitslosigkeit in Deutschland: Im Rahmen bundesweiter Programme will sie 43.000 schwer vermittelbaren Arbeitslosen ohne Berufsabschluss zu einem regulären Job verhelfen. Eine Milliarde Euro, so kündigte die Ministerin an, stünden dafür bereit. Jetzt zeigt sich die Schattenseite der neuen Programme.

Um die neuen Spezialmaßnahmen für Langzeitarbeitslose zu finanzieren, muss Nahles das Geld an anderer Stelle aus ihrem Etat herausholen: In den nächsten drei Jahren sollen die Jobcenter 750 Millionen Euro einsparen – das trifft bewährte Maßnahmen, die kreisweit und in den zehn Städten vom Jobcenter Kreis Recklinghausen geplant sind. Auf der Strecke bleiben werden dabei vor allem Menschen, die eine langfristige Förderung durch das Jobcenter brauchen.

Das Jobcenter Kreis Recklinghausen wird kaum noch mehrjährige Aktivierungs- und Ausbildungsmaßnahmen finanzieren können, weil  das Bundesministerium für Arbeit die sogenannten Verpflichtungsermächtigungen für die folgenden Jahre zusammengestrichen hat. Für das kommende Jahr wurden diese speziellen Mittel um zehn Prozent, für die Jahre danach um 40 bis 50 Prozent gekürzt. Das summiert sich auf insgesamt rund 5,6 Millionen Euro, die sonst weniger in langfristige Förderung in den zehn kreisangehörigen Städten investiert werden können.

Konkret bedeutet das: „Maßnahmen, mit denen wir junge Menschen über mehr als zwölf Monate qualifizieren und aktivieren, können in diesem und in den folgenden Jahren nicht mehr gestartet werden, da sie quasi nicht mehr finanzierbar sind“, sagt Jürgen Ritzka, Leiter Jobcenter Kreis Recklinghausen. In diesen Fällen geht das Jobcenter zum Teil Förderzusagen über mehrere Jahre ein, um den jungen Menschen nachhaltige Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt zu eröffnen.

Das Projekt „Chance Zukunft“ des MAIS / NRW, das rund 30 Jugendlichen in den kommenden Jahren den Einstieg in Ausbildung ermöglichen sollte, musste das Jobcenter Kreis Recklinghausen bereits aus diesen Gründen streichen. Von dieser Landesförderung kann die Region nicht profitieren, da eine Kofinanzierung durch das Jobcenter nicht mehr möglich ist.

Darüber hinaus: Die Teilnehmer, die derzeit in Jugendwerkstätten, Produktionsschulen oder berufsvorbereitenden Maßnahmen fit für eine Ausbildung gemacht werden, bekommen keinen geförderten Anschluss oder Übergang in den Beruf. „In Anbetracht der prekären Situation auf dem regionalen Ausbildungsmarkt ist das für unsere Kunden aber oft die einzige Chance“, sagt Patrick Hundt, Fachdienstleiter Markt und Integration im Jobcenter Kreis Recklinghausen.

Entsprechend enttäuscht reagierten bundesweit die Vertreter der Jobcenter auf die Sparmaßnahmen aus Berlin, denn immer mehr Menschen sind gerade auf kontinuierliche Förderung angewiesen. „Individuelle und langfristige Hilfen sind für viele unserer 71.000 Kunden die einzige Chance, sich wieder eine berufliche Perspektive erarbeiten zu können. All unsere Bemühungen der letzten Jahre werden damit konterkariert“, sagt Jürgen Ritzka.



Pressekontakt: Pressesprecher Jobcenter Kreis Recklinghausen, Florian Adamek, 02361 / 3067308, florian.adamek@vestische-arbeit.de

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Jürgen Ritzka
Jürgen Ritzka, Leiter Jobcenter Kreis recklinghausen


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