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Iserlohn.
Die Städtische Galerie Iserlohn (Theodor-Heuss-Ring 24) zeigt ab morgen, Freitag, 13. Mai, die Ausstellung „Zuflurstücke“ der in Iserlohn lebenden Zeichnerin und Grafikerin Jette Flügge.
2014 erhielt die in Wickede geborene Künstlerin gemeinsam mit dem Hagener Fotografen Andy Spyra den erstmals vergebenen Förderpreis für junge Kunst der Märkischen Bank Stiftung in Hagen. Nach ihren Studien der Grafik und Druckgrafik an der „freien akademie der künste (fadbk)“ Essen und der Kunst und Kulturanthropologie an der TU Dortmund hat sich Jette Flügge intensiv ihrer großen Liebe, der Druckgrafik, insbesondere dem Hochdruck, gewidmet. Sie experimentiert mit den unterschiedlichsten Materialien für die mitunter skurrilen und fragilen Druckstöcke, findet ungewöhnliche Lösungen und lotet auf vielfältige Weise die Grenzen des Medium aus. Es geht dabei fast ausschließlich um Unikate und nicht um die Auflage und die Vervielfältigung.
Ihre Inspiration erfährt Jette Flügge vor allem in der Natur. Die Pflanzenwelt birgt einen unerschöpflichen Kosmos aus Farben und Formen, der stetigem Wandel unterliegt. Das zyklische Werden und Vergehen faszinieren sie dabei ebenso wie die wechselnden Stimmungen des Lichts im Laufe eines Jahres. Der aus der Grundbuchordnung stammende, technische Begriff der „Zuflurstücke“, der der Ausstellung als Titel dient, korrespondiert auf sinnfällige Weise mit der Flüchtigkeit der Erscheinungen. Zuflurstücke haben nur eine vorübergehende Bedeutung, bevor sie wieder mit anderen Flurstücken verschmolzen werden.
Ausgangspunkt für die Grafiken von Jette Flügge sind Zeichnungen. Das Zeichnen „vor der Natur“ oder besser „in der Natur“ stellen eine essentielle Erfahrung dar. „Es ist eine Art Zustandsaustausch mit der Welt. „Was ich sehe und fühle, erfasse ich kognitiv und übertrage es durch meine Hand … Das Zeichnen der Formen der Welt bringt mich dieser näher. So kann ich Ihnen versichern, dass Gräser nicht nur grüne Striche sind, sondern in ihren Einzelheiten ganz individuelle Ausprägungen haben“, sagt die Künstlerin. Die Gestaltung der Bildfläche, die sich aus der grafisch-ästhetischen Anordnung einzelner Farb- und Formelemente ergibt, schafft parallel zur Natur eine zweite Inhalts-, Bedeutungs- und Wirklichkeitsebene. Die Komplexität des natürlichen Kosmos findet in dieser künstlerischen Auseinandersetzung eine ebenso komplexe ästhetische Entsprechung. Zur Vernissage am Freitagabend um 19.30 Uhr sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Die Künstlerin wird anwesend sein. Zur Einführung spricht Rouven Lotz, Wissenschaftlicher Leiter des Hagener Emil Schumacher Museums.
Die Ausstellung „Zuflurstücke“ wird bis zum 17. Juli in der Städtische Galerie Iserlohn zu sehen sein. Die Öffnungszeiten sind mittwochs bis freitags von 15 bis 19 Uhr, samstags von 11 bis 15 Uhr sowie sonntags von 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Zur Ausstellung erscheint eine limitierte Edition der Künstlerin. Weitere Informationen gibt es online unter www.galerie-iserlohn.de
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