Von der Tragikkomödie bis zum Science-Fiction-Film
Hanau nimmt vom 26. bis 28. Juni wieder am Europäischen Filmfestival der Generationen teil
Nach der überraschend großen Resonanz bei der Hanauer Premiere des Europäischen Filmfestivals der Generationen „Silver Screen" im vergangenen Jahr ist Hanau neben Frankfurt, Heidelberg und Mannheim auch diesmal wieder dabei. Vom 26. bis 28. Juni organisiert das städtische Seniorenbüro das Festival im Kinopolis Am Steinheimer Tor. Acht Filme werden gezeigt, die das Thema Alter und Altern aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten. Der Vorverkauf beginnt am 31. Mai.
Beim vierten Europäischen Filmfestival der Generationen geht auch außerhalb Deutschlands der Vorhang in den Kinosälen auf. Mit Lissabon und Manchester nehmen erstmals internationale Partner teil. „Bei uns in Hanau waren 2012 fast alle Vorführungen ausverkauft“, erinnert sich Sozialdezernent Axel Weiss-Thiel. Die ältere Generation habe durch das Festival nicht nur den Weg in das im November 2011 neu eröffneten Kino gefunden, das das erste sichtbare Zeichen des großen Innenstadtumbaus ist. „Senioren und Senioren, deren letzter Kinobesuch oft zwei bis drei Jahrzehnte zurücklag, haben durch Silverscreen das Kino auch als Freizeitstätte und Ort der Kommunikation kennen- und schätzen gelernt.“ Das Kinopolis sei zum Treffpunkt aller Generationen geworden. Die Filmauswahl soll auch in diesem Jahr wieder dazu beitragen, dass Jung und Alt miteinander ins Gespräch kommen und das Bewusstsein fördern, dass der demografische Wandel nur gemeinsam bewältigt werden kann. „Und dazu braucht es den Dialog zwischen den Generationen“, ist sich Axel Weiss-Thiel sicher.
Das Festival beginnt am Mittwoch, 26. Juni, nach der Eröffnung durch den Stadtrat um 14 Uhr mit dem Dokumentarfilm „Das Lied des Lebens“. Der Komponist Bernhard König lässt sich von Bewohnern eines Stuttgarter Seniorenheims Geschichte aus deren Leben erzählen und gestaltet daraus ihr persönliches „Lied des Lebens“. Ob das Filmjuwel das Publikum „berührt und beglückt“ hat, wie es in der Beschreibung heißt, darüber kann im Anschluss an die Vorführung gut eine halbe Stunde diskutiert werden. Zum Gedankenaustausch anregen werden Vertreter des Mellow Tone Trios Hanau und des Männergesangvereins Sumser 1846 Hanau. Sie gehören zu den neun Kooperationspartnern, die fest in das Festival integriert sind. Eine emotional bewegende Tragikomödie über die Kraft der Musik, die hilft Verlust, Trauer und Einsamkeit zu überwinden und neue Lebensfreude zu finden ist der Film „Song for Marion“ am selben Tag, der um 17 Uhr beginnt (Kooperationspartner Evangelische Klinikseelsorge am Klinikum Hanau).
„Wir sind so frei!“ am Donnerstag, 27. Juni, 14.30 Uhr, ist ein Dokumentarfilm, in dem fünf ältere Menschen portraitiert werden, die sich auf der Insel Sylt auf ihren große Zirkus-Auftritt vorbereiten. Die besondere Atmosphäre in der Manege gibt ihnen die Kraft, Neues auszuprobieren und auch im Alter kreativ zu sein (Kooperationspartner Hanauer Aktiv-Team). „Vergiss mein nicht“ ist der Titel des Films über seine demenzkranke Mutter, den David Sieveking gedreht hat. Der Regisseur wird am 27. Juni im Kinopolis sein, wenn um 17 Uhr sein sehr persönlicher Dokumentarfilm läuft (Kooperationspartner St. Vinzenzkrankenhaus, Abteilung Geriatrie). Ein poetisch-kulinarischer Film über gutes jüdisches Essen, Freundschaft und würdevolles Alter ist „Oma & Bella“, der um 19 Uhr läuft. Er begleitet zwei jüdische Frauen aus Berlin, die den Holocaust überlebt haben, durch ihren Alltag und lauscht ihren Gesprächen über Herkunft, Identität und Erinnerung. Das gemeinsame Zubereiten jüdischer Gerichte aus ihrer Kindheit ist ihnen ein Lebenselixier (Kooperationspartner Jüdische Gemeinde Hanau).
Eine scheinbar unmögliche Freundschaft zwischen einem 14-jährigen palästinensischen Jungen und einem 84 Jahre alten jüdisch-russischen Emigranten beschreibt „Kaddisch für einen Freund“, der am Freitag, 28. Juni, um 10.30 Uhr, zu sehen sein wird. Der Film zeigt, wie unterschiedliche Generationen, Kulturen und Religionen ihre Vorurteile überwinden und sich Versöhnung entwickelt (Nachbarschaftsinitiativen – Stärke der Kommunen). Für Hanauer Schulen steht ein Kontingent an Freikarten zur Verfügung. Interessierte Lehrer können sich mit Karin Dunkel vom Seniorenbüro (karin.dunkel@hanau.de) in Verbindung setzen.
Wie ein Roboter als Unterstützer im Alltag das Leben des eigenwilligen ehemaligen Juwelendiebs Frank beeinflusst, wird in dem Film „Robot & Frank“ um 14.30 Uhr erzählt - ein unterhaltsamer Science-Fiction-Film über die Vor- und Nachteile von Technik im Alter (Kooperationspartner Stabsstelle Demografie und Mobile Wohnberatung, Stadt Hanau). Mit dem vielfach ausgezeichneten Film „Liebe“ des Österreichers Michael Haneke, der um 17 Uhr beginnt, endet das Filmfestival der Generationen in Hanau. Mit „Liebe“ gelang Haneke ein zärtlicher und eindringlicher Film über das Altern, in dem er auch die ethische Frage nach der Würde des Menschen in Grenzsituationen aufwirft (Kooperationspartner Förderverein Palliative Patienten-Hilfe Hanau).
Karten zum Preis von sechs Euro gibt es ab Freitag, 31. Mai, entweder direkt an der Kinokasse, die montags bis samstags ab 13 Uhr und sonntags ab 11 Uhr geöffnet ist oder im Internet unter www.kinopolis.de. Wer Tickets für fünf verschiedene Vorstellungen kauft, zahlt 25 Euro. Dieses Angebot gilt nur bis zum 19. Juni. Die Programmhefte werden am Montag, 27. Mai, ab 14 Uhr im Kinopolis verteilt und liegen danach auch an vielen öffentliche Stellen wie dem Seniorenbüro, dem Stadtladen im Rathaus und in den Stadtteilläden aus.
Speziell an Schulen und auch an ältere Menschen richtet sich das Festival-Spezial „Video der Generationen“ am Donnerstag, 27. Juni, von 10.30 bis 12.30 Uhr. Gezeigt werden zwei Wettbewerbsbeiträge des bundesweiten Medienprojekts des Kinder- und Jugendfilmzentrums, in dem Zeitzeugen zum einen über ihre Erlebnisse in einem Internierungslager in Südfrankreich im Jahr 1940 und zum anderen über die Nachkriegszeit in Ostdeutschland und die riskante Flucht in den Westen im Jahr 1950 berichten. Die Filme eignen sich für die sechsten bis 13. Jahrgangstufen aller Schularten. Die Filmemacher sind vor Ort und stellen sich mit ihren Filmen der Diskussion. Der Eintritt ist frei. Kartenreservierungen für Schulen und nähere Informationen bei Karin Dunkel vom Seniorenbüro (Telefon 06181/6682050, karin.dunkel@hanau.de).
Weitere Infos zum Programm des Europäischen Filmfestivals der Generationen unter www.hanau.de oder www.kinopolis.de. Das Kinopolis ist barrierefrei zugänglich und verfügt über zwei behindertengerechte Toilettenanlagen. Es ist mit dem öffentlichen Nahverkehr mit den Linien 4 und 5 der Hanauer Straßenbahn GmbH und mit dem Marktplatzbus erreichbar. Ansprechpartner für das Festival ist neben Karin Dunkel auch Michael Stegmann (06181/6682044, michael.stegmann@hanau.de).
Pressekontakt: Stadt Hanau, Andrea Freund, Telefon 06181/295-488
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