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18.02.2018 - Landeshauptstadt Magdeburg


Magdeburger Pfarrerehepaar mit dem Adelheid-Preis 2017 gewürdigt

Ehrung für ehrenamtliches soziales Engagement


Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper hat heute im Kaiser-Otto-Saal des Kulturhistorischen Museums den Adelheid-Preis 2017 an das Pfarrerehepaar Gabriele und Andreas Herbst für ihr langjähriges soziales Engagement überreicht. Damit würdigte das Preiskuratorium unter anderem das jahrzehntelange Wirken des Ehepaares in der Evangelischen Hoffnungsgemeinde Magdeburg und ihren immerwährenden Einsatz für Integration, Toleranz und Weltoffenheit. Die Verleihung fand im Rahmen eines Festaktes der Landeshauptstadt statt, an dem zahlreiche Vertreter sozialer Träger und Vereine teilnahmen. Die Laudatio hielt Dr. Annegret Laabs, Leiterin des Kunstmuseums Kloster Unser Lieben Frauen.

 

„Die Erinnerung an Kaiserin Adelheid nehmen wir zum Anlass, das Ehepaar Gabriele und Andreas Herbst für ihr langjähriges soziales Engagement und ihren immerwährenden Einsatz für Integration, Toleranz sowie Weltoffenheit zu ehren“, so Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper. „Als neue Preisträger hat das Kuratorium das Magdeburger Pfarrerehepaar ausgewählt, das sich in vielen sozialen Projekten für seine Mitmenschen engagiert und Magdeburg somit zu einem besseren Ort macht.“

 

Gabriele und Andreas Herbst beteiligen sich in vielen Projekten für ein fremdenfreundliches Magdeburg und für „Schulen ohne Rassismus“. Das Ehepaar engagiert sich unter anderem für das Projekt „education is the key of life“, das sich für eine bessere Bildung in Tansania einsetzt. Die enge Verbundenheit zu dem Land begann vor mehr als 20 Jahren, als junge Tansanier in die Hoffnungsgemeinde kamen, um am Gottesdienst teilzunehmen. Seitdem unternahmen beide viele Reise dorthin. Sie unterstützten zudem eine Schule in Tansania auch finanziell.

 

1986 öffnete das Ehepaar Herbst die Hoffnungskirche für Lesben und Schwule, da es für diese in der DDR keine öffentlichen Treffpunkte gab. Erstmals in der Magdeburger Geschichte fand ein Gottesdienst im Rahmen der Feierlichkeiten zum Christopher-Street-Day statt. In der Hoffnungskirche im Norden der Landeshauptstadt – die in ihrer äußeren Gestalt einem Zelt ähnelt – gründete das Pfarrerehepaar zudem 1995 den Migrationstreff „Café Krähe“, um Geflüchtete bei der Integration in Magdeburg zu unterstützen.

 

Seit 2010 sind die beiden ehrenamtlich in Magdeburg tätig und organisieren gemeinsam Kunstgottesdienste unter dem Motto „Bibel trifft Kunst. Andernorts.“ im öffentlichen Raum. Damit will das Ehepaar den Magdeburgern bewusst machen, welche öffentlichen Kunstschätze die Stadt zu bieten hat. Zudem können darin beide ihren Glauben, mit ihrer Leidenschaft mit Menschen ins Gespräch zu kommen und ihrer Liebe zur Kunst verbinden. Beides habe Gemeinsamkeiten und müsse interpretiert werden, so Andreas Herbst.

 

 

Gabriele Herbst wurde 1978 in Magdeburg ordiniert und arbeitete ebenso wie ihr Mann als Pfarrerin im Neubaugebiet Nord und als Ausländerbeauftragte im Kirchenkreis. Von 1992 bis 1999 war sie Sprecherin des „Wortes zum Sonntag“ in der ARD und seit 16 Jahren wirkt sie bei kirchlichen Sendungen im Deutschlandradio mit.

 

2009 wurde Gabriele Herbst für ihren Einsatz für Toleranz und Weltoffenheit mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet und setzt sich bis heute gegen Ungerechtigkeiten und Diskriminierungen ein. Der Stadtrat ernannte sie 2012 in Würdigung ihres besonderen Engagements als Vertreterin der Evangelischen Kirche und in der Integrationsarbeit für ein weltoffenes und tolerantes Magdeburg zur Ehrenbotschafterin.

 

Die beiden ehemaligen Pfarrer der Hoffnungsgemeinde, Gabriele und Andreas Herbst, wohnen am Krähenstieg am Neustädter See und haben zwei erwachsene Kinder sowie zwei Enkelkinder. In ihrem gemeinsamen Hobby, dem Malen, können sie ihre Kreativität ausleben. Gabriele Herbst gestaltet darüber hinaus Kinderbücher, dichtet und fertigt Schmuck selbst an.

 

 

Hintergrund

Mit dem Adelheid-Preis würdigt die Landeshauptstadt Magdeburg jährlich Personen oder Gruppen, die sich durch hervorragendes ehrenamtliches Engagement im sozialen Bereich auszeichnen. Erstmals wurde der Adelheid-Preis durch den Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Magdeburg, Dr. Lutz Trümper, im Jahr 2012 verliehen.

 

Zum Kuratorium gehören die Beigeordnete für Soziales, Jugend und Gesundheit, Simone Borris, als Vorsitzende, Matthias Boxhorn von der CDU/FDP/BfM-Stadtratsfraktion, Birgit Bursee von der Arbeitsgruppe „Magdeburger Netzwerk für bürgerschaftliches Engagement“, Ehrenstadtrat Hans-Dieter Bromberg, der Vorstand der Stadtsparkasse Magdeburg, Horst Eckert, Gabriele Haberland von der Kreisarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, der frühere Stadtrat Dr. Jürgen Hildebrand, die Vorsitzende des Gesundheits- und Sozialausschusses Kornelia Keune und Alfred Westphal von der Stadtratsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen.

 

Namensgeberin für den Adelheid-Preis ist Kaiserin Adelheid (931 – 999), die zweite Ehefrau Ottos des Großen, die wegen ihres karitativen Wirkens und ihrer Mildtätigkeit bereits zu Lebzeiten vom Volk verehrt wurde. Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert als finanzielle Unterstützung sozialer Projekte der Preisträger. Die Bekanntgabe der durch das Kuratorium zur Vergabe des Adelheid-Preises ermittelten Preisträger erfolgt jährlich am 16. Dezember anlässlich des Todestages der Kaiserin Adelheid im Jahr 999.




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