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Iserlohn.
„Geschlechterrollen in Ehrenkulturen“ lautet das Thema eines kostenlosen Fachtages der am Donnerstag, 5. November, von 9 bis 16 Uhr im Haus A in der Historischen Fabrikanlage Maste-Barendorf, Baarstraße 220 – 226, in Iserlohn stattfindet. Die vom NRW-Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter geförderte Fortbildung ist Teil der Veranstaltungsreihe der Runden Tische gegen häusliche Gewalt im Märkischen Kreis und richtet sich vor allem an professionelle Akteurinnen und Akteure aus den Bereichen Schule, Sozialarbeit, Polizei, Familien- oder Jugendhilfe.
Unter den in Deutschland lebenden Migrantinnen und Migranten herrscht vielfach Angst vor dem eigenen Kulturverlust. Traditionelle Denk- und Verhaltensmuster, die in den Herkunftsländern teilweise im Wandel sind, können sich dadurch verstärken. Besonders die Jugendlichen geraten so in die Zwickmühle gegensätzlicher Erwartungen. Auf der einen Seite stehen die traditionellen Werte der Eltern- und Großelterngeneration, auf der anderen Seite die Werte und Anforderungen der Mehrheitsgesellschaft, in der sie leben. Patriarchale Strukturen und Vorstellungen von Ehre, die durch die Erziehung, Community oder Clique weitergegeben werden, haben in diesem Zusammenhang eine hohe Bedeutung. Sie erschweren sowohl männlichen als auch weiblichen Jugendlichen eine freie Entwicklung ihrer Persönlichkeit und lassen alternative Lebensentwürfe unmöglich erscheinen. Mädchen und Frauen laufen Gefahr, in benachteiligte Positionen gedrängt zu werden, aber auch die Jungen und Männer stehen unter enormem Druck.
Die Referenten Fatma Bläser und Ahmad Mansour vom Projekt HEROES stellen praxis- und lösungsorientierte Ansätze vor, die in der Arbeit mit Jugendlichen umgesetzt werden können. Antworten gibt es auch auf die Frage: Was ist eigentlich Ehre? Weitere Themen sind die Rolle der Identität in der Gesellschaft oder der Umgang mit Diskriminierungserfahrungen.
Fatma Bläser, Buchautorin und Gründerin der Beratungsstelle Hennamond, war selbst von Zwangsheirat betroffen und arbeitet seit vielen Jahren erfolgreich für und mit Opfern. Mit dem Kölner HEROES-Projekt engagiert sie sich nun auch für die präventive Täterarbeit.
Dipl.-Psychologe Ahmad Mansour ist Mitglied der European Foundation for Democracy in Brüssel und beschäftigt sich mit Projekten und Initiativen gegen Radikalisierung, Unterdrückung im Namen der Ehre und Antisemitismus in der muslimischen Community. Das HEROES-Projekt in Berlin unterstützt er als Gruppenleiter.
Anmeldungen zu dem Fachtag nimmt die Gleichstellungsstelle der Stadt Iserlohn im Rathaus am Schillerplatz bis zum 30. Oktober entgegen. Ansprechpartnerin ist Judith Mühlenhoff, Telefon 02371 / 217-1330, E-Mail: judith.muehlenhoff@iserlohn.de
Weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe finden Interessierte auf der Internetseite der Gleichstellungsstelle www.gleichstellungsstelle-iserlohn.de („Aktuelle Infos und Termine“ anklicken). Infos zum HEROES-Projekt gibt’s unter www.heroes-net.de oder www.heroes-koeln.de
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