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Iserlohn.
35 Schüler und Schülerinnen der Grundschule Bömberg, der Südschule und der Burgschule erlebten während ihrer Herbstferien die Schätze der Natur und der Gemeinschaft in der Waldschule des Märkischen Kreises. Die Kinder stammen größtenteils aus Syrien, der Türkei, dem Libanon und aus Polen.
Die Forschungsreise führte die Kinder in den „Zauberwald“ und auf die Wiesen oberhalb der Waldschule. Sie erkundeten das Leben im Wald und auf der Wiese: die Beschaffenheit von Pflanzen, Bäumen, Ästen, Gräsern und Tieren. Sie erprobten ihre Kräfte mit Bäumen, Ästen und Seilen, zum Beispiel beim Schaukeln auf der Waldschaukel. Ihre Balance, Ausdauer und Konzentration wurde sowohl beim täglichen Auf und Ab im Wald als auch auf der Slackline herausgefordert. Zusätzlich waren an allen Stationen „Sprachaufgaben“ zu lösen. Mit speziellen Kindermessern schulten die Kinder ihr Geschick im Schnitzen. In diesem Jahr wurde ein großer Waldstuhl gebaut sowie Glückssteine, Waldharfen, Nagelbilder und Waldparfüm hergestellt. Die Kinder erhielten auf subtile Weise Mittel an die Hand, durch die sie mehr Sicherheit und Zutrauen im Umgang mit der deutschen Sprache und Schrift erwarben. In der zweiten Woche des Sprachcamps waren sie bereit, mehr deutsch zu sprechen, in der ersten Woche unterhielten sie sich noch mehr in ihrer Muttersprache. Abet sagte beim Finden eines spitzen Steins: „Hier hat Mogli geschnitzelt.“ – er meinte geschnitzt. Beim Betrachten eines Grashüpfers sagte Monday: „Stochelt der?“. Neu gelernte Worte wurden in „Wörtergläsern“ gesammelt, damit sie richtig erinnert werden.
Neu war in diesem Jahr, dass die Kinder im „Kaminzimmer“ in der Diaorama-Halle aßen und an der Zubereitung des Mittagessens beteiligt waren. Jeden Tag half eine kleine Gruppe bei den Vorbereitungen. Manche Kinder waren dabei sehr aufgeregt und hatten Sorge, das Essen für die andern zu versalzen. Der Part der Essenszubereitung wurde vor allem von Andrea Kullik von „Theas Genusskulinatur“ gestaltet. Organisiert und inhaltlich begleitet wurde das Sprachcamp von Jana Marek vom Ressort Generationen und Bildung der Stadt Iserlohn. Im Team arbeiteten Jutta Finkeldei als Leiterin, Kathrin Jäger, Maria Gandul, Alin Geitmann, Lea Karolin Gorges, Alexander Ramm und Anne Bergfeld. Unterstützt wurden die Lehramtsstudenten und die Heil- bzw. Wald- und Naturpädagogin von vier Praktikanten des Projektes „Sprache verbindet“, Joel Marin, Elena Browatzki, Arzu und Ibrahim Alinsoy. Das Camp fand zum vierten Mal in Kooperation mit der Waldschule MK statt und wurde durch ihren Leiter und zertifizierten Waldpädagogen Axel Dohmen tatkräftig und umsichtig unterstützt und begleitet.
Am 21. Oktober endete das zweiwöchige Sprachcamp. Dazu wurden die Eltern eingeladen. Die Kinder sangen ihre Camplieder, präsentierten ihre Sing- und Tanzspiele und erhielten ihre Urkunden.
Die Fundstücke, Bastelarbeiten und Fotos werden in Waldheften dokumentiert und auf Plakaten und Ausstellungen in den Schulen gezeigt. Dies dient den Kindern und Lehrern als Gesprächsanlass zur Vertiefung der sprachlichen Fähigkeiten.
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